„Let’s sing together“

Gesangverein Germania startet neues Chorprojekt

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Germania-Vorsitzender Hans Müller (links) und Chorleiter Hans-Dieter Müller haben in einem Pressegespräch das neue Eppertshäuser Männerchor-Projekt „Let’s sing together“ vorgestellt. Startschuss mit der ersten Probe ist am 27. März in der TAV-Halle.

Eppertshausen - Männer jeden Alters und jeder Herkunft werden vom Gesangverein Germania zum Mitmachen beim neuen Projektchor aufgerufen: Neue Lieder in anderen Sprachen. Ziel ist ein Konzert am 21. Oktober mit Sass-Orchester und internationalen Elementen. Von Jens Dörr 

Eins vorab zur Erläuterung, weil begrifflich oft falsch verwendet: Ein „Projektchor“ ist eine Gruppe von Sängern, die sich auf Zeit zusammenfindet und in der die Teilnehmer nach erreichtem Ziel – meist ein Konzert – oft wieder ihrer eigenen Wege gehen. In Abgrenzung dazu wird ein „Chorprojekt“ von einem kontinuierlich bestehenden Chor umgesetzt, der sich damit lediglich die nächste konkrete Etappe seines fortwährenden musikalischen Tuns vornimmt. So wie der Männerchor des Gesangvereins Germania Eppertshausen: „Let’s sing together“ heißt das international geprägte neue Vorhaben, das mit der ersten Probe am 27. März (19.45 bis 21.15 Uhr, TAV-Halle) Fahrt aufnimmt.

Vorweg lädt der Verein Männer jeden Alters und jeder Herkunft zum Mitmachen ein, was kostenlos und ohne Zwang einer Vereinsmitgliedschaft ist. Erarbeitet werden eine Handvoll neuer Stücke, die am 21. Oktober bei einem großen Konzert in der Eppertshäuser Bürgerhalle präsentiert werden sollen, neben weiteren, internationalen Leckerbissen.

Schon lange widmet sich der Männerchor der Germania unter der Leitung von Hans-Dieter Müller nicht nur deutschem Liedgut, sondern auch solchem in anderen Sprachen. „Wir haben schon auf Englisch, Französisch, Russisch, Italienisch, Slowenisch, Estnisch und Latein gesungen“, sagt der Dirigent, obwohl die Stammsänger der Germania gerade der exotischeren Sprachen normalerweise nicht mächtig seien. Umso mehr freue ihn die Offenheit des Chors, den er seit mehr als 25 Jahren leitet und in dem einst schon sein Vater sang. Auch für das neue Projekt „Let’s sing together“ („Lasst uns gemeinsam singen“) sind Stücke in einigen Sprachen geplant: auf Kroatisch, Englisch, Spanisch und Zulu, das in Südafrika gesprochen wird.

Nur ein kleiner Teil des Parts, den der Germania-Chor beim Konzert im Oktober (Informationen zum Vorverkauf werden im weiteren Verlauf des Jahres bekannt gegeben) übernehmen wird, soll in deutscher Sprache sein. Wie Hans-Dieter Müller hebt mit Blick aufs neue Chorprojekt auch Germania-Vorsitzender Hans Müller hervor, dass auch und gerade Männer, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen, herzlich zum Mitmachen eingeladen sind. In Eppertshausen lebten derzeit 1 307 ausländische Bürger aus 80 Nationen, mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. „Die Integration funktioniert bei uns oft aber nur beim Essen und im Fußball“, meint Hans-Dieter Müller. „Ansonsten trennt sich unsere Gesellschaft in der Freizeit meist wieder.“ Das neue Chorprojekt stelle nicht nur einen Versuch dar, weitere Männer zur derzeit 36 Sänger großen Stammbesetzung hinzuzugewinnen – womöglich auch über den Zeitraum von „Let’s sing together“ hinaus. Es soll über den Gesang in für alle fremder Sprache Männer unterschiedlicher kultureller Prägung zusammenbringen.

Dafür rührt die Germania derzeit kräftig die Werbetrommel. Neben Veröffentlichungen in der Presse wird sie am 25. März mit einem Informationsstand an den Fachmärkten im „Park 45“ auf das Chorprojekt aufmerksam machen. Zudem richtet sich der Verein mit Flugblättern an die Eppertshäuser. Man sei allerdings auch offen für Sänger, die nicht in Eppertshausen wohnten. Etwa ein Drittel des jetzigen Chors ist andernorts zuhause. „Ohne auswärtige Sänger hätte ich keinen ersten Tenor“, lächelt der Dirigent.

Gemeinschaft, Geist, Gesundheit: Singen tut Senioren gut

Am 27. März also geht es los mit dem Ziel, den jetzigen Chor um zehn bis 15 weitere Sänger zu verstärken. Die ersten Zusagen lägen Hans Müller zufolge bereits vor. Noch einmal betont er: „Alter, Konfession, Hautfarbe oder sonst was spielen keine Rolle.“ Hans-Dieter Müller wiederum stellt heraus, dass keine Chorerfahrung oder Notenkenntnis zur Teilnahme am Projekt nötig ist. „Wir werden uns Zeit für chorische Stimmbildung nehmen“, verspricht er, Einsteiger in gegebenem Maße an die routinierteren Sänger heranzuführen.

Niemand müsse zudem einzeln vorsingen, im Falle stimmlicher Defizite werde niemand weggeschickt, kündigt er an: „Es geht ja nicht um die Teilnahme an einem Wettbewerb, sondern um die gemeinsame Freude am Singen.“ Am Konzert selbst wird neben dem großen Projektchor der Germania, der dann 50 Sänger umfassen soll, auch das Germania-Ensemble Musica und ein Sass-Orchester aus Darmstadt mitwirken. Eine weitere internationale Gruppe, die demnächst bekanntgegeben werden soll, wird ebenfalls noch verpflichtet.

Quelle: op-online.de

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