Suche per Flugblatt nach Zeugen

Mit Luftgewehr auf Katze geschossen

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Katze Milly vor dem hinterhältigen Schuss in den Rücken. Das Haustier von Familie Müller ist noch in Behandlung, das Projektil (unten) wurde mittlerweile operativ entfernt.

Eppertshausen - Ein Fall von böswilliger Tierquälerei beschäftigt den Ort: Unbekannte haben wohl mit einem Luftgewehr auf eine Katze geschossen. Die Halter haben das schwer verletzte Tier zum Tierarzt gebracht und Anzeige erstattet. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, mit einem Flugblatt versuchen die Besitzer, Licht ins Dunkel zu bringen. Von Thomas Meier

Das Projektil traft Katze Milly direkt in den Rücken. „Es handelte sich um ein Geschoss des Kalibers 4,5 Millimeter, das aus Luftdruckgewehren oder auch Luftdruckpistolen abgefeuert werden kann“, erklärt Dr. Marcus Müller, der ein Röntgenbild des behandelnden Tierarztes dem Flugblatt beifügte: „Dieses Metallgeschoss kann auch für Menschen tödlich sein.“ Die ganze Familie Müller ist traurig, bestürzt und auch wütend: „Wie kann ein Mensch nur so grausam sein?“ Müllers sind um so bestürzter, da sich ihr zehn Jahre alter Schmuser maximal in einem Radius von 300 Meter vom Haus an der Nieder-Röder-Straße 59 entfernt.

Marcus Müller sagt, Millys unmittelbares Revier sei die Nieder-Röder-Straße, die Beethovenstraße und der Sandweg. In die Berliner-, Schiller-, Abtei-, Richard-Wagner- oder Schubertstraße mache sie auch schon mal Ausflüge – weiter nicht. Und genau in diesem Areal verteilen Müllers derzeit ihre selbst gemachten Flugblätter an alle Haushalte. Milly liegt seit Freitag in der Tierklinik, bis Redaktionsschluss gar noch auf der Intensivstation. „Die ersten drei Tage ging es ums pure Überleben, jetzt macht uns der Tierarzt erste Hoffnung“, sagte Müller heute Nachmittag.

Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Zeugen, die Informationen zu diesem Fall beisteuern können, sollen sich telefonisch bei der Station in Dieburg oder auch anonym im Internet an milly@ist-einmalig.de wenden. Die Internet-Adresse wurde eigens für diese Straftat von Müllers eingerichtet.

Huhn, Katze und Co.: Tiere als Co-Therapeuten

„Helfen sie bitte mit, diese Tat aufzuklären. Die Katze wird womöglich bis ans Lebensende unter ihren Verletzungen leiden“, sagt Kathrin Eva Schmid, Recherche-Koordinatorin bei PETA, die ebenfalls von Familie Müller über die Missetat informiert wurde. Die Expertin weiß: „Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Möglicherweise schrecken der oder die Täter auch vor Gewalt an Menschen nicht zurück.“ Müllers bitten nicht zuletzt deshalb: „Bitte teilen sie uns den kleinsten Verdacht mit. Das können Menschen sein, die mit ihren Waffen prahlen oder durch einen gezielten Hass auf Katzen oder andere Tiere auffallen.“ Fälle von grausamer Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Erst im Oktober vergangenen Jahres warnte die Polizei auch in Eppertshausen wieder einmal die Bürger, nachdem eine Hundehalterin an der Brückenstraße in der Nähe des Fahrradwegs zwischen Eppertshausen und Münster rosarote Teilchen gefunden hatte, bei denen es sich wohl um Rattengift handelte. Ein Border Collie, der davon wohl fraß, musste damals wegen deutlicher Vergiftungssymptome behandelt werden.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach §17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Beamten der Polizeistation Dieburg ermitteln in dem Fall wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und suchen darüber hinaus Zeugen, die Hinweise zum Schützen geben können, unter Tel.: 06071/96560.

Quelle: op-online.de

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