Gestank, Krach und Glasscherben

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Reinhold Schacknies, Anwohner der Schillerstraße, bestätigt die beklagten Missstände am Containerplatz: „Dabei wäre es so einfach, hier Ordnung zu halten. Aber hier wird halt nur immer alles abgeladen.“

Eppertshausen - „Plastiktüten voll mit altem Fleisch, überquellende Säcke mit Hausmüll, Glasscherben auf dem öffentlichen Parkplatz – für uns Bewohner, die in unmittelbarer Nähe zu den Altglascontainern wohnen, gehören solche Szenen schon seit Jahrzehnten zum Alltag. Von Thomas Meier

„So beginnt ein Hilferuf von einem leidigen Missstand geplagter und genervter Eppertshäuser. Sie intervenierten schon mehrfach, allerdings vergebens. Nun wenden sie sich in einem Offenen Brief an die Gemeinde und die Öffentlichkeit.

„Nachdem wir bereits seit Jahren erfolglos versuchen, im Dialog mit der örtlichen Regierungsfraktion eine Lösung für unser Container-Problem in der Schillerstraße, Ecke Berliner Straße, in Eppertshausen zu finden, sehen wir den Gang an die Öffentlichkeit jetzt als einzige noch verbleibende Option“, erklärt Dennis Riehl als Sprecher der Anlieger.

Dort, wo eigentlich entleerte Gläser und Weißblechdosen getrennt entsorgt (weggeworfen) werden sollten, trennen sich wohl etliche Mitbürger auch ganz gerne mal etwas von ihrem überschüssigen Hausmüll. Die Anwohner klagen: „Aus den Augen, aus dem Sinn – doch wir müssen den unschönen Anblick und den beißenden Gestank ertragen. Im Sommer lockt so etwas schnell Ungeziefer und Ratten an. Vor allem an heißen Sommertagen fault der Unrat vor sich hin, manchmal sogar tagelang. Einmal die Woche werden die Container geleert, dann wird auch der illegal entsorgte Müll mitgenommen. Doch solange müssen wir mit der Müllhalde vor unserer Tür leben oder die Gemeinde über den Unrat informieren.“

Glasscherben sind Gefahr für Kinder

Noch drastischere Ausmaße nehme die Situation an, wenn die sechs öffentlichen Parkplätze direkt neben den Containern mit Glasscherben übersät sind. Riehl: „Es ist schon vorgekommen, dass sich ein Anwohner bei Dunkelheit nichtsahnend in eine Parklücke gestellt hat und am nächsten Morgen mit einem platten Vorderreifen überrascht wurde. Selbst wer die Parkplätze meidet, ist vor dem zerborstenen Glas nicht sicher – die Container befinden sich so dicht an einigen Hauseinfahrten, dass man beim Ein- und Ausparken zwangsläufig durch die Scherben fährt.“

Doch noch eine viel größere Gefahr als für Autoreifen sind die Glasscherben für Kinder. In der Nachbarschaft des Containerplatzes leben viele von ihnen, die oft draußen spielen. „Das Verletzungsrisiko ist deutlich zu hoch“, wissen die Mütter.

Ein weiteres Problem ist die Lärmbelästigung in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen. Die unmittelbare Nähe der Container zu den umliegenden Wohnhäusern macht jeden Besuch eines Glasmüll-Entsorgers zum klirrenden Erlebniss. „Dass wir Anwohner die Geräusche dessen wahrnehmen, was innerhalb der erlaubten Einwurfzeiten weggeworfen wird, ist auch in Ordnung. Regelmäßig wird jedoch gegen diese festgelegten Zeiten verstoßen – Glas wird nachts oder sonntags ohne Rücksicht auf Nacht- und Ruhezeiten eingeworfen“, klagen die Beschwerdeführer.

Unhaltbare Zustände

Zudem ließen manche Zeitgenossenbeim Einwerfen von teilweise großen Kisten voller Glas auch gerne den Motor laufen. Im Sommer, damit das Auto kühl bleibt, und im Winter, dass es warm bleibt. Zum Klirren von Glas komme oft so auch noch der Lärm von röhrenden Diesel-Motoren und (im noch schlimmeren Fall) Musik dazu.

Hat weder etwas bei Altglas- noch bei Plastikmüll etwas zu suchen: Unrat am Containerrand.

Diverse Anfragen bei Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) hätten bisher zu keinem Ergebnis geführt. Es gebe eine Verordnung, nach der alle 500 Meter ein Satz Altglascontainer aufgestellt werden müsse, um eine Erreichbarkeit im gesamten Ort zu gewährleisten., so dessen Argumentation. Eine Verlegung der Container komme daher nicht in Frage. „Doch diese Erklärung reicht uns nicht. Jeden Morgen, wenn wir das Haus verlassen, könnte draußen eine neue unschöne Überraschung auf uns warten. Seit einigen Jahren dokumentieren wir das Szenario vor unseren Häusern auf Fotos, von denen wir einige dem Bürgermeister bereits vorgelegt haben“, sagt Riehl, der auch unserer Zeitung fotografische Belege von den unhaltbaren Zuständen zukommen ließ.

Für die Anwohner sei die Situation mit den Containern in der Schillerstraße untragbar. Sie befänden sich zu dicht an den öffentlichen Parkplätzen und vor allem zu dicht an den Wohnhäusern und Einfahrten. „Wir wünschen uns eine Verlegung der Container an einen besser geeigneten Ort, der nicht in solch unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern liegt und dennoch gut erreichbar bleibt. Wir bitten daher das Gemeindeparlament, die Wahl des Containerstandortes zu überdenken.“ So schließt der Offene Brief.

Quelle: op-online.de

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