Gewappnet für das große Abenteuer

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Bald geht es los: Gemeindebrandinspektor Herbert Müller verabschiedet seine Schützlinge Marius Murmann und Jens Kevin Kinkel.

Eppertshausen - Schon zum zweiten Mal stellt sich Marius Murmann einer besonderen Herausforderung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jens Kevin Kinkel fliegt er am kommenden Sonntag, 9. August, für 14 Tage nach Griechenland, um die dortige Feuerwehr zu unterstützen. Von Jasmin Frank

Dort warten zahlreiche Waldbrände auf die beiden jungen Männer, doch Aufregung ist ihnen nicht anzumerken. Begeistert, aber gelassen, berichten sie von dem anstehenden ungewöhnlichen Projekt: Ein Österreicher richtet in Griechenland eine freiwillige Feuerwehr nach deutschem Vorbild ein - ein wahrhaft internationales Konzept.

Und bei der Umsetzung desselben ist hiesiges Fachwissen gefragt, so dass Marius und Jens dort einiges zu tun haben werden. Die Arbeitsbedingungen in Griechenland sind schließlich völlig anders als hierzulande.

Dort gibt es nur Berufsfeuerwehren, und die sind dünn gesät. Für ein Gebiet, so groß wie unser Landkreis, stehen nur zwei Mann mit einem Auto zur Verfügung“, berichtet Marius, der seine Erfahrungen vom vergangenen Jahr an Jens weitergibt. Zwar gebe ist in dichter besiedelten Regionen mehr Einsatzkräfte, aber auch die haben alle Hände voll zu tun. „In den Sommermonaten, in denen die stärksten Waldbrände wüten, werden den Profis Saisonarbeiter zugeteilt, die keine Ahnung haben, was sie eigentlich tun sollen“, erklärt der engagierte 19-Jährige.

Technikschulung für Einheimische

Dieses System hat dem in Griechenland lebenden Österreicher Konstantin Papadopoulos gar nicht gefallen. Aus diesem Grund hat er aus eigenen Mitteln den Startschuss für eine freiwillige Feuerwehr in dem Ort Neos Voutzas bei Athen gegeben. Auf dieses ambitionierte Projekt sind Marius und ein Feuerwehrkollege im vergangenen Jahr zufällig aufmerksam geworden, als sie eigentlich im Internet nach einem Waldbrandcamp in Griechenland suchten, um sich weiterbilden zu lassen. Doch die Idee eine neue Feuerwehr aufzubauen, faszinierte die Beiden. Kurzerhand nahmen sie Kontakt zu Papadopoulos auf, der sie spontan in seinen Heimatort einlud. Dort hatten die Eppertshäuser neben Einsätzen beim Waldbrand und bei Verkehrsunfällen vor allem die Aufgabe, die einheimischen Bewohner an der Technik auszubilden.

Der rührige Österreicher hatte über Spenden schon Fahrzeuge und Ausstattung angeschafft – die fachgerechte Bedienung will jedoch erst einmal gelernt sein. Einen Schlauch auszurollen und Pumpen zu bedienen ist komplizierter, als es sich für Laien anhören mag. Ein Jahr ist seit der letzten Exkursion vergangen und die die Vorfreude auf das Wiedersehen auf beiden Seiten ist stetig angestiegen.

Der Job kann gefährlich werden

Doch das Engagement von Marius und Jens wird in ihrem Bekanntenkreis nicht überall positiv beurteilt. Beide stehen schon im Berufsleben und müssen sich extra Urlaub für die Reise nehmen, zudem haben sie sich auf eigene Kosten eine spezielle Ausrüstung für den heißen griechischen Sommer zugelegt. Bei vielen ihrer Kumpels stößt das auf Verwunderung, sie können sich nicht vorstellen, wieso die beiden Freunde nicht lieber auf Mallorca entspannen. Aber die Feuerwehrmänner sind sich einig: „Es macht richtig Spaß, dort mit den Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen wir jetzt auch befreundet sind. Und außerdem ist es ein richtiges Abenteuer.“ Denn der Job kann gefährlich werden. So wäre Marius vergangenen Sommer beinahe von einem Löschflugzeug mit 5000 Litern Wasser getroffen worden.

Doch ein bisschen Freizeit gab es auch. Nach dem Frühstück ging es ans Meer und nach Bereitschaftsdienst, Ausbildungsarbeit und Fachgesprächen gab es auch mal einen Tag frei, um die Akropolis zu bewundern. Wie sich die Unternehmung in diesem Jahr gestaltet, werden wir in drei Wochen erfahren – wenn Marius und Jens hoffentlich gesund und munter zurückgekehrt sind.

Quelle: op-online.de

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