Veranstaltung des Gewerbevereins gut angenommen

„Dem Ort angemessene Erlebnisse“

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Hier und da ließ sich Unerwartetes auf den Erlebnistagen entdecken.

Eppertshausen - Leistungsfähig und innovativ: So sieht sich der Eppertshäuser Gewerbeverein. Das soll natürlich auch nach außen getragen werden. So gibt es seit dem letzten Jahr die Erlebnistage auf dem Franz-Gruber-Platz. Von Michael Just

Unter dem Motto „Kommen-Schauen-Staunen“ soll den Bürgern aufgezeigt werden, dass sich das Einkaufen vor der eigenen Haustüre lohnt. Am Wochenende fand die zweite Neuauflage im Herzen der Gemeinde statt. Der Wahlsonntag, so hatten die Veranstalter gehofft, würde ihnen entgegenkommen.

Erst zur Wahl gehen und nach der Stimmabgabe noch über den Franz-Gruber-Platz schlendern. Diese Hoffnung wurde im Großen und Ganzen erfüllt.

Der Sonntag war erwartungsgemäß der stärkste Tag, der Samstag brachte eine mittelmäßige, aber trotzdem zufriedenstellende Resonanz. So zog Gerlinde Kronawitter, Schriftführerin und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Gewerbeverein, ein positives Resumee. „Wir haben uns Sonntagabend bei den Teilnehmern umgehört und ein überaus gutes Fazit bekommen. Jetzt sind alle müde, aber zufrieden“, so Kronawitter.

Mit 18 teilnehmenden Betrieben verzeichneten die Erlebnistage in etwa die gleiche Zahl wie 2012. Im leeren Schleckermarkt befanden sich allerdings etwas weniger Anbieter als im vergangenen Jahr. Neben Eppertshausens bekanntestem Schuhgeschäft Grimm nutzte Klaus Hacke diese Örtlichkeit, um für seinen geplanten Lebensmittelmarkt in den leerstehenden Räumen der ehemaligen Drogerie-Kette zu werben.

Mit den Henpecked Heroes gab es zum ersten Mal Live-Musik bei den Erlebnistagen.

Das Nahversorgungsgeschäft, das noch eine Vision ist, soll als Genossenschaft entstehen. Dafür werden rund 300 Eppertshäuser gesucht, die mit 150 Euro zum Teilhaber werden. Für sie verspricht Klaus Hacke eine verlockende Verzinsung von 4,5 Prozent. Am späten Samstagnachmittag war für den Bauingenieur im Ruhestand Optimismus nötig, denn von den laut eigener Aussage rund „300 benötigten Genossen“ hat er bislang gerade mal von 30 Personen eine sichere Zusage.

Besser lief es da bei den bereits bestehenden Geschäften, wie beispielsweise dem Weltladen. „Wir haben alle Waffeln und Kuchen verkauft“, bilanziert Klemens Euler. Auch das fair gehandelte Eis sowie die Kunstwerke aus der Dritten Welt seien gut angenommen worden. Trotzdem ist der Zuspruch für ihn ausbaufähig. „Letztes Jahr war mehr los. Die Neugier, die bei der Premiere 2012 da war, hat leider etwas abgenommen.“, sagt er.

Der Gewerbeverein hatte selbst ein Cocktailangebot aufgebaut. Nur mit Knopfdruck ließen sich an einer modernen Mischmaschine leckere Getränke erzeugen. Als Novum präsentierte der Gewerbeverein in diesem Jahr eine Bühne mit Live-Musik, die an beiden Tagen spielte. Am Sonntag traten zusätzlich die Line-Dancer der „Boots’n’Buckles“ aus Ober-Roden mit einem angegliederten Workshop auf.

Bei den Besuchern fiel das Echo auf das Ereignis „Erlebnistage“ gemischt aus. „Irgendwie hat man die Sache hier doch recht schnell abgearbeitet“, sagte ein junger Mann mit Blick auf das vorm Rathaus Gebotene, wo neben einem Kfz-Serviceanbieter nur ein Geschäft zur Gartengestaltung auszumachen war. Daneben fielen zwei Essstände – einer für Bratwurst sowie einer mit Äppler und Handkäs’ – ins Auge.

Die Hüpfburg und ein Streichelzoo richteten sich an den Nachwuchs im Ort. „In meinen Augen ist das zu für Kinder zu wenig“, sagte eine Mutter, die – obwohl das mittlerweile überall angeboten wird – ein Kinderschminken vermisste. Das restliche Angebot für die Erwachsenen spielte sich in den kleinen Geschäften rund um den Franz-Gruber-Platz ab, von denen einige mit interessanten Ideen aufwarteten.

„Für unser Eppertshausen ist das Angebot hier angemessen. Es geht nun mal für einen Ort dieser Größe nicht besser. Ich finde gut, dass überhaupt etwas gemacht wird“, resümierte ein 68-jähriger Gemeindebewohner, der mit seiner Frau aufmerksam schauend die Runde machte. Das Kompliment ging eindeutig an den Gewerbeverein, der sich derzeit gleich mehrere Erfolge auf die Fahnen schreiben kann:

Einmal hat er seine Mitgliederzahl auf 75 gesteigert, zum anderen war im letzten Jahr zur gleichen Zeit noch ein Leerstand von über einem halben Dutzend Geschäften am Franz-Gruber-Platz zu beklagen. Nun hat sich die Zahl halbiert. In einem Fall wird einem Vermieter unterstellt, dass er gar kein allzu großes Interesse hat, seinen Laden zu vergeben.

Quelle: op-online.de

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