Gewichtige Schlemmerei

+
Stefan Buchheim zerlegt schon seit Jahren gekonnt das knusprige Objekt der Begierde.

Eppertshausen (jas) ‐ Die Eppertshäuser feiern gerne und seien die Feste noch so klein. Eines dieser außerhalb kaum bekannten, von Einheimischen aber gerne besuchte ist das Bertapägelches-Fest.

„Der Name ist schnell erklärt“, so Mitorganisator Kurt Filipp, „hier um die Ecke gab es mal einen kleinen Lebensmittelladen, der gehörte der Berta. Und Pägelche ist ein Dialektwort und bedeutet ‚kleine Straße’. Also sind wir hier in der Gasse der Berta, deren Geschäft in Eppertshausen gut besucht war.“ Die kleine Feier, die in der Abzweigung der Friedhofstraße vonstatten ging, ist jedes Jahr das Ziel zahlreicher Einheimischer. Dabei gibt es an diesem Abend kein großes Programm, hier geht es um ein gemütliches Beisammensein bei Musik und gutem Essen.

Und dieses ist der Höhepunkt des Abends: Pünktlich um 19 Uhr wird das Spanferkel aus dem Ofen geholt und viele der Gäste sind nur wegen einer Portion der saftigen Delikatesse gekommen. Zwei starke Männer wurden benötigt, um es vom Ofen auf die Theke zu hieven. Dort standen die Besucher schon Schlange, um ein Stück kross gebackenes Schweinefleisch auf den Teller zu bekommen.

„Das Braten ist gar nicht so schwierig“, gibt Stefan Buchheim, der seit Jahren für die Zubereitung der Schlemmerei zuständig ist, zu und sagt: „Wir bekommen das Ferkel vom Metzger, von dem es nur gesalzen wurde. Dann kommt es sechs Stunden in den Spezialofen, damit ist es gut.“

Das Konzept kommt an, und die Veranstalter freut es. Doch nicht nur die: Da die Organisatoren kein Verein sind, sondern einfach die Anlieger der Friedhofstraße, kommt der Erlös von etwa 1000 Euro jedes Jahr einem guten Zweck zu Gute. „Meistens sagt uns der Bürgermeister, ob es jemanden gibt, der in besonderer Weise betroffen ist, so haben wir es schon mal für ein Kind, das im Koma lag, gespendet. Ansonsten geht das Geld an das Rote Kreuz oder andere Vereine“, erklärt Filipp.

So hat das Spanferkel einem guten Zweck gedient, und das gleiche gilt für seine zahlreichen Vorgänger, gibt es das Fest doch nun bereits seit 1981.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare