Welt der Transportbänder und Antriebsriemen

Girls-Einblicke in Habasit

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Habasit-Azubi Christopher Horch zeigte drei Mädchen zum „Girls’ Day“ unter anderem, wie Rundriemen gefertigt werden.

Eppertshausen - Im größten Unternehmen vor Ort, Habasit, hatten am Donnerstag neun Mädchen beim „Girls’ Day“ die Gelegenheit, in die Welt der Transportbänder zu schnuppern. 280 Mitarbeiter vor Ort sind noch nicht der Zenit. Von Jens Dörr

Am Wohl und Weh eines Unternehmens in der Babenhäuser Straße nimmt Eppertshausen besonders regen Anteil – daraus hat auch Bürgermeister Carsten Helfmann in der Vergangenheit nie einen Hehl gemacht. Denn die Habasit GmbH ist der größte Arbeitgeber der Gemeinde. Rund 280 Mitarbeiter beschäftigt der Hersteller von Transportbändern, Zahn-, Antriebs- und Rundriemen sowie „Modular Belts“ (Kunststoff-Bändern) derzeit – Tendenz weiter steigend. Die Suche nach neuem Personal ist für das prosperierende Unternehmen zu einer echten Herausforderung geworden; die Nachwuchsförderung wird daher immer wichtiger. Am Donnerstag durften neun Mädchen der fünften bis siebten Klasse – auch von der Münsterer Schule auf der Aue – beim „Girls Day“ in die Fertigung in den fünf Werkshallen schnuppern.

Dort wurden sie in Dreiergruppen von drei der 14 Auszubildenden unter ihre Fittiche genommen. Neun Azubis lernen ihr Handwerk derzeit in der Fertigung. „Wir bilden sie zum Technischen Konfektionär aus“, erläuterte Dr. Christoph Müller, Fertigungs- und Entwicklungsleiter für den Standort Eppertshausen. Die anderen Auszubildenden lernen im kaufmännischen Bereich. In erster Linie spielt die Musik in den Produktionshallen; hier sind rund 200 der Beschäftigten tätig. Bis 2016 wurden die Fertigungsstätten über 18 Monate hinweg saniert und modernisiert; vor einem Jahr stellte Habasit in Eppertshausen zudem auf die Unternehmenssoftware SAP um. Sie soll zur Optimierung der Abwicklung der Geschäftsprozesse vor Ort beitragen.

Diese Prozesse sehen im Kern die Beschaffung von Rohmaterialien – in der Regel Kunststoffen – aus vier Habasit-Werken in den USA, Italien, England und der Schweiz vor. Die Weiterverarbeitung erfolgt am deutschen Firmenstandort in Eppertshausen. „Wir unterscheiden in Produktions- sowie in Fertigungs- und Verkaufseinheiten“, sagte Müller. In den Produktionseinheiten erfolgt die Herstellung der Rohmaterialien, die anschließend in den Verkaufseinheiten zu kundenfertigen Endprodukten weiterverarbeitet werden. Dies können etwa Transportbänder für die Supermarktkasse oder die Gepäckbeförderung am Flughafen sein, natürlich auch Bänder in der Industrieproduktion.

In Eppertshausen selbst läuft wenig vom Band: „Wir müssen sehr schnell, qualitativ hochwertig und vor allem für jeden Kunden individuell fertigen“, stellte Müller heraus. Einzellösungen statt Massenfertigung laute die Aufgabe. Was einerseits die Vielseitigkeit der Produktpalette ins beinahe Endlose wachsen lässt – vom kleinen Zahnriemen, den Habasit in einem Kuvert verschicken kann, bis hin zu 200 Meter langen und drei Meter breiten Förderbändern für die Holzverarbeitung. Laut Habasit-Website erzielte allein die deutsche GmbH des Konzerns zuletzt einen Jahresumsatz von 64 Millionen Euro.

Andererseits erfordert die individuelle Fertigung auch eine ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Während in anderen Regionen des Globus’ allerdings ein Heer an Arbeitskräften zur Verfügung steht, ist das im Rhein-Main-Gebiet zumindest derzeit anders. Deshalb stellt Habasit für die Fertigung in Eppertshausen gerne auch Quereinsteiger ein. „Neue Mitarbeiter sollten natürlich nicht nur motiviert sein, sondern auch über technisches Verständnis verfügen“, so Müller. Dann stehe einem Job bei Habasit wenig im Weg. Denn personell sei man noch nicht am Zenit angelangt: „Wir sind am Wachsen und suchen ständig neue Mitarbeiter“, betonte Müller.

Quelle: op-online.de

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