Neubürger füllen Kassen und Kitas

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Grenzgänger: Rund 50 Bürger machten sich auf Einladung der Gemeinde Eppertshausen zur Erkundung ihrer Gemarkung auf.

Eppertshausen - Es gab Zeiten, da zählte der Eppertshäuser Grenzgang über 500 Mitläufer. Am Sonntagnachmittag war die Zahl mit 50 etwas bescheidener. Von Michael Just

Der erste Schnee des Jahres in der Nacht zuvor blieb zwar nur kurz liegen, trotzdem schien er viele davon abzuhalten, festes Schuhwerk überzuziehen und ein paar Kilometer in der Gemeinschaft abzureißen.

Dabei hatten die Organisatoren, allen voran Dieter Hüllmandel vom Hauptamt des Rathauses, wie gewohnt viel Mühe in die Planung gesteckt. Herausgekommen war eine Strecke, die sich sieben Kilometer durch die nördliche Gemarkung zog. Zum Teil überschritt man auch die Grenzen zum „benachbarten Ausland“, dem Rodgau oder Rödermark. Vom Kinderspielplatz im Eichstumpf aus ging’s los. Nach der Abtei-, Grenz- und Seligenstädter Schneise folgte eine Rast bei der Schutzhütte „Abtei“ des OWK. Nach der Überquerung der B 45 zur Gemarkung Ober-Roden schritt die Gruppe zur Unterführung „Am kleinen Wäldchen“. Die Bürgerhalle bildete mit Einkehr die letzte Station. Unterwegs waren Möglichkeiten zur Abkürzung gegeben – wegen unerwartetem Wintereinbruch, oder, wie Dieter Hüllmandel scherzte, falls doch die Sonne mal scheine und Sonnenbrillen vermisst würden.

Fortschritte am Baugebiet Eichstumpf

Auch ohne Sehhilfen ließen sich im Baugebiet Eichstumpf die Fortschritte erkennen, auf die Bürgermeister Carsten Helfmann nach seiner Begrüßung einging. „Alle 53 gemeindeeigenen Bauplätze sind bereits verkauft. Mit dem vorherigen Baugebiet Bayerswiese hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde um 150 Personen vergrößert“, berichtete der Rathauschef.

Eine weitere Folge: Eppertshausen hat die markante Zahl von 6 000 Einwohnern geknackt und sich laut Helfmann damit gegen den demographischen Wandel gestellt. Die neue Einwohnerzahl bedingte allerdings, dass der Kindergarten habe um zwei neue Gruppen aufgestockt werden müssen. Im Gegenzug sichert das die zukünftige Jahrgangsbreite mit drei Grundschulklassen an der Stephan-Gruber-Schule.

Auch in der Stadtkasse machen sich die Neubürger durch einen Anstieg der Einkommenssteuer bemerkbar. Gelder, die laut Gemeindevorstand die Sicherung der lokalen Infrastruktur gewährleisteten.

Habitat-Bäume im Zuständigkeitsbereich

Unterwegs erinnerte Helfmann an die Initiatorenrolle der Gemeinde beim Methusalem-Projekt. Hier können Firmen und Naturliebhaber Patenschaften für einen Betrag von 500 Euro für Habitat-Bäume im Zuständigkeitsbereich des Dieburger Forstamtes übernehmen. Habitat-Bäume sind sehr alte Pflanzen, die nicht gefällt werden, weil sie durch ihre Höhlen Lebensraum für Vögel und Insekten bieten. 13 Kommunen sind bereits dabei, der Reinerlös der Patenschaften ist für Naturschutzprojekte bestimmt.

Der Grenzgang 2012 war bereits der 38. seiner Art. Dass der mittlerweile im Dezember liegt, hängt mit der Abschaffung des Buß- und Bettages zusammen, an dem früher immer die Grenzen abgelaufen wurden. Der spätere Termin bescherte in den letzten Jahren zahlreiche Anekdoten zum Wetter. So war es einmal so kalt, dass das Wasser auf der Spüle neben der Feldküche einfror.

Der jüngste Grenzgang klang in der Bürgerhalle aus. Dort wartete ein leckerer Gulasch mit Nudeln, den der DRK-Küchenzug zubereitet hatte. Durch die überschaubare Teilnehmerzahl ging keiner mit einem Hungergefühl nach Hause. Im Gegenteil: Ein zweiter und auch ein dritter Nachschlag erwiesen sich als das kleinste Problem.

Quelle: op-online.de

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