Park 45 wahrer Anziehungsmagnet

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Rund 100 Bürger beteiligten sich am Grenzgang in Eppertshausen. Sie bekamen eine überwiegend positive Entwicklungsbilanz präsentiert.

Eppertshausen - Wenn sich, wie im Fall von Münster und Eppertshausen, zwei Gemeinden hervorragend verstehen, lässt sich stets gut scherzen. Von Michael Just

„Der Münsterer Feldschütz ist informiert, dass er nicht auf uns anlegt“, und: „Es wird keine feindliche Übernahme stattfinden!“, witzelten sowohl Bürgermeister Carsten Helfmann als auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Eder, vor dem jüngsten Grenzgang.

Bei der 37. Neuauflage erfolgte der Start am Park 45. Nach dem Passieren der Brücke über die Bundesstraße hielten sich die Wanderer links Richtung Münster. An der Straße zur Muna beziehungsweise nach Breitefeld stand ein kurzer Zwischenstopp an, bei dem Dieter Hüllmandel und Volker Murmann alkoholfreie Getränke oder auf Wunsch einen Kräuterlikör ausschenkten. Danach ging´s auf der anderen Seite der B 45 schon wieder Richtung Heimat. Von da an konnte man sich langsam auf den leckeren Eintopf im Feuerwehrhaus freuen, den das DRK vorbereitet hatte.

Für die rund vier Kilometer hatten rund 100 Mitwanderer festes Schuhwerk geschnürt. „Wir hatten auch schon Teilnahmen jenseits der 300“, wusste Eder und rief den Buß- und Bettag in Erinnerung, auf dem früher der Grenzgang lag. Nach dessen Abschaffung rückte der erste Advent in den Mittelpunkt, zuerst der Samstag und dann der Sonntag.

Die jüngste Veranstaltung passte in die Jahreszeit: Die Informationen von offizieller Seite waren überschaubar, ruhigen Schrittes und mit leisen Gesprächen liefen die Grenzgänger durch die spätherbstliche Landschaft. Nur zweimal ergriff Bürgermeister Carsten Helfmann in den rund zwei Stunden das Wort: Zu Beginn am Park 45 und beim Zwischenstopp. Bei einem kühlen Lüftchen und nicht wenigen Autofahrern, die die große Menschenmasse auf der Brücke mit einem freudigen Hupen quittierten, führte er zum Eppertshäuser Vorzeige-Gewerbegebiet aus, dass mittlerweile 17 Grundstücke und damit rund 120 000 Quadratmeter bereits verkauft sind. Das entspreche einem Vermarktungsgrad von 74 Prozent. „Damit hat zu Beginn keiner gerechnet“, so der Verwaltungschef.

Einst habe man sich vorgenommen, innerhalb der ersten zehn Jahre (bis 2016) mindestens 40 Prozent zu verkaufen. Jetzt seien in der Hälfte der Zeit nur noch 43 000 Quadratmeter an den Mann zu bringen. Diesen Erfolg führt er auf die gute Infrastruktur und die Nähe zur B 45 zurück, auf der sich täglich 28 000 Fahrzeuge bewegen.

Auch wenn der Park floriert, erweist sich nicht alles als Zuckerschlecken, wie das ehemalige Gelände des Straßenbauunternehmens Eisner zeigt. Nach dessen Erwerb durch die Gemeinde entstehen durch die bereits angelaufenen Abrissmaßnahmen Kosten von rund 400.000 Euro. Da man Verunreinigungen im Bodenbereich befürchtet, sind für dessen Beseitigung nochmal 200.000 Euro angesetzt. Im Rathaus sehen die Verantwortlichen die Sache dennoch positiv, da die Fläche schon vor dem Abschluss der Arbeiten im März oder April an einen Getriebemotoren-Hersteller aus dem Rodgau verkauft wurde. Dazu wird vielleicht die gleiche Firma, die bald das neue Zentrallager für Tupperware errichtet, auch für den Motorenhersteller bauen. Das wäre besonders rationell, wenn man nur die Kräne auf die andere Straßenseite verfrachten müsste. Hierzu stehen diese Woche Gespräche an.

Zur neuen Bürgerhalle informierte Helfmann, dass deren Eröffnung wie geplant am 14. Januar bevorsteht. Die Folgen des zweimaligen Wasserschadens - einmal durch ein offenes Heizkörperventil und zum anderen durch eine unachtsame Beschädigung der Fußbodenheizung - seien fast behoben. Diese Woche sei der Estrich abgetrocknet. Für die zahlreichen Eröffnungsveranstaltungen der Bürgerhalle rief der Bürgermeister zu einer breiten Beteiligung auf: So könne ein Teil der Eppertshäuser bei der offiziellen Einweihung (14.) dabei sein. Tags drauf wird sich ein ökumenischer Gottesdienst mit einem Tag der offenen Tür anschließen. Ebenfalls zu den Eröffnungsfeierlichkeiten wird das Konzert am 20. Januar und der „Abend der Vereine“ einen Tag später gehören. Wie eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung aussieht, machte Karl Konietschke deutlich: Mit 91 Jahren war er der älteste Teilnehmer beim Grenzgang.

Quelle: op-online.de

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