Rekordbesuch auf Bürgerversammlung

Größtes Interesse gilt Nachwuchs

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Bestens besucht war die Bürgerversammlung im kleinen Saal der neuen Eppertshäuser Halle.

Eppertshausen - Bevor die Bürgerversammlung im kleinen Saal der Bürgerhalle beginnen konnte, mussten dienstbare Geister der Verwaltung zunächst einmal weitere Stühle herbeiholen, denn die 100 gestellten Sitzplätze reichten nicht ob des Andrangs. Von Thomas Meier

Vor allem die Situation der Kinderbetreuung im Ort sowie die zukünftigen Geschicke rund um den Franz-Gruber-Platz waren die beiden Themen, die viele Familien, aber auch Gewerbetreibende lockten. Die Erweiterung des Friedhofs war schnell abgehakt, ein Grundsatzreferat über das Genossenschaftswesen rief ebenfalls keine Fragen hervor.

Knapp drei Stunden währte die Versammlung, wobei rund 45 Minuten auf die Vorstellung eines Nahversorgungskonzeptes durch Klaus Hacke entfielen, die an den offiziellen Teil angehängt worden war (extra Bericht auf dieser Seite).

Rainer Eder gab sich als Vorsitzender der Gemeindevertretung sehr erfreut über die starke Resonanz, waren zur vergangenen Bürgerversammlung doch nur gerade einmal vier Zuhörer erschienen. Und als Bürgermeister Carsten Helfmann über die Kinderbetreuung referierte, wurde schnell klar, warum dies so war: Bereits zur Bürgersprechstunde im Anschluss an eine Gemeindevertretersitzung im August fanden sich etliche junge Eltern ein, um Kritik an den jüngsten vom Parlament beschlossenen Teuerungen zu den Hort- und Kindergartenbeiträgen zu äußern.

Unpopuläre Maßnahmen

So war Helfmann bemüht, die Sachzwänge aufzuzeigen, die zu den unpopulären Maßnahmen gezwungen hätten. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre hatte Eppertshausen 52 Kinder pro Jahrgang zu verzeichnen. In diesem Jahr wurden allerdings nur 36 eingeschult. Grund zur Freude an der Stephan-Gruber-Schule, die zwei kleine Klassen bilden durfte, aber auch für Engpässe an anderer Stelle.

Helfmann hatte alle Zahlen Eppertshäuser Kinderbetreuung präsent. Anhand von Schaubildern verdeutlichte er, wie viele Kinder in den beiden Kitas – der kommunalen „Sonnenschein“ und der katholischen von St. Sebastian – als U- oder Ü3, im Hort oder als Regelkinder betreut werden, welche Abdeckungsgrade erwünscht und welche erzielt sind, wo wann welcher Bedarf herrscht, wo es mangelt und wo noch Kapazitäten frei sind. Doch gerade bei Unter- oder Oberdeckung warnte der Verwaltungschef: „Diese Zahlen können sich ständig ändern, sind wegen An- und Abmeldungen immer in Bewegung.“

Für die 95 Plätze im Sonnenschein (plus zehn für Unter-Dreijährige) und die 100 Regelplätze in St. Sebastian (plus zehn U3 und 20 Hortplätze) zahlte die Gemeinde Eppertshausen im vergangenen Jahr (2012) laut Bürgermeister einen Zuschuss von 834.000 Euro. Zehn Jahre zuvor waren es „nur“ 413.000 Euro. Und auch nach der neuen Gebührensatzung seien die Plätze noch stark subventioniert, so der Amtschef.

Kritische Zuhörer

Er rechnete vor, das heute Eltern für eine Vormittagsbetreuung (7.30 bis 12.30 Uhr) 105 Euro pro Monat zahlten, vorher seien es zehn Euro weniger gewesen. Und U3-Plätze kosteten für den gleichen Zeitraum 175 Euro. Er rechnete ebenfalls vor, dass für eine Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr plus Essenszuschuss 610 Euro im Monat anfallen.

„Viele denken, dann kann ich auch zuhause bleiben“, sagte Helfmann, mehrere Einzelbeispiele vorrechnend. So zog er einen fiktiven Bauhofmitarbeiter heran, der bei einem Bruttogehalt von 2448 Euro und zwei Kindern (zwei und fünf Jahre) die Kitagebühren bei entsprechender Antragsstellung komplett vom Kreis bezahlt bekomme. „Stellen Sie Anträge auf Unterstützung. Wir helfen Ihnen dabei“, lautete seine mehrfache Aufforderung.

Gleichwohl hatte sich Helfmann mit kritischen Zuhörern auseinanderzusetzen. Auch, das andernorts für die Kinderbetreuung Eltern weniger ausgeben müssten, musste er stehen lassen. Andere Modelle einer Familienfreundlichkeit müsse man auch hinterfragen, sagte Helfmann, in den parlamentarischen Gremien werde man die Sache weiter verfolgen.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Woran man intensiv in der Gemeinde arbeite, sei eine Verbesserung bei der Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung. Ideal sei, wenn in der Kommune dabei alle an einem Strang zögen – Eltern, Kitas, Schule, Kreis und Gemeinde. 100 Betreuungsplätze sollten Abdeckung für 240 Grundschüler sein. Für eine Konzepterstellung sei als erster Termin der Beteiligten der 8. Oktober ins Auge gefasst worden, bis Januar/Februar solle das Planwerk stehen, sagte der Bürgermeister.

Quelle: op-online.de

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