Für Gründung der Jugendwehr direkt Eltern angesprochen

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Zum 25-jährigen Jubiläum waren alle bisherigen Jugendwarte erschienen.

Eppertshausen - Mit 25 Jahren zählt ein Mensch im Allgemeinen nicht mehr als jugendlich, sondern als erwachsen, anders ist es bei Vereinen: Während es die Freiwillige Feuerwehr Eppertshausen seit 113 Jahren gibt, wurde ihre Jugendabteilung in diesem Jahr gerade erst 25 Jahre alt und ist im Vergleich dazu also fast noch ein Küken. Von Jasmin Frank

Jugendlich und locker ging es deshalb auch auf dem Familienabend der Brandschützer am Samstag zu, der von der Jugendfeuerwehr, insbesondere von Marius Murmann und Michael Euler, organisiert worden war. Ein frisches Programm sorgte dabei für die Unterhaltung der Gäste. So begeisterten das FVCA-Damenballett und die Showturner des TAV das Publikum, das zudem noch von „Magic Alex“ verzaubert wurde. Auch Ehrungen fehlten nicht: Rudi Scharf wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein geehrt und erhielt dafür das silberne Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes, für 25 Jahre Dienst in der Einsatzabteilung wurde Carsten Helfmann und André Kreher das silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande übergeben. Die beiden waren es auch, die an diesem Abend als einzige Zeitzeugen aus der ersten Kindergruppe der Jugendfeuerwehr vor Ort waren. „Als die Feuerwehr beschlossen hatte, eine Jugendabteilung zu gründen, sind Volker Murmann und Herbert Müller persönlich zu Eppertshäuser Familien gegangen, die Kinder im entsprechenden Alter hatten. Unsere Eltern sind auch angesprochen worden, und wir waren sofort begeistert“, erinnert sich Helfmann.

Insbesondere dem ersten Jugendwart, John Wesley Lewis, ist es anzurechnen, dass die anfängliche Begeisterung erhalten blieb und die Jungen in der Wehr verweilten. „Wesley war ein strenger, aber herzlicher Jugendwart, den wir alle wegen seines Feingefühls sehr mochten, der aber auch eine Respektsperson und Autorität darstellte. Er hat uns maßgeblich geprägt“, erzählt Kreher, und Helfmann schmunzelt: „Wir mussten immer Trockenübungen machen, was bedeutete, dass wir alle Schläuche anschließen und alle Vorkehrungen treffen mussten, aber dann kein Wasser eingesetzt wurde. Erst wenn wir die Übungen mehrfach gut absolviert hatten, durften wir auch mit richtigem Wasser löschen.“ Der Jugendwart, der mittlerweile nach Dietzenbach verzogen ist, erinnert sich gut an die Zeiten in der neu aufzubauenden Jugendabteilung: „Wir mussten bei Null beginnen und hatten noch gar keine Schutzkleidung. Auch den Jugendraum haben wir selbst eingerichtet und die erste Stunde hatte damit angefangen, dass ich den Kindern die verschiedenen Gerätschaften gezeigt habe, denn die Technik bei der Feuerwehr ist etwas, das die Jugend begeistert.“ Stolz ist Lewis vor allen Dingen darauf, dass drei der 20 Jungs, die bei ihm angefangen haben, noch immer als aktive Feuerwehrmänner in Eppertshausen im Dienst sind. Viel hat sich seitdem geändert, doch einiges ist auch geblieben, weiß der derzeitige Jugendwart, Michael Euler: „Von John Wesley Lewis wurde das System eingeführt, die Gruppenstunden in einem 14-tägigen Wechsel zu gestalten, so dass einmal Unterricht oder Übungen anstehen und einmal etwas Geselliges wie kegeln oder Minigolf unternommen wird. Das hat sich bis heute so erhalten.“

Geändert haben sich der technische Stand der Ausrüstung und die engere Einbindung in den Bezirk. Zudem werden heute auch vielseitiger Übungen gemacht, gerade erst stand eine Großübung mit anderen Jugendwehren aus den Nachbarkommunen auf dem Programm und eines war dabei sichergestellt: Die Jungen und Mädchen saßen nicht auf dem Trockenen, sondern löschten im Park 45 tatsächlich mit Wasser.

Quelle: op-online.de

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