Häusliche Versorgung nimmt zu

+
Stefanie Steinfeld stellte auf der Pflegekonferenz des Ostkreises das Projekt „Betreutes Wohnen daheim“ vor.

Eppertshausen - Das Mehrgenerationenhaus in Groß-Zimmern, der Pflegestützpunkt in Dieburg und die Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt waren Themen der Pflegekonferenz in der Bürgerhalle Eppertshausen. Von Ulrike Bernauer

Gekommen waren Seniorenbeiräte aus dem Ostteil des Landkreises, aber auch viele Frauen und Männer, die beruflich mit dem Thema Senioren oder Pflege zu tun haben.

In das zweite Aktionsprogramm des Bundes ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) Groß-Zimmern mittlerweile aufgenommen worden, wie Projektleiterin Angelika Seidler berichtete. Schwerpunkte für die bundesweit 450 MGH’s sind die Themen Alter und Pflege, Integration und Bildung, haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Freiwilligenarbeit. Für die 23 Kommunen des Ostkreises soll das MGH in Groß-Zimmern auch weiterhin Impulsgeber sein.

500 Erstberatungen seit Juli 2011

Das Haus, das Raum für alle Generationen bietet, um nachhaltige intergenerative Projekte zu entwickeln, hat sich beständig weiterentwickelt. Zum Demenzservicezentrum, das neben Schulungen für Angehörige auch niederschwellige Angebote für Demenzkranke, wie beispielsweise das Tanzcafé anbietet, ist im vergangenen Jahr auch noch ein Impulscafé 50 Plus für Langzeitarbeitslose hinzugekommen. Bald wird das MGH ein Modellvorhaben in einer kommunalen Kindertagesstätte zum Thema Integration und Bildung von Migrantenfamilien im Vorschulbereich starten.

Über die knapp einjährige Arbeit des Pflegestützpunktes in Dieburg berichtete Fatma Yilmaz. 500 Erstberatungen wurden im Pflegestützpunkt seit Juli 2011 durchgeführt, an die sich meist noch weitere Termine anschlossen. „Der Bedarf an neutraler Beratung ist groß“, erklärte Yilmaz, „aber auch der Bedarf an Hausbesuchen.“ Auch der Pflegestützpunkt will sich künftig mehr um Senioren mit Migrationshintergrund kümmern, mit dem Demenzservicezentrum will man ein Projekt in Babenhausen für türkisch-stämmige Menschen etablieren. Yilmaz beklagte, dass die Kooperation mit den Hausärzten noch nicht zufrieden stellend verlaufe, auch der Bekanntheitsgrad des Pflegestützpunktes müsste noch größer werden.

Verstärkte Nachfrage

Stefanie Steinfeld stellte das Projekt „Betreutes Wohnen Daheim“ der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt vor. Ziel ist der Erhalt oder die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen durch Maßnahmen zum Verbleib in der gewohnten Umgebung, aber auch eine Entlastung der Angehörigen. Aktuell nehmen zwölf Menschen an dem Projekt teil. „Wir hatten gedacht, dass der Zuspruch größer ist“, so Steinfeld, „nachgefragt haben die Dienstleistung meist Angehörige von Senioren, die weiter weg wohnen.“ Zu einem Grundservice für 50 Euro monatlich, der einen Hausbesuch mit Beratung, einen Notruf, eine dreitägige Grundpflege im Jahr bei einer Erkrankung, sowie weitere Beratungen beinhaltet, können noch zahlreiche andere Zusatz- und Wahlleistungen, wie ambulante Pflege oder hauswirtschaftliche Versorgung gebucht werden.

Einig waren sich die Teilnehmer der Konferenz, dass solche Angebote in Zukunft verstärkt nachgefragt werden, aber auch andere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Dazu könnten neue Wohnformen gehören, wie selbstorganisierte Projekte, in denen sich Menschen freiwillig zusammenschließen.

Quelle: op-online.de

Kommentare