Klemens Euler feiert 50. Geburtstags

Halbes Leben im Eine-Welt-Verein

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Das Weltladen-Team vor dem einstigen Geschäft in der Hauptstraße. Hinten 4. v. l.: Klemens Euler. In der mittleren Reihe 2. v. r. Josef „Peppi“ Spielvogel, der einst die Ladentheke fürs Haus Sebastian schreinerte, aus der heraus erstmals fair gehandelter Kaffee und Tee verkauft wurde. Vorn links Petra Herd, vorn rechts Charles Ross.

Eppertshausen - Zwei Jubiläen fallen aufeinander: Klemens Euler wird 50 und seit 25 Jahren gibt es den Eine-Welt-Verein im Ort. Von Jens Dörr 

Eins vorweg: Fair gehandelte Produkte werden in Eppertshausen schon länger als seit einem Vierteljahrhundert verkauft, wie die nachfolgenden Zeilen noch erläutern werden. In organisierter Form allerdings, konkret unter dem Dach des Eine-Welt-Vereins, sind es nun genau 25 Jahre, dass der faire Handel Eppertshausen bereichert und in ganz unterschiedlichen Regionen der Erde seinen Beitrag für gute und auskömmliche Arbeitsbedingungen leistet.

Das Vereinsjubiläum fällt in diesen Tagen mit dem runden Geburtstag seines wichtigsten Machers zusammen: Am Montag (29. Mai) wurde Klemens Euler 50 Jahre alt. Er ist nicht nur Gründungsmitglied des Eine-Welt-Vereins, sondern seit dessen Anfängen auch der Vorsitzende. Sein halbes Leben lang, zweieinhalb Jahrzehnte, sei Euler die treibende Kraft rund um Vereinsarbeit und insbesondere dessen wichtigstem Instrument, dem Weltladen – so äußern sich langjährige Wegbegleiter des Eppertshäusers. „Klemens hat das bis heute über viele, viele Stunden hinweg genial gemanagt“, sagt etwa Charles Ross, der gemeinsam mit seiner Frau Annette seit der Gründung des Eine-Welt-Vereins mit von der Partie ist.

Im Grunde sogar noch länger: Ross berichtet von den Vorläufern des fairen Handels in der Gemeinde, als zunächst im Haus Sebastian aus einer von Josef „Peppi“ und Erna Spielvogel geschreinerten Ladentheke heraus fair gehandelter Kaffee und Tee verkauft wurde. „Irgendwann habe ich mal zu Klemens gesagt, dass wir mehr verkaufen könnten“, blickt Ross zurück. „Zwei Sekunden später sagte er: Wir gründen einen Verein.“ Nach dessen Taufe warf der damalige Mittzwanziger Euler seinen Hut für den Vorsitz in den Ring. Und sollte das Amt bis heute nicht nur behalten, sondern auch kontinuierlich mit Leben füllen.

So begleiteten Euler und seine Mitstreiter die großen Schritte des Vereins bis hin zum heutigen, stattlichen Sortiment im Geschäft am Franz-Gruber-Platz. Ein Jahr nach der Vereinsgründung (1992) eröffnete 1993 der Eppertshäuser Weltladen – zunächst an der Hauptstraße. Die Kirche habe damals mit einem Darlehen geholfen, das man recht schnell habe zurückzahlen können, erinnert sich Ross. „Die Ladeneröffnung ging mit einer gewissen kaufmännischen Risikobereitschaft einher. Glücklicherweise fand sich in der entsprechenden Abstimmung dafür eine Mehrheit, auch wenn wir auf dem Weg zu einem großen Laden vielleicht den ein oder anderen Helfer verloren haben.“

Nicht verloren gingen neben Euler Dutzende andere Vereinsmitglieder und vor allem aktive Helfer, die die erste Entwicklung an der Hauptstraße miterlebten – und 1998 schließlich auch den Umzug an den Franz-Gruber-Platz. Dort teilen sich heute 30 Personen die Dienste, unter ihnen Euler, Ross und 28 Frauen. Eine von ihnen, auch verantwortlich für die Erstellung der Dienstpläne, ist Petra Herd. Sie registrierte wie ihre Mitstreiterinnen ein über die Jahre hinweg verfeinertes Sortiment fair gehandelter Produkte, die Flankierung des Eppertshäuser Weltladens durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, die zunehmende Zusammenarbeit mit Veranstaltern regionaler Feste und auch einige Auszeichnungen, etwa das Siegel der World Fair Trade Organisation 2014.

Bis heute gelingt es dem Eppertshäuser Verein trotz anderer Weltläden im größeren Dieburg, Babenhausen und Groß-Umstadt, sein eigenes Geschäft zu tragen und sein Angebot, von dem Menschen in vielen tausend Kilometern Entfernung profitieren, aufrecht zu erhalten. Ab und zu gelinge es ihr zwar nicht, gerade kurzfristig entstandene Lücken im Dienstplan zu schließen, sagt Herd, weshalb neue ehrenamtliche Helfer für eine der Zwei-Stunden-Schichten am Vor- oder Nachmittag stets gern gesehen seien. Im Großen und Ganzen funktioniere der Weltladen aber gut, stellte auch Klemens Euler jüngst selbst wieder heraus.

Und hat daran einen massiven persönlichen Anteil, wie auch Petra Herd betont. Euler habe über all die Jahre nicht nur sehr aufmerksam geschaut, was sich auf dem Fairtrade-Markt tut und wie man das eigene Sortiment optimieren kann. Er gehe auch in seiner ganzen Art auf jeden im Team sehr wertschätzend ein.

Quelle: op-online.de

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