Von der Halle bis zur Ortsgrenze

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Die Wanderer freuten sich über eine Stärkung an der Hergershäuser Grenzschneise.

Eppertshausen ‐ Kalt war es, doch davon ließen sich die etwa 85 Bürger nicht abschrecken, als es darum ging, der Einladung der Gemeinde zum alljährlichen Grenzgang zu folgen. Von Jasmin Frank

Los ging es an der Baustelle zur neuen Bürgerhalle, an der Bürgermeister Carsten Helfmann die Wanderer begrüßte und sie über das Großprojekt informierte. „Die Größe der Halle selbst bleibt gegenüber unserer alten gleich, auch hier stehen 405 Quadratmeter zur Verfügung. Schön ist aber, dass die neue Küche etwa drei Mal so groß sein wird als die alte, was jeden, der schon einmal in der derzeitigen Enge mit einem größeren Team arbeiten musste, freuen wird. Zudem wird sie in Spül- und Kochküche unterteilt sein“, erläuterte Helfmann.

Die Kücheneinrichtung wird aus der Mehrzweckhalle übernommen, wie überhaupt geplant ist, alle Dinge, die aus dem Altbau noch genutzt werden können, mit in die in die neue Bürgerhalle zu überstellen. Was übrig bleibt, soll dann an die Vereine gehen, wofür diese schon vorab eine Wunschliste erstellen konnten. Neu ist, dass es neben dem großen Saal noch einen weiteren, kleineren Saal geben wird, der nicht nur für Vereine, sondern auch für private Feiern genutzt werden kann. Die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten ist für Januar 2012 vorgesehen.

Die Grenzgänger lauschten interessiert den Ausführungen, denn die meisten waren gekommen, um sich auch den aktuellen Stand in ihrer Gemeinde zu bringen. Doch für manch einen, der nicht mehr in Eppertshausen wohnt, war der Grenzgang auch Anlass, den ehemaligen Lebensmittelpunkt mal wieder zu besuchen. „Ich lebe jetzt in Dieburg, aber ich genieße die Wanderung hier jedes Jahr, denn die Gesellschaft ist sehr nett. Ich kenne mich hier noch gut aus, auch wenn sich Eppertshausen sehr verändert hat. Heimat ist eben Heimat“, befindet Veronika Klonczynski, die gemeinsam mit ihrer Betreuerin von der Lebenshilfe Dieburg mit von der Partie ist.

Auf dem Weg entlang des Sportzentrums in Richtung Wald nutzten etliche Mitwanderer die Gelegenheit, ihrem Rathauschef Fragen zu stellen. „Warum gibt es eigentlich vor der Schule keinen Bürgersteig für die Kinder? Ist das nicht gefährlich?“, wollten einige wissen. Doch Helfmann konnte eine beruhigende Auskunft erteilen: „Es handelt sich ja um einen verkehrsberuhigten Bereich, der auch durch Fahrbahnschwellen gesichert ist. So können die Kinder ohne Gefahr auf den gegenüberliegenden Gehsteig wechseln.“

Durch die kurzweiligen Gespräche verging die Zeit für die Eppertshäuser Wanderer wie im Flug und schnell war die kleine Raststelle an der Hergershäuser Grenzschneise erreicht, wo Gemeindemitarbeiter mit Getränken für eine Erfrischung sorgten und Revierförster Lothar Seipp über seinen Forst informierte. „Wir bewirtschaften diesen Wald hier nachhaltig, was bedeutet, dass wir nicht mehr entnehmen, als nachwächst. Das heißt, dass wir einen Zuwachs von acht Festmetern pro Jahr und Hektar haben und einen Einschlag von etwa fünf Festmetern“, so der Fachmann.

Die Wanderer lauschten gespannt seinen Ausführungen über den Wald, der vor Ort hauptsächlich aus Kiefern, Buchen und Eichen besteht und nahmen auch meteorologische Daten gerne zur Kenntnis. „Wir haben hier in Eppertshausen eine Jahresdurchschnittstemperatur von 9 Grad Celsius und einen Jahresniederschlag von 650 Millilitern“, so Seipp. Nach diesen Informationen ging es entspannt zurück nach Eppertshausen, wo im Feuerwehrgerätehaus ein vom DRK zubereiteter deftiger Eintopf auf die Wanderer wartete, der sie nach dem Spaziergang an der kalten Winterluft wieder schön aufwärmte.

Quelle: op-online.de

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