„Halloween Nights“

Im Dienst des Grauens an der Thomashütte 

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Horror-Queen Mareike Biek am Thomashütten-Schminktisch bei ihrem grusligen Werk als Make-up-Artistin.

Eppertshausen - Bevor der Schreckliche Alex am Halloweenabend das erste Mal dem Donnergott Thor gleich seinen schweren Eichenknüppel auf den Boden schlug, um am Waldrand die ersten (noch) Unerschrockenen über die Feuerschwelle auf den Horror-Parcours zu schicken, war an der Thomashütte „Backstage“ schon Stunden zuvor die Hölle los. Von Thomas Meier

Im Schlachthaus rumorte nicht nur die Kettensäge an echten Knochen, die es vor dem grusligen Rundgang auszulegen galt. Vor allem im Kelterhaus spritzte das Kunstblut gleich literweise. Die Halloween-Nacht wollte von Dutzenden Mitarbeitern bestens vorbereitet sein. .

Gleich vorab: Diejenigen, die sich zur Premiere auf den Höllentrip durch Gruselwald, Schlachterkabinett und Horror-Scheune trauten, um ins schrecklich schöne Palastzelt zur zirzensischen Schau zu gelangen, hatten ihren Spaß satt. Sie wurden mit gespenstischen Eindrücken und einer exzellenten Zirkusunterhaltung maskierter Art belohnt. Doch waren es viel zu wenige Beherzte, die sich auf den geisterhaften Weg machten.

Lohn der Horrormühen

Der Hauptinitiator, Regisseur, Stuntman und Artist Alex Ramien wurde zunächst schon ein wenig blasser hinter seiner Gruselmaske ob des ausbleibenden Besucheransturms. Erst als in der Zirkusarena die knapp 300 Zuschauer den Lohn der Horrormühen mit frenetischem Applaus belohnte, strahlte der Cheferschrecker wieder: There’s No Business Like Gruselbusiness.

Dass das Konzept beim Publikum den Nerv traf, lag nicht zuletzt an der Umsetzung durch jeden Einzelnen. Darf man von einem Artisten erwarten, stets in der Manege sein Bestes zu geben, so ist dies beim „Fußvolk“ nicht unbedingt vorauszusetzen. Doch bis ins letzte Glied standen alle Akteure im Dienste des Grauens stramm.

Gecastete Truppe als Erschrecker

Sie gibt den schicksten Vamp des Abends am Trapez.

Da hatte sich beispielsweise die gecastete Truppe als Erschrecker ins Kostümzeug gelegt, das es eine wahre Pracht war. Sie übertraf die Erwartungen Ramiens, der schon streng über seine angeheuerten Monster-Dominas und deren Sklaven wachte.

Da war die Videotheken-Betreiberin aus Frankfurt als Untote angereist. Blutüberströmt und mit herunterhängendem Auge hollywoodreif drapiert, freute sie sich wie ein kleines Kind auf ihren Auftritt: „Wir wollen das. Wir brauchen das“, erklärte sie hinterm blutigen Mund, durch den gerade eine Kettensäge gerattert schien. Zwei Schwestern aus Darmstadt, eine noch Schülerin, die andere auch Schwester im Krankenhaus, haben eine brutale Nummer zum Outfit einstudiert. dazu massakrierten sie gar ihre Zweitteddys, denn im Wald wollen sie untote Waisenkinder mimen. Und dies zum Erbarmen gut: leise Kinderlieder trällernd, schrien sie jeden Waldläufer unvermittelt an, der ihnen zu nahe kam.

Halloween-Night in der Thomashütte

Halloween-Night in der Thomashütte

Viele Rollen sind grausam gut. Ein Höhepunkt des Parcours ist das Schlachthaus, in dem sich neben einem Kreissägen-Fetischisten auch die Altheimerin Mareike Biek tummelt. Sie ist nicht nur verantwortlich für ihr eigenes, unverantwortlich brutales Make-up, sondern auch für das Outfit zahlreicher Artisten. „Madame Madenbacke“ schwingt das Schlachterbeil in blutverschmierter Worschtküch altehrwürdiger Thomashütte, die in diesen Tagen an diesen Orten so ganz anders rüber kommt. Gleich nebenan in der Horrorscheuer heult ihr Mann, ein Werwolf im Strohbett.

Es nimmt nicht Wunder, dass einige Parcoursdurchquerer unterwegs der anfängliche Mut verlässt. Spätestens im Schlachthaus gellen nicht nur spitze Schreie durch die Nacht, da wird dann auch schon mal gerannt. Weggerannt!

Ein Gutteil der Besucher kam in Maskerade zum sehr britisch-amerikanischen Fest am Vorabend von Allerheiligen. Sie amüsierten sich prächtig, doch auch die unbedarfter Angereisten sollten ihren Tripp zum etwas anderen Eventlokal Thomashütte nicht bereuen. Eröffneten sich doch zur ersten Halloween-Night bei Eppertshausen Abgründe, von denen man abseits solcher Zeiten besser nicht mal albträumt.

Heute ist nochmals um 20 Uhr Horror-Showtime (Einlass in den Gruselparcours ab 18 Uhr), und am Sonntag gibt es die kinderfreundlichen Varianten um 14 und 18 Uhr.

Quelle: op-online.de

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