Landkreis lehnt einen Antrag ab

Halloween Nights: Gruseln in abgespeckter Form?

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Angst und Schrecken an der Eppertshäuser Thomashütte sind wohl bald Geschichte. Zwar können die Halloween Nights trotz des abgelehnten Antrags für die Nutzung des Geländes um die Thomashütte herum stattfinden, doch das Grusel-Spektakel wird voraussichtlich das letzte Mal in Eppertshausen zu bestaunen sein.

Eppertshausen - Am Wochenende sah sich „Halloween Nights“-Macher Alex Ramien gezwungen, in die Öffentlichkeit zu treten und via Facebook einen Medienbericht zu widerlegen, wonach die Veranstaltung nicht genehmigt worden sei. „Wir wollen noch einmal ausdrücklich bekannt geben, dass die Halloween Nights Veranstaltung definitiv stattfindet! Macht euch keine Sorgen [...]!“.  Von Lars Herd 

Veranstalter Ramien betonte auf Nachfrage, dass die Halloween Nights sicher stattfinden würden. Auch die Anträge habe er ordentlich und zeitig eingereicht sowie die Zweitexemplare abstempeln lassen. Bis gestern lag ihm jedoch noch kein offizielles Schreiben des Landkreises Darmstadt-Dieburg vor. Deshalb wollte er sich nicht weiter zu diesem Thema äußern. Kein Wunder, dass ihm noch kein offizielles Dokument vorlag: Das Ablehnungsschreiben habe die Kreisverwaltung erst am gestrigen Montag verlassen, teilte der Landkreis auf Anfrage mit.

Im Rahmen der Antragsprüfung habe der Landkreis festgestellt, dass die Flächen – auf denen die Veranstaltung stattfinden sowie die notwendigen Bauten wie Show- und Gastronomie-Zelte errichtet und betrieben werden sollen – nicht im Geltungsbereich qualifizierter Bebauungspläne liege, teilt dieser mit. Das Vorhaben sei nur dann zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstünden. Und genau das sei der Fall, weil das Vorhaben den Darstellungen des Flächennutzungsplans der Gemeinde widerspreche. Denn in besagtem Plan sind die Flächen, auf denen die Halloween Nights stattfinden sollen, als Flächen für landwirtschaftliche Nutzung klassifiziert.

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Mit einem entsprechenden Beschluss habe die Gemeindevertretung Eppertshausen keine Empfehlung zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die Veranstaltungsflächen gegeben, so der Landkreis. „Damit sind künftige Veranstaltungen, gleich welcher Art, auf dem Gelände nicht mehr genehmigungsfähig, weil die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind.“ Das Problem ist also das gleiche, wie im Vorjahr: Die Naturschutzbehörde legte in Absprache mit der Gemeinde ihr Veto für die Nutzung der an die Thomashütte angrenzenden Flächen ein, die direkt an ein Naturschutzgebiet grenzen. Im vergangenen Jahr führte eben der nicht stattgegebene Antrag zur Absage der kompletten Veranstaltung. Damals lag der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) kein gültiger Antrag vor, so der Landkreis. Diesmal wurde der Antrag aber eingereicht, allerdings nicht genehmigt.

Wie Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) auf Nachfrage berichtet, wurde vor vier Jahren in einem gemeinsamen Gespräch mit der Gemeinde, der Naturschutzbehörde und Thomashütten-Betreiber Ramien beschlossen, dass jede größere Veranstaltung um die Thomashütte herum einzeln genehmigt werden müsse. In den ersten drei Jahren nach der Übernahme des Lokals durch Ramien, wurde die Veranstaltung jeweils genehmigt. Neben Lärmbelästigungen, sorgten auch Verstöße gegen vorher besprochene Vereinbarungen – etwa bei einem US-Car-Treffen – immer wieder für Ärger, sagt Helfmann.

Casting für die Halloween-Nights auf der Thomashütte

Das bedeutet jedoch nicht gleich die Absage der Halloween Nights, betont Helfmann. Sie können stattfinden, wenn auch in einem kleineren Rahmen. Auf dem Gelände der Thomashütte samt Parkplatz, Scheune, Gaststätte und Hof wäre das Austragen des Grusel-Spektakels laut dem Bürgermeister möglich, der allerdings die Vorgehensweise von Ramien kritisiert. Schließlich sei er schon ins Bewerben der Halloween Nights gegangen, ohne dass alle Anträge stattgegeben wurden.

Wie Ramien mitteilt, werde die Grusel-Veranstaltung in diesem Jahr wohl zum letzten Mal in Eppertshausen stattfinden. Geplant sei der Abschluss schon im Vorjahr gewesen, wegen der kurzfristigen Absage sahen sich die Veranstalter allerdings in der Bringschuld und wollten denjenigen, die ihre Tickets bereits gekauft haben, noch einen Ausgleich bieten. Die Käufer wurden vergangenes Jahr mit der Erstattung des Eintrittspreises sowie freiem Zutritt in diesem Jahr entschädigt.

„Halloween Nights“ an der Thomashütte

Vom 27. Oktober bis 4. November sind Gruselparcours und Abendkasse täglich ab 18 Uhr geöffnet. Showbeginn ist 20 Uhr, Sonntag, Montag und Dienstag gibt es keine Vorführung. Der Eintritt kostet zwischen 15 und 30 Euro, Kinder zahlen die Hälfte. Tickets und Infos gibt es unter www.halloween-nights.de.

Quelle: op-online.de

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