Haus Valentin wird verpachtet

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Pfarrer Harald Christian Röper, Annette Koch, Architekt Matthias Maurer, Domkapitular Hans Jürgen Eberhardt und Wolf-Dieter Koch informierten zu den neuen Plänen.

Eppertshausen (jas) ‐ Viele Gäste hat es schon gesehen, das altehrwürdige Haus Valentin: Ordensschwestern und Kindergartenkinder haben sich hier ebenso wohl gefühlt wie die Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde selbst, die im großen Saal ihre Versammlungen und Feste gefeiert haben.

Und viele Besucher sollen auch in Zukunft kommen und gehen und möglichst auch etwas Geld da lassen. Die Kirche hat neue Zukunftspläne für ihre Immobilie jetzt gelüftet. Die Pfarrei St.Sebastian hat das Glück, gleich über mehrere Gebäude zu verfügen. Auch wenn manch einer nur an deren Kosten denken mag, die von den historischen Häusern verursacht werden, so sind sie doch ein Wert an sich und vermitteln eine unvergleichliche Atmosphäre, die nun für weitere Generationen erhalten bleibt.

Doch trotz aller Beschaulichkeit muss auch immer wieder etwas renoviert und erneuert werden und diese fälligen Arbeiten stehen in dem charakteristischen Gebäude am Eppertshäuser Ortseingang „Im Müllersgrund“ gerade vor dem Abschluss: Im gesamten Komplex wurde die Heizung erneuert und in der kleinen unter dem Dach gelegenen Wohnung wurde nicht nur renoviert, sondern auch zwei Duschbäder angebracht, neue Installationen und Elektrizität gelegt. „Insgesamt haben die Arbeiten etwas 120.000 Euro gekostet, davon werden 32.000 Euro mit Spendengeldern gedeckt, der Rest wird aus dem Dispositionsfond genommen, den Pfarrer Harald Christian Röper zur Verfügung gestellt hat“, informierte Annette Koch vom Verwaltungsrat. Der Fond setzt sich aus Geldern zusammen, die dem genügsamen Pfarrer für eine Haushälterin oder andere Aufwendungen während seiner langen Amtszeit zur Verfügung gestanden hätten, die er aber nie verbraucht hat und nun sinnvoll einsetzen kann. „Was uns die Schöpfung gibt, soll von allen genutzt werden“, lautete Röpers Tageslosung für die kleine Feier, die am Montag nach einem Gottesdienst im Haus Valentin abgehalten wurde. Neben Pfarrer Bernhard Schüpke aus Münster war in Vertretung des Generalvikars Giebelmann der Domkapitular, Hans-Jürgen Eberhardt, angereist, um gemeinsam den Gottesdienst und die Einweihung zu feiern.

„Wir müssen gewinnbringend arbeiten“

Allen Gästen war an diesem Abend klar, was mit der neu renovierten Wohnung geschehen würde: Sie soll vermietet werden. Doch dass auch dem restlichen Gebäude eine neue Nutzung zugedacht werden soll, überraschte einige der Anwesenden. „Alle Immobilien der Pfarrgemeinde müssen unterhalten werden. Da sich unser Gemeindeleben vor allem im Haus Sebastian abspielt, haben wir die Idee aufgegriffen, es zu verpachten“, erläuterte Koch die Planungen. Noch sei nichts in festen Tüchern, aber es gebe einen Interessenten, der in dem Gebäude ein Catering und Veranstaltungen ausrichten wolle, durchaus in Form einer Gastronomie. Die Gemeindemitglieder könnten die Räumlichkeiten weiterhin ihren Gewohnheiten entsprechend nutzen, bräuchten sich dann aber nicht mehr selbst um die Bewirtung zu kümmern, die dann vom neuen Wirt übernommen würde.

„Wir müssen gewinnbringend arbeiten, um die Immobilien erhalten zu können und das ist auch die Vorgabe aus Mainz, denn in Zukunft müssen sich die Gebäude selbst tragen“, so Pfarrer Röper.

Doch nicht alle Anwesenden waren erfreut über das geplante Novum, von Mitgliedern der Gemeindegruppen bis hin zur Nachbarschaft gab es auch Kritik. Der Pfarrgemeinderat jedoch habe das Vorhaben schon abgesegnet, nun bedürfe es nur noch der Zustimmung der Zuständigen aus Mainz und des Einvernehmens aus dem Rathaus, dann könne die Umwandlung über die Bühne gehen. Doch bevor es soweit ist, konnte erst einmal Architekt Matthias Maurer seine Arbeiten den interessierten Eppertshäusern vorstellen, die gerne die schmucke kleine Wohnung im Haus Valentin in Augenschein nahmen.

Quelle: op-online.de

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