Helau rund um den Kurt-Kratz-Platz

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Einen kunterbunten Showtanz lieferten die Mädchen vom TSV Langstadt ab.

Harpertshausen - Mit gut 180 feierfreudigen Gästen, auch aus der Umgebung, war das DRK-Heim Samstagnacht voll besetzt. Die Stimmung bei der Sitzung im kleinsten Stadtteil war von Anfang an spitze. Von Petra Grimm

Neben dem dreifach donnernden Harpertshausen Helau, ertönte immer wieder lautstark „Sickenhofen Helau“. Und zwar von den ausgelassenen Tanzmäusen des TV Sickenhofen mit ihrem Anhang, die zu vorgerückter Stunde als Königinnen auch schwungvoll auf der Bühne im Einsatz waren.

Jürgen Sauerwein führte souverän durchs närrische Programm, in diesem Jahr als Ritter Harprecht. Der Edelmann berichtete humorvoll aus der Geschichte, von der Gründung des Dorfes mit dem ersten Bauernhof bis zur Neuzeit. So erfuhren die Sitzungsgäste unter anderem, dass die Harpertshäuser ihre Kirche eigentlich nur gebaut hätten, damit der Storch einen Platz für sein Nest hat.

An Stelle eines Elferrates wird der Sitzungspräsident traditionell von zwei Zeremonienmeisterinnen (Kim Rosenthal und Lena Schnur) unterstützt. Die Orden – Blechherzen am rot-weißen Band –die Sauerwein verteilte, hatten Anja Kratz und Nicole Wagenknecht gebastelt.

Vom Bühnenbild und der Saaldekoration bis zum Verzicht auf einen Elferrat: Alles eine Nummer kleiner und unspektakulärer als bei den anderen Stadtteilsitzungen. Aber deshalb nicht weniger originell und fröhlich, bot die DRK-Fastnacht wieder eine gute Mischung aus Büttenreden, Gesang und Tänzen.

Hochzeiter Ralf Knöpp.

Entscheidend für das Gelingen war wieder das Engagement der Akteure, die meisten aus den eigenen Reihen, und die gute Laune des Publikums. Das applaudierte im zweiten Teil auch auf den Stühlen stehend. Das Babenhäuser Prinzenpaar Lydia I. und Frank II. wurde als Langstädter Vereinigung natürlich besonders herzlich begrüßt. Die beiden benachbarten Ortschaften sind nicht nur durch die gemeinsamen Einsätze der Feuerwehren und die Grundschule eng verbunden. Der TSV Langstadt, in dem auch viele Harpertshäuser Sport treiben, ist bei der DRK-Sitzung traditionell durch seine Tanzgruppen vertreten. So schwangen die Langstädter Gardemädchen ihre Beine und zwei Showtänze wurden stürmisch bejubelt.

Als Schelle-Kall berichtete Simone Kühnle über allerlei Missgeschicke der Harpertshäuser. Aus Babenhausen war Ralf Knöpp angereist, um über seine Hochzeit („Zwei kleine Kinder sind beim Einzug in die Kirche vorausgegangen und haben Gartenabfälle auf den Boden geworfen...“) zu berichten. Seine Kalauer von der Brautschau über die Vermählung („mit Verwandtschaft und anderen Trauergästen“) bis zu den Flitterwochen im FKK-Camp sorgten für Stimmung.

Babenhausens Prinzessin Lydia I. defilierte huldvoll am närrischen Volke in Harpertshausen entlang.

Eine Hommage für Ortsvorsteher Kurt Kratz, der seit 40 Jahren das Geschehen im Ort managt, lieferten Jürgen Sauerwein und Karsten Kratz. Mit dem „Lied vom Kurt-Kratz-Platz“, der in zehn Jahren zum 50-jährigen Ortsvorsteher-Jubiläum dann an der Kirche entstehen soll, würdigten sie die Leistungen ihres Dorfchefs. Verschiedene Baumaßnahmen oder die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf“ vor vielen Jahren wurden humorvoll besungen: „Zuerst wurd’ hier und dort gebaut. Dann gab’s Rippchen mit Kraut“. Beim Refrain „Hey, hey, de Kurte Kratz kriegt an der Kerch sein eigene Platz. Da sitzt er dann und wem’s gefällt kriegt was von ihm erzählt“ klatschte und sang der Saal begeistert mit.

Für Gesang sorgten außerdem Tobias Brusch und Karsten Kratz. Auch die beliebten „Gullions“ (Karsten Kratz, Bernd und Jürgen Sauerwein) sind mit ihren Stimmungsliedern nicht aus der Harpertshäuser Fastnacht wegzudenken. Ohne Zugabe kamen sie nicht von der Bühne.

In der Bütt witzelten Ingrid und Simone Kühnle als „Zwo Tratschweiber“. Elisabeth Knöpp berichtete aus ihrem Leben als Ehefrau eines nervigen Frührentners und Tobias Brusch, als Firmling mit zu kurzer Hose, machte Gags auf Kosten der Kirche. Bürgermeisterin Gabi Coutandin ging auch in die Bütt. Ein humoristischer Höhepunkt lauerte wieder am Ende des Programms in Form des Männerballetts „Die glorreichen Acht“, die im Dirndl und mit Plastik-Popo die Bühnenbretter und die Zwerchfelle der Zuschauer zum Beben brachten.

Quelle: op-online.de

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