Mit Helm und Schaufel zum Tanz

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Die Mädels vom Bau: Die Kostümwahl bereitete den Settchen in diesem Jahr nicht so viele Probleme. So können sich die jungen Tänzerinnen voll und ganz auf ihre Choreographien konzentrieren.

Eppertshausen ‐ „In unserm Ort, do is e Maid euch allen wohlbekannt, sie werd von alle Leit im Ort es Settche nur genannt.“ Ja, das Lied vom Settchen kennt in Eppertshausen wohl so ziemlich jeder gute Fastnachter. Von Jasmin Frank

Das Wort „Settche“ steht für Elisabeth, und eine junge Frau dieses Namens war so schön – und doch gleichzeitig so bescheiden und sittsam – dass ihr guter Ruf nicht nur die hiesigen, sondern auch die jungen Männer aus den Nachbarorten nur noch von ihr träumen ließ. Und wie es sich für eine echte Fastnachterin gehört, hat die so gelobte Settche auch ihren zukünftigen Mann am Rosenmontag gefunden. Nach der Hochzeit kam der Nachwuchs, doch deshalb blieb die junge Dame natürlich nicht zu Hause: „Do werd de Mann bei‘s Kind gesetzt, sie zieht‘s Kostümche a un freudig geht‘s zum Maskeball - wie schee is doch allaa“, kündet der Liedtext.

So emanzipiert gehe es auch heute noch in der kleinen faschingsverrückten Gemeinde zu, sagt Esther Kraus lachend. Sie trainiert seit über 13 Jahren die Tanzgruppe der Settchen. „Ja, da gibt es schon die ein oder andere Parallele. Auch ich habe meinen Mann Markus auf der Fastnacht kennen gelernt und auch ich gehe dieses Jahr ohne ihn auf den Rosenmontagsball – einer muss sich ja um die Kinder kümmern.“ Augenzwinkernd geben auch die anderen jungen Damen zu, ab und an gerne mal ohne die fastnachtsmüden Männer auf Tour zu gehen – doch natürlich gehen alle auch wieder brav nach Hause.

„Überlegen uns im Herbst ein Motto.“

„Bei uns steht der Auftritt im Vordergrund. Natürlich feiern wir auch, aber wir haben ja wochenlang geprobt, da wollen wir natürlich, dass alles funktioniert“, erzählt Jasmin Scharf, die schon zum vierten Mal mit von der Partie ist. Neben ihrem Auftritt auf der Kinderfastnacht der katholischen Gemeinde ist es vor allem der Settchesball, der Besucher aus der ganzen Umgebung anzieht, und den die tanzenden Eppertshäuserinnen maßgeblich mitgestalten: „Wir treffen uns immer im Herbst und überlegen uns ein Motto. In diesem Jahr geht es um das Thema Baustelle. Wir waren auch schon Hexen, Punks und Vampire“, erzählt Kraus, die einiges zu tun hat: Neben dem Motto ist sie für die Musikauswahl, die Choreographie und die Kostüme verantwortlich. „Ich probiere einfach so lange aus, bis es mir gefällt“, berichtet die Autodidaktin.

Verena Viertl, die schon zum siebten Mal mittanzt, freut sich: „Dieses Jahr haben wir nicht so viel Arbeit mit den Kostümen, da können wir uns ganz auf den Tanz konzentrieren.“ Und der hat es in sich – auch komplizierte Hebefiguren kommen vor. Insgesamt ist die Truppe noch recht jugendlich: Die zehn Frauen sind alle um die 20 Jahre alt. Bis auf Trainerin Kraus, die mit den paar Jahren Altersunterschied aber keine Probleme hat. „Da bleibe ich fit und jung, das ist doch ein großer Vorteil. Und feiern kann ich immer noch gut, auch wenn ich keine zwanzig mehr bin“, schmunzelt die zweifache Mutter. Ihre Tochter Katharina würde zwar auch schon gerne mitmachen, ist aber mit ihren sechs Jahren noch zu klein – lange dauert es aber sicher nicht mehr, bis der Nachwuchs auf der Bühne steht.

Weitere Infos auf der Internetseite der Settches.

Neben den sehenswerten Settchen hat der Rosenmontagsball aber noch einiges mehr zu bieten, gleich zwei Bands spielen auf und im „27up-Zelt“ können sich auch die nicht mehr ganz jungen Hüpfer an der Cocktailbar bestens amüsieren. Organisiert wird das ganze vom Kirchenchor, der Kolpingfamilie und dem Chor St. Sebastian. Die fleißigen Helfer haben alle Hände voll zu tun, das große Fest zu stemmen, auf dem es auch Crêpes und Pizza geben wird. Infos zum Fastnachtsspektakel, am Sonntag, 14. Februar, 19.33 Uhr, gibt‘s im Internet.

Quelle: op-online.de

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