Die Herren übers Duschwasser

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Bürgermeister Carsten Helfmann (Mitte) hält nicht Ausschau nach dem Fingerzeig Gottes, sondern erläutert neugierigen Bürgern die Sanierungsmaßnahmen im Eppertshäuser Sportzentrum.

Eppertshausen ‐ Wochenlang verfolgten die Eppertshäuser die Sanierung des Sportzentrums und ahnten nur, was vor sich ging. Licht ins Dunkel brachten Bürgermeister und Bauverwaltung bei der Bürgerversammlung, die nicht im Rathaus oder der Mehrzweckhalle stattfand, sondern am Ort des Geschehens – im erneuerten Sportzentrum. Von Jasmin Frank

Wir freuen uns, wenn die Informationsabende einen so regen Zuspruch haben. Das Ziel des Ganzen ist ja, mit den Bürgern zu kommunizieren“, erläuterte Jürgen Geist von der Bauverwaltung angesichts 30 wissbegieriger Bürger, die zur Besichtigung erschienen waren.

Legionellen waren über die Gemeindestätte hergefallen, deshalb musste die komplette Wasserversorgung des Zentrums erneuert werden. Daneben ließ die Gemeinde Wand- und Bodenbeläge sowie sanitäre Einrichtung austauschen. Neu angelegt wurden außerdem die Umkleidekabinen. Und weil sich Schimmel im Sportzentrum breit gemacht hatte, ließ die Gemeinde ein neues Be- und Entlüftungssystem installieren. Zu guter Letzt wurden Solaranlage und Brandschutztechnik modernisiert.

Für einen derlei umfangreichen Maßnahmenkatalog hatte die Gemeindevertretung 650.000 Euro veranschlagt. Bislang sind nur rund 500.000 Euro verbraucht worden – inklusive einer neuen Brückenlösung. In Sachen Kosten wollten es die Zuhörer, allen voran Günter Anton vom örtlichen Fußballverein, ganz genau wissen und löcherten Bürgermeister Carsten Helfmann, der bereitwillig Auskunft gab.

Seit der Sanierung ziert ein Defibrilator den Eingangsbereich des Zentrums. An der Generalüberholung beteiligte Firmen hatten das Gerät gesponsert. „Mit diesem Gerät kann man leben retten. Wenn jemand einen Herzinfarkt erleiden sollte, kann man damit Elektroschocks verabreichen“, erläutert Haiko Schmidt, Bereitschaftsleiter vom Deutschen Roten Kreuz. „Man sollte dabei aber nicht in einer Pfütze stehen, sonst liegt man Ende selber flach“, scherzte Schmidt.

Sportzentrum blieb nicht einziges Thema

Nachdem die Kosten geklärt waren, machte sich der Tross auf zur Erkundungstour durch die ebenfalls neu gestalteten Räume. Mit dabei auch die beiden Hausmeister Dieter Sulzmann und Gerhard Scharf. „Für uns ist die neue Technik natürlich eine Umstellung, was aber auch interessant ist. Wir regeln nun vieles über den Computer, mit dem wir vorher kaum gearbeitet haben“, plaudert Scharf aus ihrem Alltag. Er deutet auf eine mit Schaltern und Reglern versehene Wand. „An dieser Schaltwand ist zum Beispiel der Regler für die Dusche, man kann sogar sehen, wie lange das Wasser läuft“, erklärte Scharf. Der Hahn wird aber bei niemandem abgestellt, der sich nach schweißtreibenden Leibesübungen erfrischen will, versicherten die beiden Hausmeister schmunzelnd.

Das aufpolierte Sportzentrum blieb nicht das einzige Thema. Verwaltungschef Helfmann klärte über die Haushaltslage der Gemeinde auf: Er sprach die Umgestaltung der Hauptstraße an, die etwa eine Million Euro kosten wird. Den größten Teil übernähmen Land und Kreis. Der Neubau der Bürgerhalle ist mit vier Millionen Euro kalkuliert, plus weitere 500.000 Euro für die Bühnentechnik und die Ausstattung. Die Kindertagesstätte wird für rund 520.000 Euro erweitert. Auf der Habenseite verbuchte die Gemeinde einige Grundstücksverkäufe im Neubaugebiet „Im Eichstumpf“. Dennoch muss der Rathauschef ein Minus einräumen: „Da durch die Wirtschaftskrise auch Steuereinnahmen weggefallen sind, entsteht ein Jahresfehlbetrag von 1 291 018 Euro. Die gute Nachricht ist, dass wir in besseren Jahren für Rücklagen gesorgt haben, so dass Eppertshausen immer noch gut dasteht.

Quelle: op-online.de

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