Herzenswunsch: eine Blaskapelle

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Christel Fleischmann verlieh den Ehrenbrief des Landes Hessen an Walter Gruber.

Eppertshausen ‐ Schon seit der Gründung vor 52 Jahren ist ein Mann in der Eppertshäuser Kolpingfamilie aktiv: Walter Gruber. Der rüstige 70-Jährige wurde deshalb beim Stiftungsfest besonders geehrt. Von Jasmin Frank

Wir machen diese Veranstaltung jedes Jahr“, erzählt Kolpingmitglied und Vorsitzender der Gemeindevertretung, Rainer Eder. „Dabei geht es zum einen um ein gemütliches Beisammensein, zum anderen aber auch um die Ehrung der Personen, die schon besonders lange dabei sind.“

Er selbst wurde vor zwei Jahren für seine vierzigjährige Aktivität ausgezeichnet. Darum kann er über die Kolpingfamilie auch einiges berichten: „Wir haben zahlreiche Untergruppen, von Jungkolping über den Familienkreis bis hin zu den Senioren ist für jedes Alters etwas dabei. Dementsprechend machen wir auch in den verschiedensten Bereichen etwas, sei es die Pflege des Pfarrgartens, die jährliche Kleidersammlung oder die Unterstützung des Rumänienprojekts Casa di Copii. Bei uns findet jeder etwas, das ihn interessiert.“

Das war wohl auch bei Walter Gruber der Fall, der als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Kolpingfamilie das Leben der Gemeinde mitgestaltet hat. Das Motto seines ehrenamtlichen Engagements war immer: „Man muss viel Geduld haben, dann entwickeln sich die Sachen langsam, aber stetig.“

Die Arbeit mit Kindern hält ihn jung

So hat auch er noch heute eine Menge Gelassenheit, wenn er seine Aufgaben als zweiter Vorsitzender der Kolpingfamilie, als Beigeordneter im Gemeindevorstand und besonders bei der Hausaufgabenbetreuung wahrnimmt. Hier hilft der pensionierte Lehrer besonders gerne mit, denn die Arbeit mit den Kindern hält ihn jung. Darüber hinaus singt Gruber auch noch seit mehreren Jahrzehnten im Kirchenchor Sankt Valentin mit. Langeweile hat er also nie und seine Frau Resel hat ihn bei seinen Aktivitäten immer unterstützt. „Sie hat mich ja so kennen gelernt“, lacht der mehrfache Großvater und schmunzelt: „Zuerst war ich bei der Kolpingfamilie, daraufhin im Kirchenchor, anschließend bei der Jungen Union und erst dann habe ich geheiratet.“

So hat wohl auch Resel Gruber einiges an Geduld in diesen 43 Jahren aufgebracht, denn das Familienleben war laut Tochter Lydia Kahlert durchweg harmonisch. „Wir waren als Kinder einfach immer mit dabei. Wir sind mit seinem Engagement groß geworden und fanden das auch immer gut so“, erzählt die junge Frau, die eigens über 500 Kilometer aus Norddeutschland angereist kam, um die Auszeichnung ihres Vater hautnah mit zu erleben.

Landesehrenbrief samt Ehrennadel krönen reiches Leben

Und dann ist es endlich so weit: Im Auftrag von Landrat Klaus Peter Schellhaas verleiht der Kreisbeigeordnete des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Christel Fleischmann, dem stolzen Walter Gruber den Landesehrenbrief samt Ehrennadel. Anschließend gratulieren Pfarrer Harald Christian Röper, Bürgermeister Carsten Helfmann und Marcus Schledt, seit Januar Vorsitzender der Kolpingfamilie. Er überreicht ein besonders liebevoll gestaltetes Geschenk: Eine Collage mit Fotos aus den vergangenen 50 Jahren des rührigen Eppertshäusers. Aber auch seine Frau Resel kommt nicht zu kurz, gleich drei Blumensträuße, alle in den hessischen Farben rot-weiß, darf sie ihr eigen nennen.

So kann das Paar auf ein reiches Leben zurückblicken, in dem es laut Walter Gruber auch einige Höhepunkte gab: „Herausragend waren immer die Familienfahrten in den Odenwald. Auch sonst hat mir meine Zeit in der Kolping immer Spaß gemacht. Aber einen Wunsch habe ich noch: Obwohl ich selbst kein Instrument spiele, wünsche ich mir eine Blaskapelle in Eppertshausen. Das ist hier noch eine richtige Lücke und bei uns in der Kolpingfamilie gibt es einige gute Musiker. Vielleicht setzen die das Projekt ja eines Tages noch um.“ Doch bevor es soweit ist, gibt es an diesem Sonntag für Walter und Resel Gruber erst einmal viele Gratulationen.

Quelle: op-online.de

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