Zehn Jahre sind vorbei

Hobbyfilmer präsentiert letztmalig sein „Eppertshäuser Album“

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Im Hintergrund, aber doch dabei: Zehn Jahre lang filmte Günter Maier fast alle öffentlichen Veranstaltungen in Eppertshausen. Am Sonntag präsentiert er letztmalig sein „Eppertshäuser Album“.

Eppertshausen - Zehn Jahre lang hat Günter Maier nahezu keinen Termin in Eppertshausen verpasst. Immer mit dabei: seine Kamera. Von 2008 bis 2017 hat er jeweils einen Film zu den Geschehnissen in seinem Heimatort verfasst. Von Jens Dörr 

Zehn Jahre, zehn Filme, weit mehr als 1.000 Termine: Eine Dekade lang hieß es in Eppertshausen „keine Feier ohne Maier“. Gemeint ist Hobbyfilmer Günter Maier, der von 2008 bis 2017 das „Eppertshäuser Album“ zum jeweiligen Jahr verfasste. Ein Film, der die jährlich 100 bis 150 Ereignisse in der Gemeinde in meist anderthalb Stunden abbildete und für die vergangenen zehn Jahre somit einen der wichtigsten Beiträge zur Dokumentation von Eppertshausens Ortsgeschichte leistete. Am kommenden Sonntag (18. Februar, 15 Uhr, kleiner Saal der Bürgerhalle, Eintritt frei) präsentiert Maier seine zehnte und letzte Bewegtbild-Chronik, jene zu 2017. Danach geht er in die Luft.

Bis zu 400 Arbeitsstunden – inklusive Sichtung und Lichtung des Rohmaterials, Recherche, Schnitt und Vertonung – steckte er Jahr für Jahr ohne Gewinnabsicht und aus Freude am Filmen in sein Hauptwerk. Bei praktisch jeder öffentlichen Veranstaltung in Eppertshausen war Maier zugegen, legte sogar seinen Urlaub um die wichtigen Termine herum. Auch längere Prozesse begleitete er akribisch: „Der Neubau der Bürgerhalle war eine der größten Herausforderungen“, erzählt er. „Ein Jahr lang bin ich immer wieder auf der Baustelle gewesen, um die Fortschritte zu dokumentieren.“ Vor zwei Jahren enthüllte Maier auf dem Neujahrsempfang der Eppertshäuser SPD durch eine Frage an Landrat Klaus Peter Schellhaas und die zugehörige Dokumentation mit der Kamera, dass im „Park45“ eine große Sammelunterkunft für Flüchtlinge entstehen sollte. Beinahe eine Art journalistischer Coup des Eppertshäusers und seiner im (Un-)Ruhestand betriebenen Ein-Mann-Firma MG Media Film, auch wenn sich Maier in der Regel als reiner Videochronist und nicht als Reporter mit Aufklärungsambitionen verstand.

Mit der Aufführung am kommenden Sonntag ist das zehnjährige Kapitel des „Eppertshäuser Albums“ also beendet. „Die zehn Jahre waren von Anfang an das Ziel gewesen“, sagt Maier. „Es ist für Eppertshausen somit exakt eine Dekade, auf die es mit dem Album zurückblicken kann.“ Bei größeren Ereignissen in der Gemeinde werde er weiterhin filmen, verspricht Maier. „Diese Beiträge veröffentliche ich dann auf meinem Youtube-Kanal.“ Das „Eppertshäuser Album“ wird nach derzeitigem Stand indes nicht mehr – auch nicht durch einen Nachfolger – fortgesetzt.

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Der auf den Terminen stets angenehm auftretende und störungsfrei im Hintergrund agierende Macher des Albums, der zur Aufnahme entscheidender Momente nichtsdestotrotz praktisch immer an der richtigen Position war, will sich nun neuen filmerischen Aktivitäten widmen. 2018 steht ein Projekt klar im Mittelpunkt: Maier möchte mithilfe seiner Kameradrohne einen voraussichtlich 15-minütigen Film mit dem Namen „Eppertshausen von oben“ produzieren. „Mit der Technik habe ich mich bereits auseinandergesetzt, den Drohnen-Führerschein gemacht und die Allgemeine Starterlaubnis des Regierungspräsidiums Darmstadt erhalten.“ Nun fehle ihm nur noch die Genehmigung der Landes-Luftfahrtbehörde.

Den offiziellen Auftrag zur Herstellung des Films erhielt Maier aus dem Rathaus. Vor allem im Mai und Juni, dann aber auch noch einmal im Herbst („Wenn der Friedhof und der Kunstrasen-Platz im Sportzentrum fertig sind“), will der Kreative sein Equipment gen Himmel schicken. „Eppertshausen von oben“ soll dann beim Neujahrsempfang der Gemeinde Anfang 2019 erstmals gezeigt werden.

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Das Drehbuch zum neuen Projekt hat der Hobbyfilmer bereits geschrieben. Bis zum Frühjahr hat er nun etwas mehr Freizeit als in den vergangenen zehn Jahren. Ein Tag ist allerdings schon fest verplant: Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz für das Bewegtbild-Gedächtnis Eppertshausens schenkte ihm Bürgermeister Carsten Helfmann kürzlich einen gemeinsamen Ausflug auf den Golfplatz. Dann tauscht Günter Maier seine Schulterkamera zumindest für ein paar (im wahrsten Wortsinn „unbeschwerte“) Stunden gegen den Trolley für die Schläger ein.

Quelle: op-online.de

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