Höchste Vorsicht ist geboten

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Kriminalhauptkommissar Uwe Walzel (rechts) brachte Vereinsvertretern das Alkoholgesetz bei Jugendlichen näher.

Eppertshausen ‐ Neue Wege beschreitet die Eppertshäuser Gemeinde, wenn es um den Schutz der hiesigen Jugendlichen geht: Ein Informationsabend zum Thema „Feste sicher feiern“ sollte Vereinsvorstände, Jugendbetreuer und interessierte Bürger über den Umgang mit Alkohol bei Minderjährigen in Kenntnis setzen. Von Jasmin Frank

Initiiert wurde die Veranstaltung vom örtlichen Präventionsrat, der sich aus den Vertretern verschiedener Institutionen zusammensetzt, darunter neben der Gemeindeverwaltung, der Polizeistelle Dieburg und den politischen Fraktionen auch die Kirchen, Kindergärten und Schulen, sowie Bürger ohne konkrete Funktion.

Auch das Publikum, das sich reichlich eingefunden hatte, war bunt gemischt, wobei die Vereinsvertreter deutlich in der Überzahl waren. „Bislang gab es bei uns an sich noch keine Probleme mit dem Alkoholkonsum, weder nach den Spielen noch auf Feiern“, erzählte Ralph Schuster, Jugendleiter des FV Eppertshausen.

Thema: Umgang mit Alkohol bei Minderjährigen

Dennoch hatte er gute Gründe, sich zu informieren: „Unsere Nachwuchsspieler sind ja nun älter geworden und wir haben jetzt einige 16-, 17- und 18-Jährige. Da müssen wir schon wissen, wer was trinken darf. Ich kann mich an einen Fall erinnern, der sich aufs Rauchen bezieht: Als ich einen gerade mal 14-Jährigen beim Rauchen gesehen habe, habe ich ihn gleich daraufhin angesprochen und er hat tatsächlich für einige Zeit aufgehört. Aber jetzt qualmt er wieder und der Vater steht daneben. Was soll man da tun?

Die Hilflosigkeit von engagierten Helfern auf Festen war auch Thema bei den Fallbeispielen, die Kriminalhauptkommissar Uwe Walzel mit den Besuchern durchging. Die Zuhörer waren dadurch interaktiv eingebunden und konnten von Fall zu Fall mit Hilfe des Jugendschutzgesetzes entscheiden, welches Verhalten richtig oder falsch ist und welche Strafe gegebenenfalls droht.

Beispiel: „Stellen wir uns vor, zwei junge Männer, einer 15 und einer 16 Jahre alt, bestellen auf einem Fest bei einem Vereinskollegen zwei Bier. Was ist zu tun?“ Solche Situationen sind den Gästen, darunter auch einige Gastronomen, wohl bekannt und daher wissen sie auch, wie sie zu reagieren haben. Der Ältere darf ein Bier trinken, der Jüngere nicht. Würde dem 15-Jährigen der Alkoholkonsum gestattet, könnte eine Geldstrafe von 400 Euro für denjenigen verhängt werden, der den Alkohol zugelassen hat.

Bei branntweinhaltigen Getränken sei immer Vorsicht geboten

Doch auch weitaus diffizilere Fälle wurden an diesem Abend erörtert, so hatte Bürgermeister Carsten Helfmann ein Beispiel parat: „Was ist, wenn ein Vater mir sagt, dass der Sohn schon Hütchen trinken darf?

Da blieb Walzel hart, bei branntweinhaltigen Getränken sei immer Vorsicht geboten und sie sollten auf keinen Fall an Minderjährige ausgegeben werden. Mit ähnlichen Gedankengängen beschäftigt sich auch der Chor St. Sebastian, der an diesem Abend mit Christine Filipp vertreten war: „Wir richten ja gemeinsam mit dem Kirchenchor und der Kolping den Settchesball an Fastnacht aus. Da ist es sehr wichtig, dass wir wissen, wie wir uns rechtlich absichern können. Wir haben schon ein Bändchensystem, mit dem wir die Altersgruppen differenzieren können“, beschrieb die junge Frau die bisherige Vorgehensweise.

Verantwortung ist wichtig, gab der Polizeikommissar den Anwesenden mit auf den Weg, aber auch Augenmaß: „Eppertshausen ist kein heißes Pflaster und kein krimineller Brennpunkt. Sie können sich hier wohlfühlen.

Quelle: op-online.de

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