Höhepunkte der Vereinsgeschichte

+
Auch ohne Souvenirs bliebe die Reise des Kirchenchors in die Toskana unvergessen - mit ihnen allerdings erst recht.

Münster/Eppertshausen - Wer Geselligkeit sucht, findet sie in Vereinen - und die Auswahl ist dabei groß: Musik und Gesang, Feuerwehr und Rotes Kreuz, Sportarten wie Turnen, Tauchen, Kampfsport und Fußball. Auch Wandern und Naturschutz gibt es in Münster und Eppertshausen. Von Jasmin Frank

 

Die meisten Vereine blicken dabei auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück, in der viel passiert ist: Wettkämpfe, Konzerte, Ausflüge und Einsätze bereicherten das Vereinsdasein. Lustige Anekdoten, spannende Spiele und faszinierende Reisen waren Erlebnisse, die im Laufe der Jahre im Bewusstsein blieben. Doch trotz der vielfältigen Eindrücke hat fast jeder Verein ein herausragendes Ereignis, das für seine Mitglieder von besonderer Bedeutung ist, ganz gleich, ob es erst kürzlich geschehen ist, oder aber schon viele Jahre zurückliegt. In der heute startenden Serie werden solche „Höhepunkte der Vereinsgeschichte“ noch einmal hervorgeholt - zum Erinnern, Schmunzeln und Schwelgen. Heute: der Kirchenchor Sankt Valentin.

Gesungen wird in Eppertshausen viel und gerne – gleich drei Chöre gibt es vor Ort, darunter ist seit 1930 der katholische Kirchenchor Sankt Valentin. Vieles hat sich seitdem verändert, doch eines ist immer gleich geblieben: Zum Spaß am Singen kommt bei den Mitgliedern auch die Freude an gemeinsamen Unternehmungen. So ging es bereits in den sechziger Jahren zum Wertungssingen nach Lörzweiler, wo der Chor gute Beurteilungen erhielt. Zwar stehen die wöchentlichen Proben, die Begleitung der Messen und weitere Auftritte im Mittelpunkt des Chorlebens, doch die gemeinsamen Ausflüge und Reisen sind immer wieder für alle Sängerinnen und Sänger etwas ganz Besonderes.

Genug Zeit für Geselligkeit

„In der Regel machen wir jedes Jahr einen mehrtägigen Ausflug, bei dem wir uns der Kultur und der Landschaft unseres Reisezieles widmen und, wenn möglich, vor Ort in einem Gottesdienst singen“, erzählt der Vereinsvorsitzende Edmund Becker während einer Chorprobe. So kam es, dass die Eppertshäuser schon in Budapest, in Lourdes, in Wien und in Paris katholische Gottesdienste begleiteten. Zusätzlich unternimmt der Chor jährliche Klausursingen. „Das hört sich nicht nur streng an, das ist auch so!“, bemerken die Sänger lachend, die wissen, dass auch immer genügend Zeit für die Geselligkeit bleibt.

Informationen zum Chor Sankt Valentin gibt es auch im Internet. 

So war es auch bei ihrem Höhepunkt in der Vereinsgeschichte: Ein gemeinsamer Singworkshop in der Toskana im Jahr 2010 ist allen in bester Erinnerung geblieben. Zum 80-jährigen Bestehen des Vereins durfte es eben mal etwas Außergewöhnliches sein. „Für viele war diese Reise voller neuer Eindrücke, manche waren noch nie geflogen, andere genossen die Fahrt von Florenz zu der dortigen Bleibe, einer alten Villa, die einsam auf einem Hügel thronte“, erinnert sich Becker. Eine Flucht vor den Proben war daher unmöglich, scherzen die Eppertshäuser, schwärmen dann aber: „Die Organisation der Reise und des Workshops waren einfach perfekt - genau die richtige Mischung aus Proben und Freizeit.“

Intensive Erlebnisse schweißten zusammen

Ganz neu im Chor war damals Andrea Heilmann, die munter erzählt: „Für mich war das etwas schwierig, denn als mich im Chor anmeldete, musste ich auch gleich noch die Reise buchen, und das mit Menschen, die ich ja noch gar nicht richtig kannte.“ Das änderte sich schnell, denn die intensiven Erlebnisse schweißten die Gruppe eng zusammen. „Wir haben in dieser Woche 17 Stunden miteinander gesungen, Lieder einstudiert und auch die Gelegenheit genutzt, jede Stimme einzeln zu proben“, berichtet Claudia Roth. Dabei sei zu hören gewesen, wie aus dem Chor ein gemeinsamer Klangkörper geworden sei, ergänzt die Chorleiterin, die vor allem die Atmosphäre der alten Villa genoss, inklusive der Proben im Spiegelsaal.

Wenn die Eppertshäuser von ihrer Toskanareise erzählen, dann strahlen bei allen die Augen und viele Erinnerungen kommen auf, die auch durch die zahlreichen Souvenirs wach gehalten werden, die aus dem Süden mitgebracht wurden: Kochmützen, Wein, Alabaster, Tücher und eine kleine Pinocchio-Puppe werden bestaunt und jeder hat noch eine Anekdote zu erzählen. Denn nach den Proben und den Exkursionen nach Siena, Pisa und Volterra konnte jeden Abend ein gemeinsames Vier-Gänge-Menü mit Wein und Gesang unter freiem Himmel genossen werden. „Aber die Lieder aus den Proben haben wir dann nicht mehr gesungen“, betont Elisabeth Müller schmunzelnd, die schon auf vielen Reisen des Kirchenchores mit von der Partie war und zusammenfasst: „Diese Fahrt nach Italien war so wunderbar, dass sie nicht mehr zu überbieten sein wird.“

Quelle: op-online.de

Kommentare