Eltern müssen mehr bezahlen

Höhere Kita-Gebühren

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Parallel zum Klötzchen-Turm in der Kita Sonnenschein steigen die Kita-Beiträge für die Eltern. Ab August werden die Plätze in Eppertshausen teurer, für U3-Kinder sogar deutlich.

Eppertshausen - Die Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig werden weniger Kinder geboren. Beide Veränderungen mahnt die Politik stets gebetsmühlenartig an. Weitreichende Maßnahmen bleiben wegen leerer Kassen aber meist aus. Von Michael Just

Im Gegenteil: In der kommunalen Kita Sonnenschein scheint die Sonne nun gar nicht mehr so hell auf moderate Kita-Gebühren. In der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend stimmten CDU und FDP für die Erhöhung der Beiträge. Die SPD lehnte die Mehrkosten für die Eltern ab.

Schon ab dem 1. August wird es teurer: Bei den Regelkindern (Betreuungszeit 7.30 bis 12.30 Uhr) fallen dann 105 Euro im Monat an, bei den Krippenplätzen für unter Dreijährige für die gleiche Betreuungszeit schon 275 Euro. Während es bei den Regelkindern nur um zehn Euro teurer wird, steigen die Kosten für U3-Kinder deutlicher an: Hier schlagen gleich 85 Euro im Monat mehr zu Buche.

Erhöhter Personalbedarf

Um keine Wettbewerbssituation zu haben, wird die katholische Kita St. Sebastian ihre Gebühren erfahrungsgemäß anpassen. Die auffallende Kostenunterschied von U3 zu Ü3 kommt in erster Linie durch die Gruppengrößen und damit den erhöhten Pesonalbedarf zustande.

Bei Ü3 sind Gruppengrößen bis 25 Kinder möglich, bei U3 nur bis zu zehn. Auch beim letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung, das bisher im Kreis nur in Weiterstadt und Eppertshausen komplett frei war, gibt es Änderungen. Fortan übernimmt die Gemeinde nur noch fünf Stunden pro Tag. Der SPD-Antrag, neun Stunden kostenfrei zu lassen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

„Niemand erhöht gerne Gebühren. Aber wir müssen auf stabile Finanzen achten“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Brockmann. Es gebe Rahmenbedingungen von Bund und Land zur Haushaltskonsolidierung, die keine andere Wahl ließen. Er rief in Erinnerung, dass der Zuschussbedarf der Gemeinde für die lokalen Kindergärten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Lag er 2002 noch bei 413. 000 weise er 2012 schon 834. 000 Euro aus. „Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, sollte sich daran auch in angemessener Form beteiligen“, sagte der Christdemokrat.

Betrifft fast alle Kitas im Kreis

Durch den gesetzlichen Anspruch auf U3-Krippenplätze ab dem 1. August kommen derzeit auf fast alle Kitas im Kreis höhere Kosten zu. So ist Eppertshausen nicht die einzige Kommune, die an der Gebührenschraube dreht und die Beiträge für Familien, neben den Zuschüssen von Land und Gemeinde, auf neue Füße stellt.

Fortan übernehmen Eltern von Ü3-Kindern nun 34,45 Prozent der anfallenden Gesamtkosten von 304,79 Euro für einen Platz. Bei den U3-Kindern sind es 35,11 Prozent bei Gesamtkosten von 783,40 Euro (Betreuungszeit jeweils von 7.30 bis 12.30 Uhr). Die neuen Gebühren liegen über dem Kreisdurchschnitt. Mit umgerechnet 1,05 Euro pro Betreuungsstunde (2,75 Euro bei U3) befinden sich die Gebühren aber noch deutlich unter den Sätzen, die Tagesmütter mit vier bis sechs Euro pro Stunde in Rechnung stellen würden.

SPD lehnt Erhöhung ab

Die SPD lehnte die Gebührenerhöhung ab. „Uns fällt auf, dass beim neuen Baugebiet Im Eichstumpf junge Familien mit Preisnachlässen gelockt wurden. Dafür werden jetzt die Betreuungsplätze knapp und teurer“, sagte Hans-Joachim Larem für die SPD-Fraktion.

Für ihn wäre es besser gewesen, wenn man von den 1,1 Millionen Euro – soviel haben die Preisnachlässe ausgemacht – einen weiteren Kindergarten gebaut hätte. Der Gefahr, dass der wegen des demographischen Wandels irgendwann leer steht, sieht Larem nicht und hält dagegen, dass ein solches Gebäude auch für die Betreuung von Schulkindern in Frage käme.

Dem Wunsch, einen weiteren Kindergarten zu bauen, konnte die CDU nicht folgen. „Das hätte dazu geführt, dass die Zuschuss-Summen noch weiter steigen. Jeder weiß, dass Gebäude und Personal mit Abstand die deutlichsten Kosten bei einer Kita sind“, so Brockmann. Für ihn und die CDU ist es angebracht, auch weiterhin mit den zwei vorhandenen Einrichtungen auszukommen.

Quelle: op-online.de

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