An der Thomashütte

Halloween Nights: Grusliges Horror-Casting

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Keine Zuckerpuppen aus Bill Ramsays Bauchtanztruppen, sondern Thomashüttens Monstergruppe.

Eppertshausen - Das keckernde Lachen des irre gewordenen Bankers aus Mainhatten mit der Glasscherbe in der blutüberströmten Wange und dem zerbeulten Bowler Hat auf dem schwarzen Haar überzeugte die Jury. Von Thomas Meier 

Ebenso der tote Ritter mit dem Eisenhandschuh, die bauchtanzende Zombiequeen oder die blutrünstige Vogelscheuche aus dem Vogelsberg. Sie alle und ein paar mehr stellten sich jetzt einem Casting der schaurigen Art in der Scheune der Thomashütte, um eben dort vom 29. Oktober bis 2. November als Erschrecker im Gruselparcours der Halloween Nights aufzutreten.

Die Hardcore-Zirkusshow zu Allerunheiligen im vergangenen Jahr hatte nur am Premierentag ein wenig Startprobleme auf der Thomashütte. Doch wie es auch unter Horrorfans so ist: die Mundpropaganda macht’s. Und das Spektakel, das da von Thomashütten-Mitbetreiber und Zirkusmann Alex Ramien auf die skelettierten Beine gestellt worden war, machte wie ein Lauffeuer die Runde bei den Gruselfanatikern im Rhein-Main-Gebiet. Nicht zuletzt durch die Mitwirkung von Mareike Biek, Grande Dame des Grauens und seit ihrer letzten Selbstinszenierung auch als „Madame Madenbacke“ bekannt. Die Airbrush-Künstlerin aus Altheim versteht sich wie kaum jemand aufs Schminken von Maniacs und anderen Untoten. Sie brachte ihre Erfahrungen vom Zombiewalk in Frankfurt ein und eine Fangemeinde mit zum Geschehen in den Wald zwischen Eppertshausen und Grube Messel.

Halloween Nights an der Thomashütte

Und sie saß jetzt auch in der Jury, der sich ein Dutzend Erschreckenswütiger stellten. Gemeinsam mit Gerd Hübner aus Mainz, PR-Mann der Thomashütte, und Peter Kremer aus Limburg, Zirkus-Akteur wie Alex Ramien und nicht nur in der Rhein-Main-Szene bekannt, stellten die drei den angereisten schaurig-schönen Laien-Darstellern fast durchweg gute Noten aus. Immerhin sieben schafften den Sprung ins „Horror-Biss’nes“ der Hütte. Mit einem zweiten Casting soll Ende August, Anfang September weitere Schreckgespenster rekrutiert werden. Nicht als Erschrecker, sondern als Liveband für die neue Halloween Nights-Show „Skandal“ bewarb sich die Gruppe Shawn aus Hanau mit „daynamischer Rockmusik“. Sie brachte die Jury zum Staunen und die Knochen der Zombies mächtig zum Zucken. Ende Juli wird entschieden, ob die Rockband mitwirken darf.

Totenritters Auftritt in Eppertshäuser Scheuer-Gruft.

Die Bewerber nehmen einige Unbilden auf sich, um ihrem Erschreckerdasein frönen zu dürfen. So erfuhr der gecastete Mainhatten-Banker mit der Glasscherbenbacke etwa im Frankfurter Horrorzirkus von der etwas anderen Hütten-Gaudi bei Eppertshausen: Marcello Hofmann (24) hat sich bereits Urlaub bei seiner Firma für die Zeit des Auftritts geben lassen. Sascha König (35) aus Mainhausen mimt den toten Ritter. Er war vergangenes Halloween als Fotograf auf der Thomashütte dabei, nun will er selbst abgelichtet werden. Sven Walter aus dem Vogelsberg mimte mit „Death of a Clown“ in Frankfurt beim Horrorzirkus mit, nun kommt er als meuchelnde Vogelscheuche zu seinem Erschreckerrecht. Silke Neudecker aus Hainburg erfuhr im Internet vom Gruselspaß. Sechs Jahre hat sie bereits Freude am Bauchtanz. Beim Zombiewalk holte sie sich weitere Inspirationen und jetzt wird blutiger Ernst hinterm Schleier. Und auch Gerda Fuchs aus Urberach hat erneut den Einzug in die Schreckensgarde geschafft. Kam sie vergangenes Jahr als Hexe zu Potte, so will sie heuer als „Puppe, die immer sprechen möchte“, den Nerv des Publikums treffen.

Zombie-Walk durch Frankfurt

Zombie-Walk durch Frankfurt

Mit 18 Jahren dürfte als Letzt-Gecasteter der Altheimer Marcel Braun der derzeit jüngste im Horrorkabinett sein. Der Bankkaufmann im ersten Lehrjahr weiß genau: In seiner Garderobe als „mitgenommener Arzt“ hätte er bei seinem derzeitigen Arbeitgeber keine Chance auf einen weiteren Auftritt.

Quelle: op-online.de

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