Hort erneut vertagt

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Dunkle Gewitterwolken zogen am Donnerstagabend über Eppertshausen hinweg, als im Rathaus über die Frage des Hortes, den die Kirche gern im derzeit zu sanierenden Pfarrhaus sähe, wieder einmal nicht entschieden wurde.

Eppertshausen - Vor knapp einem Jahr kündigte die Gemeinde den Trägervertrag zur Kindertagesstätte St. Sebastian mit der Kirche, weil es Unstimmigkeiten über die Finanzierung sowie die Notwendigkeit einer Bürokraft für die inzwischen siebengruppige Einrichtung gab. Von Thomas Meier 

Außerdem hängt an diesem aufgehobenen Kontrakt der Hort. Mehrfach berieten seitdem die Ausschüsse und die Gemeindevertretung. Nachdem sich im März eine Einigung abgezeichnet hatte und neue Verträge mit dem Bistum Mainz schon unterschriftsreif schienen, platzte der Beschluss, weil angeblich wichtige Dokumente zu spät bei der Gemeinde eingegangen seien (wir berichteten mehrfach). Und auch am Donnerstagabend wurde der einzige Tagesordnungspunkt, der neue Vertrag mit dem alten Partner katholische Kirche, wieder vertagt. Zumindest im wichtigen und umstrittenen Punkt des Hortes. Die Abstimmung ergab ein Patt, weil sich drei Christdemokraten ihrer Stimme enthielten.

Drei Punkte lagen zur Abstimmung vor, über die bereits im Haupt- und Finanzausschuss debattiert worden war. Dabei ging es um die Aufhebung eines Beschlusses der Gemeindevertretung vom 18. Dezember, dem jetzt gegen die Stimmen der SPD zugestimmt wurde. Ebenfalls gegen die SPD votierte die Mehrheit der Gemeindevertreter dafür, den neuen Vertrag für eine weitere Trägerschaft der Kindertagesstätte durch das Bistum Mainz zu unterzeichnen. Beim Hort schieden sich die Geister.

Waren für die Unterbringung des Horts bereits Räume in der Mira-Lobe-Schule ins Auge gefasst worden (hier sollte die Schule des Landkreises für Sprachförderung ihren naturwissenschaftlichen Raum abgeben), so hatten die Kirche und der Elternbeirat des Horts signalisiert, dass die für die Nachmittagsbetreuung vorgesehenen Räume im Niederfeld nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Der Hort sollte stattdessen im Erdgeschoss des derzeit in Gesamtsanierung befindlichen Pfarrhauses an der Babenhäuser Straße untergebracht werden.

Kräftig ins Wanken geraten

Was schon unter Dach und Fach schien – mit Pfarrer Harald Christian Röpers Segen – kam auch am Donnerstag nochmals kräftig ins Wanken. Da nutzte es auch nichts, dass Bürgermeister Carsten Helfmann erinnerte, dass sowohl Hort-Eltern wie auch die Kirche das Raumkonzept im Pfarrhaus favorisierten, man dem Kreis als Schulträger bereits signalisiert habe, die Räumlichkeiten in der Lobe-Schule nicht nutzen zu wollen, weil sie nicht passend seien. Die zu querende Babenhäuser Straße mit ihrem Verkehr warf Bedenken auf. Von der Kita zur Schule sei der Weg gefahrloser, befanden einige.

Als falsch informiert zeigte sich ein Sprecher der SPD, der wohl weiterhin die Schullösung für den Hort favorisierte. Seinen Einwand, die Mira-Lobe-Schule verliere ja wohl Schüler, gar ganze Klassen, konnte die anwesende Schulleiterin umgehend entkräften. Laut Jutta Meier müsse die Sprachheilschule gar Kinder vom gewünschten Schulbesuch ablehnen, „weil wir den Platz nicht haben“. Es handelt sich hierbei vor allem um Vorklassenkinder. Zwei Vorklassen à acht Kinder hat die Schule, für eine eine dritte Klasse bestünde der Bedarf. Doch diese Kinder mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung mit Schwerpunkt Sprache müsse man aus Platzgründen abweisen.

Nun signalisierte die SPD, man gehe mit der Gesamtverfahrensweise zur Vertragsschließung nicht konform, lehne deshalb alle drei Beschlusspunkte ab. Fanden die beiden ersten Punkte noch eine Mehrheit von elf Stimmen gegen sieben Nein-Sager und eine Enthaltung, so geriet die Hortfrage zum 8:8-Unentschieden bei drei Enthaltungen. Da hatte auch der Beitrag von Thorsten Weber (FDP) nichts ändern können, der befand: „Ich bin froh, dass es endlich eine Lösung gibt, der alle zustimmen können und die uns weiter bringt.“ Dem war nicht so.

Quelle: op-online.de

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