Vom Insektenhotel bis zur Schwalben-Bohrung

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Eine spannende naturkundliche Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hergershäuser Wiesen bot die Ortsgruppe Münster im Naturschutzbund (NABU) für alle interessierten Bürger an - auch Uferschwalben waren zu sehen.

Münster ‐ Eine spannende naturkundliche Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hergershäuser Wiesen bot die Ortsgruppe Münster im Naturschutzbund (NABU) für alle interessierten Bürger an. Von Jasmin Frank

Trotz widriger Wettervorhersagen kamen über 80 Teilnehmer aller Altersgruppen zum Startpunkt, dem Park-und-Ride-Parkplatz in Altheim. Der jüngste Teilnehmer hatte es dabei am bequemsten: Er lag noch im Kinderwagen und ließ sich schieben.

Unter der Führung von Hans Ulrich ging es zunächst zu dem Gebiet „Auf dem Sand“, wo die erst kürzlich vorgenommene Erweiterung der Wasserflächen und der zweite Storchenhorst zu besichtigen waren. Wie zu erfahren war, kann auch bei diesem Horst demnächst mit Nachwuchs gerechnet werden, denn seit etwa 14 Tagen werden dort die Eier bebrütet. Früher dran sind die ebenfalls hier mittlerweile beheimateten Kanadagänse, bei denen sich der Nachwuchs bereits eingestellt hatte. Schön zu beobachten waren mehrere kleine Federbällchen, die um das stolze Elternpaar herum watschelten.

Der nächste Halt galt dem Insektenhotel und auch hier ging es um Fortpflanzung, denn es gab allerlei Informationen rund um das komplizierte Liebesleben der Insekten zu hören. Kurz danach waren die Nester der Saatkrähenkolonien zu sehen und nur wenige Schritte weiter gelangten die Wanderer zu der erst im letzten Jahr vom NABU Münster neu angelegten so genannten „Abbruchkante“, die Uferschwalben anlocken sollte. Der Erfolg dieser Maßnahme übertraf sämtliche Erwartungen: Bereits in diesem Jahr wurden 90 Nestbohrungen an der Steilwand gezählt.

Wanderung entlang der Gersprenz

Abwechslungsreich ging es weiter, im Verlaufe dieses Streckenabschnitts konnten acht Störche beobachtet werden und auch der akustische Rahmen ließ nichts zu wünschen übrig, da der Gesang der Nachtigallen die Teilnehmer begleitete.

Die Wanderung führte weiter entlang der Gersprenz, wo in den Feuchtwiesen zahlreiche Wasservögel, beispielsweise Graugänse, Flussregenpfeifer, Grünschenkel, Kampfläufer, Kiebitze, Grau- und Silberreiher beobachtet werden konnten. Wer den Blick nach oben richtete, konnte neben Mäusebussarden auch Schwarzmilane, Turmfalken und Feldlerchen sehen. Am Storchenhorst an der Kläranlage blickten bereits die ersten Jungstörche neugierig über den Nestrand hinaus, aber ob es drei oder gar vier Jungstörche sind, konnte nicht bestimmt festgestellt werden.

Auf dem Rückweg wurden in den Wiesen noch einige Schafstelzen und Schwarzkehlchen gesichtet und den Ohrenschmaus übernahmen dieses Mal der Kuckuck und der Grünspecht.

So ging die Wanderung des NABU Münster nach drei Stunden zu Ende und die Organisatoren bedankten sich für die zahlreiche Teilnahme und für das rege Interesse an ihren Naturschutzprojekten rund um den Ort.

Quelle: op-online.de

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