Inspiriert auch von Zeitungsfotos

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Manchmal malt Syliva Heil nach fotografischen Vorlagen, wie hier nach einem Foto aus unserer Zeitung, das den Odenwald mit seinen blühenden Rapsfeldern zeigt.

Eppertshausen - „Inspiriert hat mich mein Vater, Konrad Petzold, und als er mir meine ersten wirklich guten Buntstifte schenkte, wusste ich genau, was ich machen wollte – malen!“ So erinnert sich Sylvia Heil. Von Jasmin Frank

Zwischen ihren ersten Versuchen und ihren jetzigen künstlerischen Fertigkeiten liegen fünf Jahrzehnte, in denen sich viel verändert hat: Zwar nutzt die Malerin noch immer gerne Buntstifte, doch Öl- und Acrylfarben werden von ihr ebenso verwendet wie zarte Pastellkreide.

Bescheiden und zurückhaltend erzählt sie von ihrem Hobby, doch was sie malt, kann sich sehen lassen: Ganz gleich ob großflächige, farbenfrohe Bilder von Blumen und Blüten oder aber zarte punktierte Bilder von Booten und Wasser, als Betrachter fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Manches ihrer Werke ist so detailgetreu nachempfunden, dass auf den ersten Blick nicht zu sehen ist, ob es sich um eine Fotografie oder ein Gemälde handelt.

„Ich male eben gerne nach Vorlage und da fällt es mir leicht, mir ein Urlaubsfoto, eine Postkarte oder ein Bild aus der Zeitung zum Vorbild zu nehmen“, erläutert Heil. So unterschiedlich ihre Werke sind, so differenziert ist auch ihre Herangehensweise. „Manchmal entsteht die Idee zu einem Bild ganz spontan, so habe ich einmal einfach aus dem Fenster geschaut und der Himmel war ganz prächtig eingefärbt und mit dramatischen Wolken überzogen. Das habe ich dann schnell fotografiert und daraufhin ein Bild von diesem Eppertshäuser Himmel gemalt“, erzählt die Künstlerin.

Doch schmunzelnd gesteht sie, dass andere Gemälde viel profaner entstanden sind: „Wir haben unser Wohnzimmer neu gestaltet und dabei die Farbe Lila in den Mittelpunkt gerückt. Danach brauchte ich noch ein Bild für meine neu gestrichene Wand und habe mir dann zwei ab-strakte Bilder gemalt.“ Doch so einfach ist das nicht, und damit die Bilder Wirkung zeigen, hat sich Heil spezielle Techniken angeeignet. So bringt sie verschiedene Farbschichten auf und verwendet nicht nur Pinsel, sondern auch Spachtel. Regelmäßig besucht sie Kurse im Dieburger Atelier Henon und lernt dort immer noch etwas dazu. Aber fährt sie durchaus auch einmal weiter weg, um sich neue Fähigkeiten anzueignen. „Im vergangen Jahr habe ich einen Kurs in Augsburg besucht, weil mich die abstrakte Malerei begeistert. Ich habe vor allen Dingen gelernt, dass abstrakt zu malen wesentlich schwieriger ist, als anschaulich zu zeichnen. Man braucht viel mehr Phantasie“, sagt sie.

Sylvia Heil hat früh festgestellt, dass sie gerade schwierige Aufgaben reizen. So sucht sie sich immer wieder Motive aus, die besonders komplizierte Proportionen in sich bergen. „Jeder, der kreativ tätig ist, will sich doch weiterentwickeln“, meint sie und will konsequent ihre Fertigkeiten ausbauen. Damit ihr der Weg zur abstrakten Malerei aber nicht zu langwierig wird, malt sie zwischendurch immer mal wieder etwas „Handfestes und Bodenständiges“, wie sie lachend erzählt: „Meine Enkelinnen kommen gerne mit Aufträgen zu mir und dann male ich, was ihnen gut gefällt, sei es ein verstorbenes Kaninchen oder aber Pferde, die kraftvoll über das Wasser toben.“ Sie selbst hat auch eine Vorliebe: die Mohnblume.

„Ich mag Farben so gerne, am liebsten würde ich in ihnen baden. Der Mohn hat einerseits eine sehr kräftige Farbe, andererseits jedoch ganz zarte Blätter, und diesen Kontrast finde ich besonders schön“, sagt Heil, während sie in ihrem Atelier steht und schon das nächste bunte Bild in Angriff nimmt: die sanft geschwungenen Hügel des Odenwalds mit ihren saftigen grünen Wiesen, gelben Rapsfeldern und weißen Apfelbaumblüten.

Quelle: op-online.de

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