Inspirierter Schmuck braucht seine Zeit

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Art Clay - solchen Schmuck können Kursbesucher bei Ines Arndt ganz einfach selbst gestalten.

Eppertshausen ‐ Sie präsentiert ihre Kunst in New York, Chicago und Santa Fe, verkauft ihren Schmuck im Musée Arts decoratifs in Paris und arbeitet in Eppertshausen: Von Jasmin Frank

Ines Arndt, gelernte Goldschmiedemeisterin und staatlich geprüfte Gestalterin schafft Bilder und Schmuckdesign und ist für ihre Stücke schon mehrfach ausgezeichnet worden. „Goldschmiedin war mein Traumberuf und ich bin sehr froh, jetzt selbstständig arbeiten zu können. Ich bilde mich immer weiter und habe auch eine Ausbildung als Edelsteinfasserin“, informiert die rührige Künstlerin.

Schon als Kind hatte ihr das Malen große Freude gemacht, stundenlang saß sie über den großen Papierbögen, die ihr Vater Horst, ein Architekt, ausgemustert hatte und zeichnete. „Besonders das Entwerfen fasziniert mich. Auch heute noch feile ich lange an einer Idee, manchmal dauert es bis zu einem Jahr, bis ich meine Inspirationen ganz konkret handwerklich umsetzen kann“, berichtet sie.

Das Besondere an ihren Arbeiten ist, dass sie sich nicht auf ein Material beschränkt, sondern neben den bekannten Edelmetallen, die konventionell für Schmuck verwendet werden, auch ganz andere Wege geht und mit Kunststoff oder Stahl arbeitet. „Bei diesem Armband hier habe ich es mir etwa zur Aufgabe gemacht, dass der Stahl nach Bearbeitung so geschmeidig wie Seide sein soll“, sagt sie und zeigt auf eines ihrer besonders ausgezeichneten Stücke.

In ihrer Werkstatt benötigt Ines Arndt viele Maschinen für ihr kreatives Handwerk.

Ihre Ideen entnimmt sie häufig der Natur. Für Arndt hat alles, was in der Umwelt vorzufinden ist, einen inneren Rhythmus, den sie zu finden und dann in ihre Kunst umzusetzen versucht. „Jedes Mal, wenn ein Schmuckstück entsteht, ist es gekennzeichnet durch meine Frage nach der Korrespondenz zwischen Rhythmus, Klang und innerer Gestalt“, so Arndt. Gerade in ihrer Serie „Raindrops“, die aus Kunststoff gefertigt ist und fließende, weiche Formen in verschiedenen Kombinationen miteinander vereint, wird dieses Motto deutlich. „In dieser Arbeit hat sich eine einzelne, identische Form, ähnlich eines Tropfens, durchgesetzt, die sich in ein neues, festgelegtes System zusammenfügt, zu einem höheren Ganzen. Diese Klangsynthese ist die Abfolge und Überlagerung von kurzen, melodischen, rhythmischen Motiven und in harmonischer Fortschreitung auf das Wesentliche reduziert“, beschreibt Arndt ihr Werk, das sogar in die renommierte Modern Jewel Collection aufgenommen wurde.

Auch wenn sie ihre Arbeit als Kunst versteht, geht der Eppertshäuserin nicht der Bezug zum Handwerk verloren. In ihrer Werkstatt finden sich neben einigen großen Maschinen auch ganze Sortimente von Werkzeugen, mit denen sie auch die ganz alltäglichen Aufträge ihrer Kunden bearbeitet: Trauringe erweitern, Ketten reparieren oder alten Familienschmuck ausbessern stehen auf ihrem Programm. Dazu fertigt sie auch Schmuck an, der in vielen Situationen tragbar ist, teils ganz schlicht, mal aber auch auffällig mit großen Edelsteinen besetzt. Häufig findet sie eine Form, die ihr besonders zusagt und setzt diese dann in immer neuen Varianten zusammen. „Jedes meiner Schmuckstücke ist etwas Einzigartiges, ich fertige ihn ja hier vor Ort selbst an. Damit ist er hochwertiger als der Standard, den man anderswo häufig bekommt, der zudem im Ausland hergestellt wird und fast wie Massenware verkauft wird“, informiert Arndt.

Sie entwickelt sich immer weiter, ihr neuestes Projekt ist „Art Clay“, eine Methode, Silberschmuck ganz einfach selbst herzustellen. „Ich biete Kurse an, in denen jeder seinen Schmuck, ganz gleich ob Anhänger, Ring oder Brosche, selbst herstellen kann. Dabei arbeiten wir mit einer Modelliermasse aus reinem Silber, die sich wie Ton gestalten und brennen lässt“, informiert die kreative Frau.

Damit sich die Menschen vor Ort einen Überblick über ihre Bilder, ihren vielseitigen Schmuck und die Kursangebote verschaffen können, bietet sie derzeit eine Ausstellung in ihrem offenen Atelier an. Immer von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 18.30 Uhr sowie an Heiligabend von 11 Uhr bis 13.30 Uhr sind ihre hellen und einladenden Räume in der Hauptstraße 72 oder nach Vereinbarung unter kreativkurs.arndt@web.de geöffnet.

Quelle: op-online.de

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