Interessenten für Areal im Park 45

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Das ehemalige Asphaltmischwerk im Eppertshäuser Gewerbegebiet Park 45 wird derzeit demontiert.

Eppertshausen - Die Gemeinde soll größer werden. Vor allem hofft man in der Verwaltung auf die Ansiedlung von steuerzahlkräftigem Gewerbe. Zu diesem Zweck war Bürgermeister Carsten Helfmann Dienstag und Mittwoch auf der Immobilienmesse Expo Real in München. Von Thomas Meier

Dort warb er für zwei riesige Gewerbeflächen im rund 14 Hektar großen Gewerbegebiet „Park 45“. An der Einsteinstraße wartet ein knapp 30000 Quadratmeter großes, bereits voll erschlossenes und bezugsfertiges Areal auf neue Nutzer. Ebenfalls soll die benachbarte Industriebrache der ehemaligen Baufirma Eissner mit einer Gesamtfläche von rund 40000 Quadratmetern spätestens Mitte nächsten Jahres an den Mann gebracht sein.

Gespräch mit Interessenten für Eissner-Gelände

Helfmann verzeichnete einen schönen Teilerfolg: Nächste Woche laufen an zwei Tagen im Rathaus bereits erste Gespräche mit einem möglichen Investor und einem sehr interessierten Nutzer an der bezugsfertigen kleineren Immobilie. „Störfaktoren“ auf der Eissner-Brache wie eine riesige Asphaltmischanlage und ein dort beheimatetes Recycling-Unternehmen mit Wertstoffanlieferungsplatz müssen allerdings wohl erst noch komplett beseitigt werden, bevor sich hierfür auch erste Interessenten melden werden.

Expo erfüllt Erwartungen des Bürgermeisters nicht

Helfmann zur Expo: „Die Stimmung auf der Messe hat sich nicht so gut entwickelt wie ich es mir im Vorfeld erhofft hatte.“ Die weltweite Kreditklemme mache vielen Investoren doch noch mehr zu schaffen als erwartet, sagte der Bürgermeister, der auch vergangenes Jahr bei der Expo war.

Dennoch: Fürs kleinere Gewerbegrundstück gibt es Interessenten, die gewillt scheinen, rund zehn Millionen Euro zu investieren. Etwa 2,5 Millionen Euro kostet das Grundstück, legt man einen marktüblichen Preis von derzeit 85 Euro pro Quadratmeter an. Und sechs bis 7,5 Millionen Euro kosten nochmals die Gebäude, die man fürs Geschäft auf solch ein Areal setzen lässt.

Handelsbetrieb aus der Region

Wer genau sich als Nutzer für dieses Stück Gewerbegebiet interessiert, wollte Helfmann noch nicht verraten, nur soviel: „Es ist ein Handelsbetrieb aus unserer Region mit etwa 50 Mitarbeitern.“ Er stehe dem Interesse positiv gegenüber.

An den beiden Expo-Tagen knüpfte Helfmann zahlreiche Kontakte mit Interessenten, kann doch Eppertshausen mit einer recht zentralen Lage in der Bundesrepublik aufwarten. Und der Netzwerkpflege widmete sich der Verwaltungschef ausgiebig. Nur mit dem Eissner-Grundstück kam er bislang nirgends an.

Ende vergangenen Jahres erwarb die Gemeinde das große Grundstück von der Eigentümerin, wie vom Parlament beschlossen, für 2,6 Millionen Euro. Die Politiker waren sich einig, dass die Asphalt-Mischanlage nicht mehr in den modern ausgerichteten „Park 45“ passt, in dem sich bereits zwei große Lebensmittelmärkte und mehrere Gewerbebetriebe etabliert haben. Weitere Fachmärkte bekundeten bereits Interesse an einer Ansiedlung.

Asphaltanlage zieht von Eppertshausen nach Langen

Doch muss die Gemeinde wohl vor einem Verkauf vom Eissner-Grundstück klare Verhältnisse schaffen. Hierzu beauftragte sie mit einem städtebaulichen Vertrag die Kommunalentwicklung Baden-Württemberg mit der Abwicklung. Die Stuttgarter vereinbarten mit den ehemaligen Eigentümern, dass sie gewisse Altlasten auf ihre Kosten beseitigen werden. Darunter beispielsweise Ölabscheider und Sedimentationsbecken neben den alten Lagerhallen im Bereich der Einsteinstraße. Die Asphaltanlage wird demontiert und in Langen wieder aufgebaut, das Recyclingunternehmen zieht um nach Rodgau.

Nach dem Umzug wird auch das Regierungspräsidium Darmstadt seine Kontrolleure aussenden, um eine fachgerechte Entsorgung zu gewährleisten. Bis Mitte nächsten Jahres, so Helfmann, hoffe man grünes Licht für einen Weiterverkauf zu bekommen.

3,2 Millionen kostet Abriss der Gebäude

„Wir erhalten das Grundstück besenrein vom Eigentümer und reißen die Baulichkeiten ab“, informiert Helfmann. Die Gemeinde möchte dem neuen Nutzer das Areal als „grüne Wiese“ anbieten, weshalb sie auch noch Geld in die Hand nehmen müsse: „Allein der Abriss der Bauwerke wird mehr als 3,2 Millionen Euro kosten. Ob dieses Geld durch den Geländeverkauf wieder hereinzuholen ist, muss sich erst noch zeigen.“ Die Bürger dürften sich jedenfalls freuen: Saubere Betriebe werden in der Gemeinde angesiedelt.

Quelle: op-online.de

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