Josef und Monika Müller feiern Goldene Hochzeit

Liebe beginnt an Haustür

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Feiern heute ihre Goldene Hochzeit: das Ehepaar Josef und Monika Müller aus Eppertshausen.

Eppertshausen - „Jung gefreit hat nie gereut“: Josef und Monika Müller sind gerade einmal 70 und 67 Jahre alt – und feiern am 29. Dezember doch schon ihre Goldene Hochzeit.

„Es hat sofort gefunkt“, sagt die aus Münster stammende Jubilarin, die mit Mädchennamen Braun heißt und aus der längst (auch) eine Eppertshäuserin geworden ist. Für das erste Treffen mit der Liebe ihres Lebens musste sie einst nicht einmal ihr Elternhaus in der Hintergasse verlassen. Denn dort lernten sich Josef Müller und seine spätere Frau 1964 kennen. „Das war bei uns vor’m Hoftor“, erinnert sie sich. „Meine Freundin Erika hat mich nach draußen gerufen – da hat er gestanden.“ Auch als waschechter Eppertshäuser sei man in den 60ern abends durchaus in Münster unterwegs gewesen. „Im Tanzcafé und im Kino hat sich die Jugend getroffen“, blickt Josef Müller zurück. Er war damals 17 Jahre jung, sie 14. Offenbar Liebe auf den ersten Blick: „Es war ein Samstagabend, als wir uns da vor dem Haus gesehen haben. Am Sonntag war er gleich wieder da“, lächelt sie.

Drei Jahre später, 1967, sollten die beiden heiraten. „1966 war ich in die Bundeswehr eingezogen worden, der Wehrdienst dauerte damals noch anderthalb Jahre“, erzählt der Eppertshäuser. Im Juni 1967, sechs Monate vor der Trauung, zogen sie in seinem Elternhaus in der Eppertshäuser Bahnhofsstraße zusammen. Wo sie auch ein halbes Jahrhundert später noch zuhause sind – und dabei in einem Gebäude mit bewegter Geschichte leben. „Das Haus kann unheimlich viel erzählen“, sagt Monika Müller, und ihr Mann führt näher aus: „Hier waren einst Sparkasse und Poststelle drin. Und vorher, bis in die 30er Jahre hinein, auch das Lokal ,Zum Lämmchen’.“

Allerdings sollte Josef Müller weder Gastwirt noch Banker noch Postbeamter werden. „Meine Eltern hatten eine Baustoffhandlung. Dort habe ich bis 1972 gearbeitet, ehe es wegen der Rezession im Baugewerbe zur Schließung kam.“ Dennoch machte der Eppertshäuser seinen Weg, kam in seinem Heimatort zur Gemeinde: Für „sein“ Eppertshausen war er 38 Jahre lang sozusagen im „Außendienst“ tätig, arbeitete im Wald und in der Kläranlage, deren Leiter er viele Jahre lang war. Als 60-Jähriger endete über die Altersteilzeit sein Berufsleben. Neben dem war er stets ebenfalls äußerst agil gewesen: 43 Jahre lang war Müller im aktiven Dienst der Feuerwehr; im Feuerwehrverein brachte er sich 38 Jahre lang als Rechner ein. Insbesondere wegen dieses Engagements erhielt er 2007 den Landesehrenbrief. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass er auch 22 Jahre lang für den Liederkranz-Frohsinn sang.

An das einstige Hobby des Holzmachens – verfeuert im Kachelofen in der heimischen Küche – sei heute leider nicht mehr zu denken, sagt Josef Müller. Wegen einer chronischen Bronchitis mache ihm körperliche Belastungen inzwischen zu schaffen. Was er besonders deshalb bedauere, weil die Arbeit an Haus und Hof so in erster Linie an seiner Frau hängen bleibe. Monika Müller, mit der er einen Sohn, eine Tochter und zwei Enkel hat, macht ihm derlei nicht zum Vorwurf.

Die einstige Feintäschnerin und leidenschaftliche Tänzerin (Er: „Ich war hingegen leidenschaftlicher Nichttänzer.“) kommt dennoch immer mal wieder dazu, ihre vielfältige Kreativität auszuleben: Die zeigt sich unter anderem an der Blumenpracht im Hof und an bemerkenswert filigranen Dekorationen im Haus. Noch ein bisschen von dem, was das Anwesen in der Bahnhofsstraße eines Tages seinen Bewohnern und den Gästen alles erzählen könnte. (jd)

Quelle: op-online.de

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