GKV Lotus bei Geburtstag von „Integration durch Sport“

Zur Jubiläums-Feier ein Ausflug in die Hauptstadt

Nachwuchssportler des GKV Lotus trafen beim 20-jährigen Jubiläum des Projekts „Integration durch Sport“ auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (vorne links).

Eppertshausen - (mj) Erlesen zeigte sich die Gästeliste der Feier, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOS) in Berlin zum 20-jährigen Jubiläum seines Projekts „Integration durch Sport“ organisierte hatte. Erlesen deshalb, weil zu den rund 300 geladenen Ehrengästen aus Sport und Politik nur ein ganz kleiner Kreis von Vereinen aus ganz Deutschland eingeladen war.

Deswegen war es umso erfreulicher, dass mit dem GKV Lotus aus Eppertshausen ein lokaler Verein dabei war.

Die Schirmherrschaft hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble übernommen, den die Eppertshäuser Delegation kennen lernte. Vor und nach dem Gruppenfoto wollte er von ihnen wissen, wie die Kinder und Jugendlichen zu Lotus gestoßen seien und wie die Vereinsarbeit aussehe. Seine Jubiläumsfeier hatte sich der DOS etwas Kosten lassen, er übernahm alle anfallenden Aufwendungen für seine hessischen Gäste wie Anfahrt und Übernachtung. Lotus-Vorsitzender Ernes Erko Kalac oblag die schwere Aufgabe, sieben Kinder auszusuchen, die mit in die Hauptstadt fahren durften. Dabei legte er besonderen Wert auf einen repräsentativen Querschnitt, denn die Ausgewählten kamen aus sechs Ländern auf vier Kontinenten.

Um zu zeigen, welche Inhalte bei Lotus vermittelt werden, hatte man ein kleines Schauspiel vorbereitet: Den Ehrengästen, unter anderem Theo Zwanziger vom Deutschen Fußball-Bund, wurde demonstriert, wie ein Mädchen von einer Horde Jungs attackiert wird und diese dann aufs Kreuz legt. Die Geschichte endet damit, dass die begabte Karate-Schülerin die unterlegenen Angreifer zu einer Trainingsstunde zu Lotus einlädt, wo sie lernen können, ihre Kräfte sinnvoll zu bündeln.

Zum Berlinbesuch gehörte natürlich auch eine ausgiebige Stadtbesichtigung, die die Eppertshäuser unter anderem zum jüdischen Mahnmal und zum Brandenburger Tor führte. Die enge Beziehung, die der Verein zu Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unterhält, zahlte sich ebenfalls aus: Beim Besuch des SPD-Fraktionszimmers und des Bundestags samt Plenarsaal waren Einblicke möglich, die „normalen“ Besuchern verwehrt bleiben. Teilnehmer Timo Müller nutzte an den frei zugänglichen Mikrofonen die Möglichkeit, sich als nächsten Bundeskanzler anzukündigen.

Den sieben Jugendlichen des GKV wird die kleine Berlin-Reise noch lange in Erinnerung bleiben – vor allem den Kindern, für die Urlaub und Reisen ein Fremdwort ist. Dazu zählt der 16-jährige Arshad, der vor neun Jahren mit seinen Eltern von Afghanistan nach Deutschland gekommen ist. In der sogenannten „Flüchtlingshilfegruppe“ des GKV ist er nicht nur vom Vereinsbeitrag freigestellt, sondern erhält auch besondere Aufmerksamkeit, was seine sportliche und persönliche Entwicklung angeht.

Quelle: op-online.de

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