Jugendflohmarkt in Eppertshausen

Feilschen wie die Großen

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Überall wurde gestöbert und verhandelt.

Eppertshausen - Ein wenig aufgeregt waren sie schon, zumindest die jüngeren Anbieter, die beim Jugendflohmarkt ihren Stand aufgebaut hatten. Immerhin war es für viele das erste Mal, dass sie auf einem Flohmarkt ohne das Zutun der Eltern ihre Artikel zum Verkauf anboten.

Aber gestärkt durch das anwesende Helferteam, das mit einem wachsamen Auge alles im Blick hatte, fiel die Nervosität schnell ab und manch einer stürzte sich voller Engagement in die Verhandlungen mit den Interessenten.

30 Verkäufer zwischen zehn und 21 Jahren hatten sich zum 1. Eppertshäuser Jugendflohmarkt angemeldet, die mit ihrem Warenangebot den Kleinen Saal der Bürgerhalle gut füllten. Als Organisatoren betätigten sich die Kinder- und Jugendförderung sowie die katholische Gemeinde, die sich seit vielen Jahren gemeinsam stark für die Kinder und Jugendlichen in Eppertshausen engagieren. Geboren wurde die Idee auf die Frage hin, was Kinder eigentlich den ganzen Tag so machen, berichtete Stephanie Groh, die neben ihrem Engagement in der Kirchengemeinde auch als Fußballtrainerin Jugendliche coacht.

Meisten Anmeldungen über Facebook

„Der Bolzplatz unseres Jugendtreffs wird von den Jungs gut genutzt“, berichtete Groh, die Mädchen jedoch seien im Jugendtreff immer noch in der Unterzahl. Und auch wenn die Gemeinde Eppertshausen ein sehr gutes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche biete, so ziehe es die Kids doch immer wieder an den PC oder die Spielkonsolen.

So griffen die Organisatoren für die Ankündigung des Flohmarktes auch zu entsprechenden Mitteln. Neben der Veröffentlichung in der Tagespresse wurde eine Facebook-Gruppe gegründet. „Die meisten der Anmeldungen, nämlich 25 Stück, erfolgten innerhalb von wenigen Minuten über diese Gruppe“, berichtete Groh. Anbieter aus Eppertshausen, Münster, Babenhausen und sogar aus Messel meldeten sich an.

Nun hieß es für die jungen Verkäufer, das Zimmer auszumisten, Sachen zu sortieren und mit Preisen zu versehen. „Meine Mutter sagte, dass manches noch zu gut ist zum Verkaufen, aber ich habe es trotzdem eingepackt“, erzählte Erik Rosskopf aus Münster, der gemeinsam mit seinem Freund Leon Kaspar einen Stand hatte.

Taschengeld aufgebessert

„3,50 Euro kostet das Spiel, aber ich gebe es Ihnen für drei Euro, weil eins der Stäbchen fehlt“, argumentierte die zehnjährige Jule Pfau aus Eppertshausen. Nervös wirkte sie nicht. „Die Eigenverantwortlichkeit der Schüler und Jugendlichen steht bei dieser Idee im Vordergrund“, brachte es Groh gemeinsam mit dem Gemeindejugendpfleger Dennis Rühl auf den Punkt. Die Begleitung durch Eltern war gestattet, Verkauf und die Verhandlungen sollten jedoch von den Kindern und Jugendlichen allein erledigt werden. „So bekommen die Kinder ein Gefühl für den Umgang mit Ware und Geld“, waren sich die beiden einig. Außerdem musste von den jungen Verkäufern beachtet werden, dass nur kindgerechte Waren angeboten wurden.

Ein weiterer schöner Nebeneffekt war natürlich das Aufbessern des Taschengelds. Die Standgebühr betrug gerademal zwei Euro. Für die Besucher hielt das Orgateam, das neben Stephanie Groh und Dennis Rühl aus Bianca Garbella, Otti Gruber und Ismail Özdemir bestand, Snacks zu kleinen Preisen bereit. „Der mögliche Erlös wird zwischen der Kinder- und Jugendförderung und der katholischen Gemeinde geteilt“, sagte Groh. Das Fazit der jungen Verkäufer fiel durchweg positiv aus. Sie wollen beim hoffentlich 2. Eppertshäuser Jugendflohmarkt wieder dabei sein. -

 ves

Quelle: op-online.de

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