Kabbaratz: Für SPD eine sichere Bank

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Bissig, zynisch, garstig...Kabbaratz: Evelyn Wendler und Peter Hoffmann feuerten in Eppertshausen eine kräftige Salve politischen Kabaretts ab.

Eppertshausen - Weck, Worscht, Woi und zwei schwer verdauliche Zeitgenossen: Das Duo Kabbaratz begeisterte auf Einladung der SPD im Haus der Vereine mit einer kalten Dusche für Investmentbanker und Staatschefs. Von Ursula Friedrich

„Eine sicher Bank – das unbezahlbare Programm“ war sicherlich Garant für einen humorvollen Abends mit perfidem Humor und intelligenter Abzocke. „Kommen Sie unter den Rettungsschirm“, Peter Hoffmann begrüßte unter einem geblümten Schirmchen seine Gäste. Sein weibliches Pendant vom Kaberettduo Kabbaratz, Evelyn Wendler, ließ einen Klingelbeutel herumgehen. „Greifen sie zu!“ Wer sich von der Einladung zum persönlichen Konjunkturprogramm mitreißen ließ, erhielt zwar garantiert keinen Euro – davor zwei kurzweilige Stunden voller bissiger Satire, schwarzen Humors und pointensicherem Politkabarett.

Ob Großbank, Investmentbanker, Wirtschaftsweiser oder Bundeskanzler – sie alle bekamen ihr Fett weg. Während das Duo vom zankenden Ehepaar in die Rolle von Rentnern oder ehemaligen Klassenkameraden schlüpfte, hieß es, volle Kraft voraus für Zynismus und Sarkasmus wider den „real existierenden Kapitalismus“.

„Geld, Sex und tödliche Krankheiten“

„Geld, Sex und tödliche Krankheiten waren Tabuthemen meiner Kindheit“, resümierte Evelyn Wendler. „Da war mir klar: Geld ist was für böse Jungs, die etwas im Dunkeln tun und daran sterben.“ Folge dieser moralischen Konditionierung: „Noch heute finde ich es ungerecht, dass nicht mehr Banker an der Finanzkrise sterben.“

Im bissigen Plauderton wurde Altkanzler Gerhard Schröder als „machtgeiler Egomane mit kleinkrimineller Tendenz“ entlarvt, während bei Angelika Merkels Politik lediglich sicher sei, dass sie „heute das eine sagt und morgen das andere tut.“ Volksnähe erfahre die Kanzlerin Dank gleicher Sorgen wie der „kleine Mann“: „Die Angst vorm Arbeitsplatzverlust“, so Hoffmann bissig.

Das scharfzüngige Darmstädter Duo

Ins etwas eurolastige Programm wurde humorvoll der Geschlechterkampf integriert, der sich im treulosen Ehemann entlud, dessen vermeintlich minderstrukturierte Gattin den Rasenmäher zweckentfremdete, um Kreditkarten und Golduhr zu schreddern. Das scharfzüngige Darmstädter Duo brillierte auch in seinem 22. Programm mit Spitzfindigkeiten, intelligenten Dialogen und bissigem Humor.

Schon zum zweiten Mal gastierte Kabbaratz in Eppertshausen, diesmal anlässlich der sozialdemokratischen Traditionsveranstaltung „Weck, Worscht und Woi“. Einmal im Jahr servieren die Genossen deftige Kost und ein kurzweiliges Kulturprogramm. Letzteres machte trotz des Themas zwar nicht reich, lieferte jedoch den Beweis, dass Geld auch Glück spenden kann.

Quelle: op-online.de

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