Kanal bleibt, neuer Asphalt kommt

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Der Sandweg heute - eine Holperpiste.

Eppertshausen - Schnell und unkompliziert ging sie vonstatten, die sechste Sitzung der Gemeindevertretung, denn es standen nur wenige Beschlüsse auf der Tagesordnung, über die bei allen Teilnehmern weitestgehende Einigkeit herrschte. Von Jasmin Frank

Einziger strittiger Punkt war eine Änderung im Bebauungsplan des Neubaugebiets „Im Eichstumpf“.

Entlang der Babenhäuser Straße hatte es eine Vorschrift zur Einhaltung der Hauptfirstrichtung der Hauptgebäude gegeben, die nun durch den Bau von zwei Zeltdächern (Dachkonstruktionen, bei denen mehrere gegeneinander geneigte Dachflächen in eine Spitze zusammenlaufen). nicht mehr eingehalten werden konnte. Den Eigentümern drohten Maßnahmen, deren Kosten sich auf über 100. 000 Euro belaufen würden. „Wir wollen beschließen, dass der Passus schlicht aus dem Bebauungsplan gestrichen wird, da es sich ohnehin nur um eine rein optische Maßnahme handelt und für die Gemeinde durch die Änderung keine Kosten entstehen“, stellte Bürgermeister Carsten Helfmann klar.

Doch die SPD-Fraktion war damit nicht einverstanden und Manfred Hechler führte aus, dass auf Dächern mit einem längeren First Sonnenenergie wesentlich besser genutzt werden könne und sie einen größeren ökologischen Nutzen hätten. Somit enthielt sich die SPD-Fraktion bei dem Beschluss der Stimme, zumal sie schon der ursprünglichen Bebauung die Zustimmung verweigert hatte. Beschlossen wurde die Änderung dennoch mit den Stimmen der CDU-Fraktion.

Zwei weitere Beschlüsse wurden zum Sandweg und dessen Sanierung im Bereich von der Schillerstraße bis zur Ober-Röder-Straße getroffen. Zunächst ging es um die Kanalsanierung: Bei einer vorausgegangenen Untersuchung waren lediglich Bagatellschäden festgestellt worden, so dass das zuständige Ingenieurbüro empfahl, den Hauptkanal zu erhalten. Aus diesem Grund beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, den Kanal nicht zu erneuern und die für 2012 im Investitionsprogramm geplanten Mittel in Höhe von 189.000 Euro abzuplanen.

Von Seiten der Anlieger war auf der vorangegangenen Grundsteinlegung der Bürgerhalle bei Gemeindevertreter Hans-Joachim Larem angefragt worden, ob der Kanal auch für zukünftige, größere Belastungen ausreichend sei, beispielsweise, wenn derzeit noch brachliegende Grundstücke bebaut und an das Netz angeschlossen würden. Bürgermeister Carsten Helfmann konnte die Bedenken zerstreuen und führte aus: „Die Untersuchungen werden zukunftsorientiert vorgenommen und weder weitere Anschlüsse noch stärkere Regenfälle werden ein Problem sein.“

Auch die zweite Beschlussvorlage wurde einstimmig beschieden: Die Oberfläche des Sandwegs muss im genannten Bereich grundhaft saniert werden, ist die Straße mit ihren Schlaglöchern und Rissen doch eine wahre Holperpiste voller Straßenschäden. „Zwar ist der Zustand der Asphaltdecke nicht in allen Bereichen, die saniert werden müssen, gleich schlecht, doch auch da, wo der Asphalt noch einigermaßen in Ordnung ist, liegt nur eine verhältnismäßig dünne Schicht auf Sand. Das ist aber im Sinne der Tragkraft nicht ausreichend. Durch die grundhafte Sanierung wird ein 60 Zentimeter starker Belag entstehen“, führte Ewald Gillner aus. Berücksichtigt werden bei der Umsetzung der Maßnahme die Wünsche der Anlieger, die auf einer Versammlung über einzelne Punkte abstimmen konnten: Die Anwohner hatten für eine Markierung von Parkständen, für Pflaster im Kreuzungsbereich und gegen die Anordnung von Grünflächen votiert.

Zu guter Letzt wurde ohne Diskussion eine Honorarvereinbarung mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beschlossen, die den Rückbau der Gebäude und befestigten Flächen im Bereich der Röntgenstraße 1 im Park 45 koordinieren soll, die bei Nachverhandlungen, die von der Gemeinde selbst nicht geführt werden dürfen, bereits Einsparungen von etwa 63 000 Euro erzielen konnte. Wird davon das Honorar der LBBW in Höhe von 47 600 Euro abgezogen, hat sie folglich einen Überschuss von über 15 400 Euro erwirtschaftet. Die nächste Gemeindevertretersitzung findet am 15. Dezember statt, auf ihr soll der Haushaltsentwurf eingebracht werden.

Quelle: op-online.de

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