Kein gutes Zeugnis fürs Entree

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Ist hässlich und nervt: Eppertshausens Bahnübergang.

Eppertshausen (mj) - 2000 Kraftfahrzeuge nutzen Eppertshausen jeden Tag zur Durchfahrt. Kommen noch jene Kfz-Bewegungen von Bürgern hinzu, die in Eppertshausen wohnen oder etwas erledigen wollen, wächst die Zahl stellenweise auf 8000, wie etwa vor der Kirche, an.

Wie entwickelt sich das Verkehrsszenario in Eppertshausen bis zum Jahr 2025? Um dies herauszufinden, gab die Gemeinde vor vier Jahren eine Studie in Auftrag, deren Ergebnisse jetzt bei einer Bürgerversammlung präsentiert wurden. Der Abschlussbericht gibt außerdem Auskunft, was im Ort für alle Verkehrsteilnehmer verbesserungswürdig ist. Ziel solcher Studien ist es, die Ortsentwicklung und damit die Entscheidungsgrundlagen der Verwaltung zu unterstützen. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Verbesserung des Verkehrsablaufs und der Verkehrssicherheit.

Für eine Zukunftsprognose werden allerlei Faktoren, wie etwa auch die mögliche Entwicklung des Benzinpreises, eingerechnet. Ein besonderes Gewicht bekommen neue Wohngebiete oder die Tatsache, dass die Gesellschaft immer mobiler wird. So sieht das beauftragte Darmstädter Planungsbüros von Mörner und Jünger einen moderaten Verkehrszuwachs für Eppertshausen voraus. Aufgrund des bestehenden und des zu erwartenden Verkehrs spricht sich Diplom-Ingenieur Klaus Freudl sogar für eine Nord-West-Tangente aus. Die würde die Kreisstraße 180 aus Messel – ohne Umweg über den Bahnübergang – direkt mit der Ober-Röder-Straße verbinden. Mit der zusätzlichen Aufnahme der Fahrzeuge von der Landesstraße 3095 aus Urberach könnten so 20 Prozent des Verkehrs aus Eppertshausen komplett herausgehalten werden. Gemeint sind damit jene Autofahrer, die nach Rödermark wollen.

Kein gutes Zeugnis für Ortseinfahrten im Osten

Eine Süd-Ost-Tangente, die das Nadelöhr Babenhäuser Straße meidet und direkt auf die Dieburger Straße führt, hatten die Verkehrsplaner ebenfalls durchgespielt, kamen dabei aber nicht nur aus Naturschutzgründen zu einem negativen Ergebnis.

Kritisiert wurden spartanische Bushaltestellen.

Kein gutes Zeugnis bekamen die Ortseinfahrten im Osten und im Norden ausgestellt: Diese würden durch ihre Breite alles andere als zu einer Geschwindigkeitsverringerung beitragen. Dazu seien sie zu wenig begrünt. Hier sollte eine bessere Betonung des Ortseingangs her, etwa mit Verkehrsinseln oder einer Baumtoreinfahrt.

Eine große Gefahrenstelle sieht Freudl in dem „wilden Bahnübergang“, den Fußgänger und Radfahrer im Norden der Gemeinde als Trampelpfad benutzen. Hier liege eine lebensgefährliche Situation vor, die durch einen Zaun gesichert werden muss. „Wir haben die Bahn schon auf ihre Verantwortung an diesem Punkt aufmerksam gemacht“, sagt Bürgermeister Carsten Helfmann. Die hätte allerdings nur ein Schild mit der Aufschrift „Ende des Weges“ empfohlen.

Rüge für den öffentlichen Personennahverkehr

Eine weitere Rüge gab es für den öffentlichen Personennahverkehr. Die Wartehäuschen hätten keinen Wetterschutz und keine Sitzgelegenheit. Weitere kleine Mängel waren der ruhende Verkehr mit Gehwegparkern nicht nur in der Hauptstraße sowie ein fehlendes Angebot für Radfahrer in der Urberacher Straße. Auch wurde kritisiert, dass die Park&Ride-Anlage nicht ausgelastet ist. Im Rathaus weiß man warum: „Viele fahren lieber bis Ober-Roden, weil dort die Tarifzone für die Fahrt nach Frankfurt billiger ist.“

Mit die deutlichsten Worte fand Freudl für den Bahnübergang am Ende der Hauptstraße: „Der ist hässlich und nervt.“ Hier sollte man sich laut Verkehrsplaner gleich aus mehreren Gründen Alternativen überlegen. Für Helfmann stellt der Abschlussbericht eine Information mit zahlreichen Anstößen und Informationen dar. Viele Dinge seien schon angegangen worden, andere werde man jetzt im Ausschuss prüfen.

Quelle: op-online.de

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