Traditionsfest wartet auch weiterhin mit innovativen Neuerungen auf

Auch Kerb hat nun eine „Muddi“

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Katharina Schröder ist Eppertshausens erste „Kerbmudder“. Doch eine, die ihre Männer hinter sich weiß.

Eppertshausen - Erstmals in der Geschichte der Eppertshäuser Kerb steht ihr mit Katharina Schröder eine „Kerbmudder“ vor. Schon einige Male in ihrer Geschichte wechselten Veranstalter tradierte Regularien. Und auch in diesem Jahr gibt es Neuerungen, die aufhorchen lassen.

„Manche Traditionalisten in Münster, Groß-Zimmern und Umgebung machen sich lustig über unsere Kerbmudder – wir freuen uns aber alle sehr auf unsere Kerb mit unserer Katharina“, erklären die Kerbveranstalter, federführend darunter Lutz Murmann. Nachdem Deutschland seit Jahren die erste Kanzlerin habe und mit Bibiana Steinhaus jetzt auch die erste Frau in der Fußball-Bundesliga pfeife, sei es an der Zeit, auch „das höchste Amt zur Eppertshäuser Kerb weiblich zu besetzen“. Katharina Schröder habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie nicht nur ein echtes „Epperthaiser Settchen“ und eine „goldisch Krott“ sei, sondern auch die Kerbtradition mit Herz und Verstand hochzuhalten weiß.

Die Eppertshäuser Kerb-Tradition feiert in diesem Jahr das 25. Nachkriegsbestehen. Angefangen hat es 1992 anlässlich des Kerbtanzes der katholischen Pfarrgemeinde, als Lutz Murmann mit einem noch sehr kurzen Kerbspruch aus der Feder von August Murmann und Sketchen von Emil Steinberger und Jürgen von der Lippe auf der Bühne stand. 1994 schrieben August und Lutz Murmann dann einen ersten „richtigen“ Kerbspruch, und Murmann führte das Kerbvadder-Amt bis 1997 fort. Der Kerbspruch wurde damals weiterhin zum Kerbtanz der katholischen Pfarrgemeinde in der altehrwürdigen Mehrzweckhalle Im Niederfeld verlesen. Den ersten Wechsel gab es im Jahr 1998, als Jörn Müller das Amt übernahm und bis 2006 mit Bravour von der für Eppertshausen typischen Sprossenleiter den Kerbspruch verlas. In dieser Zeit „wanderte“ die Veranstaltung zwischen der Mehrzweckhalle und dem Haus St. Sebastian als Aufführungsort.

Nach neun Jahren gab Lutz Murmann noch einmal ein Comeback und zog bis 2009 in Frack und Zylinder vom Leder. 2007 hatte die bürgerliche Gemeinde unter Federführung des Bürgermeisters Carsten Helfmann zur „Rettung der Kerb“ aufgerufen. Nun gab es erstmals auch wieder Kerbborsche und ein Kerbumzug schlängelte sich durch den Ort. Und zum Kerbspruch, der seither im Anschluss an den Kerbumzug gehalten wird, war die „Gut Stubb“ stets proppenvoll. Einen echten Generationswechsel gab es 2010, als Michael Schledt übernahm und das Kerbvadder-Amt mit neuen Ideen ausfüllte. Ihm war es auch vorbehalten, den ersten Kerbspruch 2012 in der neuen Bürgerhalle vorzutragen. Nach fünf Jahren im Amt gab er den Stab an Tom Helfmann weiter, der aufgrund eines Australienaufenthaltes in diesem Jahr jedoch nicht wieder als Kerbvadder fungieren konnte.

Bilder: Kerb in Eppertshausen

Somit galt es für das Kerbkomitee, einen würdigen Nachfolger zu finden. „Und der Mut, sich nicht für einen jungen Mann sondern für eine erste ,Kerbmudder’ zu entscheiden, wird belohnt werden“, ist sich Lutz Murmann von den Kerbausrichtern sicher: „Katharina hat viele lustige Geschichten des letzten Jahres zusammengetragen, in tolle Reime verpackt und wird sich dem Amt und der Tradition mehr als würdig erweisen.“ Dessen seien sich ihre vier Vorgänger sicher, die es sich nicht nehmen ließen, mit ihr ein erstes Vorbereitungsbier zu trinken, das die neue Mudder aus Bayern, wo sie zur Zeit beruflich tätig ist, mitbrachte. Den Kerbspruch wird sie am Kerbsonntag auf dem Familiennachmittag in der Bürgerhalle um 15 Uhr vortragen. Und nicht nur Feministinnen dürften gespannt sein, wie sich das anhören und -fühlen wird. (tm)

Quelle: op-online.de

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