Kinder an den Löschschlauch

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Die Eppertshäuser Kinderfeuerwehr kommt: Am Wochenende hatten Eltern und Nachwuchs im Feuerwehrhaus Gelegenheit sich zu informieren.

Eppertshausen - „Mann - wie sich die Zeiten ändern“ heißt es auf dem großen Plakat am Stützpunkt mit drei lachenden Frauen in Feuerwehruniformen. Für die Zukunft der Freiwilligen Wehren sind neue Wege unumgänglich, zu der auch die Einrichtung von Kinderfeuerwehren gehört. Von Michael Just

Erst seit wenigen Jahren zulässig, kommt die Truppe für Kids (Alter: sechs bis zehn Jahre) laut dem jüngsten Hauptversammlungsbeschluss der lokalen Blauröcke nun auch nach Eppertshausen.

Beim Informationstag für Eltern wurden am Samstag die Planungen vorgestellt. 13 Eltern - zumeist mit dem dazugehörigen Nachwuchs im Schlepptau - kamen, um sich umzuschauen. Laut Jürgen Müller, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, hätte es von Eltern immer wieder Anfragen nach einer Kinderabteilung gegeben. Dazu wolle man mit den Nachbargemeinden - etwa in Messel, Hergershausen oder Münster - gleichziehen, wo es schon Kinderwehren gibt.

Auch wenn die offizielle Gründungsveranstaltung erst im August zum Spritzenhausfest stattfindet, gehen die Gruppenstunden schon am 29. Mai los (danach jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr). Das Unterfangen klingt vielversprechend: Gleich sechs Betreuer wurden gefunden, die unter der Federführung von Salma Braun (29) jedes Mal komplett anwesend sein wollen. Von Beruf Erzieherin in der Kita „Sonnenschein“, bringt Braun beste pädagogische Voraussetzungen mit. Kollegin Nadine Singh (25) zeigt sich über den Zuspruch optimistisch: „Wir rechnen am Anfang mit zehn bis 15 Kindern.“

Spaß im Vordergrund

Die sollen spielerisch an das Thema herangeführt werden. Das bedeutet Wasserspiele, Experimente, Basteln, aber auch Erste Hilfe und Fahrzeugkunde. Die ersten Ausflüge sind zum Dieburger Feuerwehrstützpunkt und in die Fasanerie geplant. Laut Bürgermeister Carsten Helfmann wird der Spaß im Vordergrund stehen. In Konkurrenz zu den anderen lokalen Vereinen sehe man sich nicht, eher als Ergänzung. Das offenbart auch ein Gespräch mit den Eltern: „Mein Sohn ist eher noch unterbeschäftigt“, erzählt Diana Murmann. Sohnemann Elijah besuche bisher nur die lokale Musikschule. Anderes habe er sich noch nicht getraut. Die Kinderwehr, für die er offenkundig Interesse habe, wolle er mit einem Freund angehen.

Eileen (5) wird wohl das erste Mädchen darin sein. „Sie ist von der Feuerwehr total begeistert. Vom Kindergarten gegenüber aus beobachtet sie immer, wenn sich hier was tut“, weiß Mutter Tatjana Wrona. „Ich bin mir sicher, dass sie hier ihren Spaß hat. Dazu ist es eine gute Sache, wenn sie vom Brandschutz etwas mitbekommt“, ergänzt die 35-jährige.

Nick (9) spielt schon Fußball, auf Vorschlag seiner Mutter soll nun noch die Feuerwehr hinzukommen. Dass das mit der Schule zuviel wird, glaubt Christine Gruner nicht: „Bisher hat er in der Schule keine Schwierigkeiten. Falls welche kommen sollten, wird er sich für das entscheiden, was er weitermachen will.“ Die 38-jährige sieht bei den Blauröcken eine gute Station für die Entwicklung ihres Kindes: „Die Feuerwehr ist wichtig. Hier geht es um Ordnung. Und fast noch wichtiger, um Verantwortung und Teamwork.“

Quelle: op-online.de

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