Musical „Ein Engel“

Eine himmlische Prüfung

+
Auffallend hohe Mädchenpräsenz: Unter den 21 mitwirkenden Kindern waren nur zwei Jungs dabei. Einer als Sänger, der andere als Schauspieler.

Eppertshausen - Ein Gerangel im Gotteshaus direkt vor dem Altar? Das lässt sich nur selten erleben. Jüngst spielte sich genau das in der Pfarrkirche von St. Sebastian ab. Von Michael Just

Doch die Sache war zum Glück völlig harmlos: Zum einen gehörte sie zum Musical des katholischen Kinderchors von St. Sebastian, zum anderen waren Engel in die Meinungsverschiedenheit involviert, so dass es schon nicht so schlimm werden konnte.

Die Besucher schauten ganz genau hin. Rund 200 Gäste haben das Musical „ Ein Engel“ in der Pfarrkirche von St. Sebastian besucht und waren nach der Vorstellung vollkommen begeistert.

„Nach der Fastnacht im Februar begannen die Vorbereitungen“, erzählt Kinderchorleiterin Tanja Müller zur Aufführung von „Ein Engel“. Die Idee zum Musical entstand durch das zehnjährige Bestehen der Nachwuchs-Sänger. Diese machten zwar vorher schon mal bei einem Musical der erwachsenen Kirchensänger von St. Sebastian mit, komplett alleine wurde ein solches Großprojekt aber noch nicht gestemmt. Damit stand nun eine Premiere und gleichzeitig eine fast himmlische Reifeprüfung an.

In dem Stück hat der junge Engel Angelina das brave Halleluja-Singen satt. Als sie erwischt wird, wie sie versucht, den steifen Engelschor in eine flippige Bande zu verwandeln, hat das Folgen. Zur Strafe muss sie auf die Erde, um der schüchternen Sabrina durchs Leben zu helfen, die von Patrick und seiner Clique gemobbt wird.

21 Kinder machen mit

Insgesamt wirkten 21 Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren am Stück mit. Davon agierten 15 als Sänger und sechs als Schauspieler. Als „Kinderchor & Friends“ angekündigt waren zur Verstärkung noch ein paar Freunde der jungen Sänger dabei, die sonst nicht im Chor mitsingen.

Tanja Müller hatte ebenfalls eine Rolle übernommen. Im Stück leitete sie den Engelschor, was ihrer Aufgabe auf Erden doch ziemlich nahe kommt. „Angelina! Hast du denn immer nur Unfug im Kopf? Unser Chef will, dass wir uns überlegen, wie wir anderen helfen können“, muss sie zu Beginn des Musicals die widerspenstige Angelina rügen, die das „Ehre sei Gott“ in der Rock‘n’Roll-Version weitaus besser fände.

Während im Lauf der Handlung ein paar Probleme darauf warten, gelöst zu werden, gab es diese in der Vorbereitung der Aufführung nicht. „Alles lief ausgesprochen gut. Die Eltern unterstützten die Sache bestmöglich und sorgten dafür, dass ihre Kinder stets zu den Proben kamen“, erzählt die Leiterin.

Lieder schnell auswendig gelernt

Dazu hätten ihre Schützlinge die Lieder relativ schnell auswendig gelernt. Und das waren gar nicht so wenige, wie die 16 Stücke in der rund einstündigen Aufführung verrieten. Vor dem Altar fiel vor allem die Mädchenpräsenz auf. Nur bei genauerem Hinsehen ließen sich zwei Jungs, einer bei den Sängern und einer bei den Schauspielern, ausmachen.

Am Ende erfüllt Angelina ihre Mission auf Erden. Gemeinsam mit Sabrina ändern sie das Verhalten von Patrick. Die Traurigkeit von Sabrina, dass Angelina nur ein Engel und damit unsichtbar ist, kehrt sich am Ende um, als sie eine neue Schulkameradin und Freundin mit dem gleichen Namen bekommt.

Nach der Aufführung zogen alle Beteiligten ein positives Fazit – auch aufgrund des guten Besuchs mit fast 200 Personen in der Eppertshäuser Pfarrkirche. Im November sollen deshalb vielleicht ein zweites Mal die Engel los sein. „Die reingesteckte Arbeit und der Erfolg sagen uns: Das machen wir nochmal“, sagte Leiterin Tanja Müller.

Quelle: op-online.de

Kommentare