Seit dem Gelöbnis auf Wallfahrt

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Der Katholische Kirchenchor „St. Valentin“ bei seiner Gesangsprobe.

Eppertshausen - Gesellig geht es zu im ersten Obergeschoss des Hauses Sebastian. Herzliche Begrüßungsworte werden gewechselt, Notenblätter verteilt und nachdem jeder der Sängerinnen und Sänger seinen Platz eingenommen hat, stimmt die Chorleiterin die ersten Töne an. Von Verena Scholze

Die wichtige Chorprobe kann beginnen, steht doch am 15. September die Wallfahrt gen Dieburg an. Die Eppertshäuser legten im Zweiten Weltkrieg ein Gelübde ab, dass sie jedes Jahr nach Dieburg wallfahren, wenn Eppertshausen von Bombenangriffen verschont bleibe. Und dieses Gelöbnis wird nochgehalten in diesem Gesangverein.

Jeden Montagabend trifft sich der Katholische Kirchenchor „St. Valentin“ zu seinen lockeren, doch sehr effektiven Gesangsproben. Bereits im Jahre 1930 gegründet, besteht der Chor derzeit aus 42 aktiven Sängerinnen und Sängern, „wobei die Frauen weit in der Überzahl sind“, wie Edmund Becker, der Vorsitzende des Vereins, lächelnd berichtet. Geleitet wird der Chor von der Dirigentin Claudia Roth, die das Amt im Januar 2007 übernahm. Zum Repertoire gehören neben kirchlichen auch lustige, weltliche Lieder.

Dreistimmige Lieder einstudiert

„Als ich den Chor damals übernahm, haben wir viele schöne dreistimmige Lieder einstudiert“, berichtet Roth. Im Moment jedoch liegt der Schwerpunkt der Gesangsstücke überwiegend auf Liedern für die Wallfahrt, zu der der Chor am 15. September nach Dieburg pilgern wird.

„Unser Kirchenchor ist seit dem Gelöbnis der Gemeinde zur Wallfahrt ununterbrochen mit dabei“, blickt Becker zurück und erzählt, dass bis Mitte der 60er Jahre sogar eine Teilnahme mit Fahnenabordnung erfolgte. „Damals waren die Männer noch in der Überzahl und konnten deshalb einen Fahnenträger mit je zwei Begleitern stellen“, erklärt Becker.

Als weitere Termine stehen der Vorabendgottesdienst zur Eppertshäuser Kerb und danach die Teilnahme am Kerbumzug von der Kirche in die Bürgerhalle auf dem Programm. Weitere Singtermine sind der Abschlussgottesdienst zum Großen Gebet am 13. November, der Abendgottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder am 23. November und danach ein Familienabend im Haus der Vereine, der ein gemeinsames Abendessen, Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft, Liedbeiträgen, Sketchen und Unterhaltungsmusik beinhalten wird. Im Anschluss beginnen bereits die Proben für das Weihnachtsprogramm für das Hochamt am 1. Feiertag. „Das Jahr 2013 werden wir dann zwischen den Feiertagen mit einer Winterwanderung und Einkehr gemeinsam abschließen“, so Becker.

Mit 16 Sopran und 16 Altstimmen

Auch wenn der Chor derzeit gesanglich mit 16 Sopran und 16 Altstimmen gut aufgestellt ist, für die sechs Männer, die die dritte Chorstimme bilden, wird dringend Verstärkung gesucht. „Dies gestaltet sich bei zwei Männerchören im Ort, die auch eifrig auf der Suche sind, sehr schwierig“, bringt es Becker auf den Punkt. Man bleibe aber unermüdlich am Ball und gebe die Hoffnung nicht auf, den dreistimmigen Chorgesang zum Lobe Gottes zu pflegen.

Für „Neue“, die unverbindlich auch zum Schnuppern kommen möchten, ist die Tür immer offen und eine herzliche Aufnahme in die Chorfamilie ist ihnen gewiss. Und auch für die Geselligkeit ist immer gesorgt. So ist es bereits seit Jahren Tradition, sich kurz vor Ende der Sommerpause nach den großen Ferien zu einem geselligen Grillabend zu treffen. Und auch sonst stehen das Miteinander und die Musik bei den Sängerrinnen und Sängern immer im Vordergrund.

Quelle: op-online.de

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