St. Sebastian

Kita-Kunst gegen Hundekacke

Der Bürgersteig rund um die Kita von St. Sebastian ist „vermint“. Auf diesen stinkigen Missstand machen gemalte Plakate aufmerksam. Elternbeiratsvorsitzende Martina Hörhold und Erzieherin Andrea Werle freuen sich über die gelungene Hundekacke-Kunstausstellung, die am Zaun der Kita St. Sebastian über Missstände aufmerksam macht. Karola (rechts) malte auch auf, was allen stinkt. - Foto: Th. Meier

Eppertshausen - Naomis kleiner Bruder ist schon mal mit seinem Laufrädchen voll durchgefahren. Die Sechsjährige rümpft die Nase beim ekligen Gedanken an dies stinkige Vorkommnis. Von Thomas Meier 

Und Tim, auch sechs Jahre alt, erinnert sich an letzten Sommer, als es in der Sandale „plötzlich so weich“ wurde. Erzieherin Andrea Werle schließlich weiß nicht, wie viele Male sie oder ihre Kolleginnen in der Kindertagesstätte St. Sebastian ekelerregenden Hundekot von den Schuhen, Füßen oder der Bekleidung ihrer Schutzbefohlenen entfernen mussten, mit dem sich die Kleinen direkt vor dem Kindergarten an der Abtei- oder in der Waldstraße beschmutzten. Eine plakative Kita-Aktion soll vor allem Hundehalter mahnen und den seit Jahren währenden Missstand mildern helfen.

„Hundekacke am Schuh ist doof“, drückt Karola aus, was alle anderen auch mitteilen wollen. Den Kindern reicht es. Sie ärgern sich genauso wie ihre Eltern über den gehäuft vorkommenden Hundekot auf Eppertshausens Gehwegen und Gründstreifen. Vor allem freilich über die ungezählten Haufen im direkten Umfeld der Kindertagesstätte, die unweit von zwei Feldwegen liegt, die Gassigeher gern benutzen. Nur nutzt es den Kindern wenig, wenn die Hundchen sich schon vor den Wiesen ihrer Notdurft entledigen.

Der Elternbeirat der Kita thematisierte die unzumutbaren Zustände. Martina Hörhold, Elternbeiratsvorsitzende, berichtet von wahren Tretminenfeldern rund um die Kita, über zehn „Häufchen“ auf 20 Meter Zaunlänge seien keine Seltenheit. „Nur“ ein Reintreten sei noch die harmloseste Variante eines stinkigen Malheurs, schlimmer, wenn es beim Durchfahren mit Roller, Fahrrad oder Auto „spritzt“, ganz fatal, wenn ein Kind hineinfällt und die „Kacka dann richtig am Dampfen ist“, wie Kevin schon mal seinen Vater zitiert.

In der Lila Gruppe machten sich so nun 19 Kinder künstlerisch an die Verarbeitung derlei geruchsintensiver Erfahrungen. Mit einer Ausstellung zum Thema „Hundekacke“ machen die Kinder, Erzieherinnen und Eltern rund um die Kita aufmerksam auf das Übel. Ein Dutzend Bilder hängen laminiert am Zaun in der Hoffnung, dass die betreffenden Hundebesitzer ein Einsehen haben und die Hinterlassenschaften ihres Lieblings wenigstens umgehend entfernen. „Dafür stellt die Gemeinde ja schließlich kostenlos Plastikbeutel zur Verfügung“, sagen die Kuratoren der überwiegend braunen Präsentation.

Quelle: op-online.de

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