Eppertshausen kündigt Zusammenarbeit mit Münster

Kläranlagen: Rufbereitschaft der Knackpunkt

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Ein Blick in Münsters Kläranlage. Nachdem Eppertshausen die IKZ gekündigt hat, gehen beide Gemeinden nun wieder eigene Wege. Die Haushalte beider Kommunen werden dadurch stärker belastet als seit Beginn der Zusammenarbeit im Februar 2017.

Eppertshausen/Münster - Seit Februar 2017 machten Münster und Eppertshausen im Rahmen einer „Interkommunalen Zusammenarbeit“ (IKZ) gemeinsame Sache bei der Betriebsführung ihrer Kläranlagen. Zudem kooperiert Münster seit einigen Monaten auch mit Messel. Von Jens Dörr

Nun aber hat Eppertshausen die IKZ mit Münster gekündigt – obwohl es dadurch für beide Gemeinden deutlich teurer wird. Die Entscheidung in der Versammlung der Eppertshäuser Gemeindevertreter fiel einstimmig. Die erst vor einem guten Jahr ins Leben gerufene „Interkommunale Zusammenarbeit“ (IKZ) bei der Betriebsführung ihrer Kläranlagen ist schon wieder Geschichte. Die Vereinbarung zwischen Münster und Eppertshausen regelte unter anderem die gegenseitige Unterstützung durch das Kläranlagen-Personal beider Kommunen. Dazu zählte auch die Rufbereitschaft. Sie ist nun der Knackpunkt für die Kündigung.

Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann stellt den Kern des Problems wie folgt dar: „Wir hatten vereinbart, dass die Rufbereitschaft im wöchentlichen Wechsel einmal von Eppertshausen und einmal von Münster übernommen werden sollte.“ Der Eppertshäuser Kollege hätte dadurch nur alle zwei Wochen Rufbereitschaft machen müssen. Durch die zusätzliche Vereinbarung Münsters mit Messel gehe man in Eppertshausen nun aber davon aus, dass einer der Münsterer Kollegen die Rufbereitschaft für Eppertshausens Anlage künftig nur noch alle drei statt alle zwei Wochen übernehmen könne. Am Eppertshäuser Mitarbeiter blieben entsprechend in zwei von drei Wochen die Bereitschaftsdienste hängen, was nicht machbar sei. Helfmann sagt, in Gesprächen mit Münster sei von dort wegen der zusätzlichen IKZ mit Messel klar signalisiert worden, dass man nicht mehr alle zwei Wochen übernehmen könne.

Münsters Bürgermeister Gerald Frank, der ob der Eppertshäuser Aufkündigung der IKZ angefressen wirkt, schildert es etwas anders. Man habe nicht gesagt, dass man alle zwei Wochen gar nicht mehr unterstützen könne. „Es kann aber sein, dass der Münsterer Mitarbeiter nicht immer sofort nach Eppertshausen kommen kann, wenn beispielsweise in Münster selbst ein Notfall vorliegt.“ Franks Meinung zum Ende der IKZ: „Es liegt weder an Münster noch an Messel.“ Zum Verhältnis zu CDU-Bürgermeister Carsten Helfmann sagt Münsters SPD-Rathaus-Chef (zwischen beiden hatte es in der Vergangenheit vor allem beim Aus für die gemeinsame Gewerbemeile Dissonanzen gegeben): „Der Ton zwischen Herrn Helfmann und mir ist anständig.“

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Als Ergebnis des IKZ-Endes müssen beide Gemeinden ab Mitte Mai wieder „anständig“ drauflegen. Münster will das Thema und seine finanziellen Auswirkungen erst noch im Gemeindevorstand beraten. In Eppertshausen weiß man schon genau, wie es nun weitergeht: Die Rufbereitschaft und auch die Vertretung des Gemeindemitarbeiters im Urlaubs- und Krankheitsfall übernimmt künftig die Entega, die dafür eine Kraft aus ihrem Personalpool abstellt. Jährliche Mehrkosten für Eppertshausen gegenüber der bisherigen Lösung: 18.000 Euro. Noch nicht berücksichtigt sind darin mögliche Einkaufsvorteile, die sich Münster und Eppertshausen durch die IKZ und gemeinsame Bestellungen von Materialien für die Kläranlagen beider Gemeinden versprochen hatten.

Quelle: op-online.de

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