Kleiner Junge mit riesengroßem Herz

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Selbstlos und selbstständig: Lukas Groh aus Eppertshausen (12, rechts) hilft der krebskranken Ayleen Jelinek (12) und holt für den 19. Mai Badesalz in die Gemeinde. In der Mitte Ayleens Bruder Tim (8).

Eppertshausen (jd) - Kurt Endreß ist zunächst sprachlos, dann schwappen aus ihm die Worte heraus: „Es ist unglaublich. Da sitzt so ein kleiner Kerl und blubbert los. Da gibt’s einen, der macht was, selbstlos und selbstständig. Kein Großer, sondern ein Zwölfjähriger - toll!“.

Die Worte voller Dank und Anerkennung haben ihren Grund. Endreß ist der Onkel der zwölfjährigen Ayleen Jelinek aus Dieburg. Sie ist an Knochenkrebs erkrankt, im Januar dieses Jahres gab die Schulmedizin nach mehreren gescheiterten Chemotherapien und Operationen den Kampf gegen die Metastasen auf. Sie haben sich bei Ayleen an mehreren Stellen im Körper gebildet, Voraussetzung für eine weitere OP und Heilung wäre der Stopp deren Wachstums. Das gelang bisher nicht, doch der ergriffene letzten Strohhalm gab Anfang des Jahres wieder Hoffnung: Eine kombinierte Therapie aus Chemotherapie und Anwendungen eines Heilpraktikers aus Dreieich sorgten für eine Besserung von Ayleens Gesamtzustand. Inzwischen hat sich auch bei ihrer Mutter Tanja Jelinek und ihrem achtjährigen Bruder Tim wieder neue Zuversicht breitgemacht.

Haken allerdings: Da die Heilpraktiker-Leistungen und die von ihm verschriebenen Präparate im Vertrag mit Tanja Jelineks gesetzlicher Krankenkasse nicht versichert sind, bleibt die Familie monatlich auf rund 4 000 Euro Kosten sitzen, die sie selbst tragen muss. Die ungewöhnliche finanzielle Last kann sie aber nicht mehr selbst stemmen. Via Presse, Internet und Direktansprache versuchen Freunde der Familie deshalb, Spenden für die weitere Therapie der Dieburgerin zu besorgen.

Die Fortsetzung: Nachtsheim rief in Eppertshausen an

Derzeit gehen im Schnitt 15 Geldspenden pro Tag bei den Jelineks ein - vor allem die Zeitungsberichte gaben einen Schub. Überdies laufen mehrere Hilfsaktionen an. Die von Lukas Groh ist wohl die bemerkenswerteste: Er kennt Ayleen aus der Schule, geht mit ihr gemeinsam in eine sechste Gymnasialklasse an der Dieburger Goetheschule, wo Ayleen wegen ihres Leidens indes zuletzt nicht mehr hingehen konnte. „Ich habe mir gedacht, wenn die Erwachsenen helfen können, kann ich das auch“, sagt Lukas selbstbewusst. Er dachte nicht nur, sondern machte auch: Der große Badesalz-Fan schrieb - neben weiteren Künstlern - auch das Komiker-Duo aus Henni Nachtsheim und Gerd Knebel per E-Mail an. Die CD „Nicht ohne meinen Papa“ laufe bei ihm rauf und runter, fügt er an. „Ich habe ganz einfach geschrieben, dass eine Freundin krank ist und ich Hilfe brauche“, schildert er den Anfang.

Die Fortsetzung: Nachtsheim rief in Eppertshausen an. „Ich war überrascht, als er angerufen hat - und natürlich auch nervös“, gibt Lukas zu. Nachtsheim habe ihm aber gesagt, dass er gerne helfe. Im Gegensatz zu anderen Künstlern, die nicht oder nur standardisiert via Management antworteten, hat der hessische Spaßvogel und Musiker (einst Sänger und Saxophonist bei den Rodgau Monotones) die Hilfe für die Dieburgerin zur persönlichen Sache gemacht.

Diese ist nun konkret geworden: Am 19. Mai kommen Badesalz in die Bürgerhalle nach Eppertshausen. Das Heimspiel war der Wunsch von Lukas Groh: „Wenn sie schon kommen, dann auch in meinen Ort“, begründet er, weshalb nicht beispielsweise die Dieburger Halle Schauplatz des Hilfs-Events wird.

Der Eintritt am 19. Mai ist frei

Der Eintritt am 19. Mai wird frei sein, die Veranstaltung soll von 15 bis 17 Uhr dauern. Der Schwalbacher Gerd Purkott, ein Freund der Familie um Lukas Groh, Sven Sauer und Sabine Sauer-Groh, wird moderieren. Zudem spielen Pride and Joy aus Heidelberg. Schon 30 Kuchenspenden wurden zugesagt, unter anderem daraus soll Geld für Ayleens Therapie erlöst werden. Kurt Endreß betont, auch an diesem Tag werde das Geld via Bon-Verkauf nur über den Treuhänder Lions-Club Groß-Umstadt eingenommen.

Henni Nachtsheim und Gerd Knebel bieten an diesem Nachmittag die Möglichkeit, ihnen ganz nah zu sein, sich bei ihnen Autogramme zu holen oder einfach nur ein wenig mit ihnen plauschen. Noch bewegter als von der Hilfe der Comedians bleibt Kurt Endreß unterdessen aber vom Einsatz Lukas Grohs: „Mir imponiert auch, wie natürlich er mit Ayleens Krankheit umgeht.“

Quelle: op-online.de

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