OWK sorgt für neue Laichgewässer

Kleiner Laubfrosch gehört zu den bedrohten Tierarten

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Der grüne Laubfrosch gehört zu den bedrohten Tierarten. Der Kletterkünstler liebt feuchte Gebiete mit viel Sonne und wenig Wind. Der Odenwaldklub Eppertshausen setzt sich aktiv für den Schutz der Amphibie ein.

Eppertshausen - Zwischen Sträucher hindurch und an Schilf entlang geht es in das Feuchtgebiet „In den Stöcken“. Es ist eines der drei Biotope der Gemeinde, in dem eine unter Artenschutz stehende Tierart zu Hause ist: der Laubfrosch. Von Yvonne Fitzenberger 

„Früher gab es mehr Laubfrösche“, erklärt Manfred Hechler. Er ist Wanderwart beim Eppertshäuser Odenwaldklub (OWK). Seit Jahren sensibilisiert er seine Mitwanderer für die Natur am Wegesrand. Dazu gehört auch der Laubfrosch. Für die Amphibie setzt sich Hechler besonders ein. Der grün-schwarze Frosch zog vor 28 Jahren die Aufmerksamkeit des OWK auf sich. „Vor 50 Jahren war der Laubfrosch noch eine ganz normale Erscheinung in der Gersprenzaue“, erinnert sich Hechler, „jetzt ist er der große Verlierer.“ Denn die starke Nutzung von Grünflächen als Baugebiet oder Weideland raubt dem Kletterkünstler seine Heimat. Der kleine Grüne sitzt nur selten am Boden. Er liebt Hecken, Laubbäume und Weidengebüsche, an denen er hochklettern kann. Die Pflanzen und Bäume bieten sonnige und windgeschützte Sitzplätze. Ideal zum Sonnenbaden. Dank ihrer grünen Farbe sind sie vor Froschfressern gut getarnt. Richtig wohl fühlt er sich, wenn Laichgewässer in der Nähe sind.

„In den Stöcken“ ist ein vom OWK künstlich angelegtes Feuchtgebiet. Ein idealer Wohnort für Laubfrösche, ... wenn es mal wieder regnen würde.

Die Froschart ist inzwischen selten geworden. Den Bestand, den Hechler vor 50 Jahren noch erlebt hatte, ist um 80 Prozent zurück gegangen. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg beheimatet zwar immer noch eine der größten Populationen – mehr als 40 Gewässer sind besiedelt –, dennoch ist auch in Eppertshausen und in den Nachbargemeinden ein deutlicher Rückgang zu spüren. Mitunter erschweren oder unterbinden die Bundesstraßen 26 und 45 den Austausch – damit auch das Wachstum – der Teilpopulationen im Dreieck zwischen Babenhausen, Messel und Reinheim, heißt es im Artenhilfekonzept von Hessen-Forst.

Der OWK hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Baumfrosch neue Lebensräume zu schaffen oder zu beschaffen. Eines der Projekte ist das Feuchtgebiet „In den Stöcken“, wofür der Verein bereits zweimal den Umweltpreis des Landkreises gewonnen hat. Nach der Flurbereinigung – das Gebiet war zunächst in acht Parzellen aufgeteilt und ging dann in Gemeindebesitz über – konnte der OWK die Patenschaft übernehmen. Die Naturschutzgruppe, bei der Hechler ebenfalls aktiv ist, säuberte die zugemüllte Fläche und sorgte für ein Flachgewässer. „Im Moment ist es zu trocken“, sagt Hechler. Das angelegte Gewässer ist nahezu ausgetrocknet. „Es werden sich zwar trotzdem Laubfrösche hier niederlassen, aber es ist alles andere als ideal.“ Er hofft, dass es bald regnet.

Trumps Mauer wird auch Tiere voneinander trennen

Anders sieht es bei einem Gebiet in der Nähe der OWK-Hütte aus: ein Bachlauf, an dem sumpfiges Gebiet angrenzt. Es sei ideal für die Ansiedlung von Laubfröschen, erläutert Hechler. „Das hier soll der Ausgleich für das neue Wohngebiet werden“, sagt er. Eine weitere, ebenfalls erfolgreiche Maßnahme, sind Röhren, die unter Straßen entlang laufen. „Als die Autobahnanbindung an die B45 erneuert wurde, wurden Röhren eingebaut“, sagt Hechler. Durch diese müssen die Frösche nicht mehr über die Straße, um von einem Gebiet ins nächste zu kommen. „Jetzt kontrollieren wir nur noch hin und wieder.“ Für das Monitoring und anderen Aktionen sucht der OWK noch Helfer, die sich einmal im Jahr engagieren wollen. Anmeldung unter www.owk-eppertshausen.de.

Quelle: op-online.de

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