Die Kleinsten binden meiste Kraft

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Kita-Leiterin Gudrun Reising kann sich freuen - selbst die U3 Kinder kochen schon fleißig Nudeln mit Tomatensoße - und das aus Sand. 

Eppertshausen - Entscheiden sich Paare für ein Kind, dann erhalten sie zwölf bis 14 Monate lang das sogenannte Elterngeld. Danach steht die Entscheidung an: Reicht ein Gehalt zum Unterhalt der Familie aus, oder müssen beide Partner arbeiten gehen? Von Jasmin Frank

 Doch genau hier kommt es immer wieder zu Problemen, denn noch ist nicht überall eine Unterbringung von Kindern im Alter ab einem Jahr möglich. „Wir wollen uns in Eppertshausen für eine Betreuung auch schon für Kinder im Alter von unter zwei Jahren stark machen. Seit etwa sechs Jahren haben wir ja Plätze für zwei- bis dreijährige Kinder, doch nach einer Umfrage, die wir gemacht haben, gibt es schon Bedarf auch für kleinere Kinder“, informierte Bürgermeister Carsten Helfmann auf der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Einstimmig wurde dort der Weg für die entsprechenden Änderungen frei gemacht, so dass nun theoretisch ab August diesen Jahres auch die Kleinsten in Eppertshausen einen Betreuungsplatz bekommen können. Das Problem ist: Zunächst haben diejenigen Jungen und Mädchen einen Anspruch auf einen so genannten Regelplatz, die über drei Jahre alt sind. Durch Zuzüge und wegen Rückstellung von möglichen Schulkindern sind die eingeplanten Plätze derzeit aber voll belegt.

„So wie es momentan aussieht, werden zwar die Rahmenbedingungen für ein erweitertes Betreuungsangebot geschaffen, allerdings kann konkret noch kein Kind untergebracht werden. Das kann sich aber auch wieder ändern, sollten Kinder wegziehen oder doch noch in die Schule kommen“, so Helfmann. Auch Integrationsplätze, die unvorhergesehen eingerichtet werden mussten, reduzieren die Kapazitäten, denn ein solcher Platz vermindert die Gruppenstärke um fünf Kinder.

Auch Kitas müssen sich anpassen

Doch nicht nur die Gemeinde muss sehen, wie sie den Anforderungen von Eltern und Kindern gerecht wird, auch die Kindertagesstätten müssen sich an die neue Situation anpassen. „Kinder unter drei Jahren haben ganz andere Bedürfnisse, auf die wir eingehen müssen. Ein Problem ist beispielsweise, dass sie noch richtige Genussmenschen sind und sich vieles in den Mund stecken. Da wir derzeit noch gemischte Gruppen haben, mussten wir einiges an Material wegpacken oder weiter nach oben stellen“, informiert Gudrun Reising, Leiterin der Kindertagesstätte Sonnenschein. Auch während der laufenden Betreuung müsse viel getan werden – schon alleine das regelmäßige Windelwechseln beanspruche viel Zeit, so dass auch in den U3-Gruppen die Plätze reduziert werden mussten.

„Die Arbeit mit den Kleinen ist auch sehr viel körperbezogener und dafür in der verbalen Kommunikation reduziert. Deshalb haben unsere Erzieherinnen auch entsprechende Fortbildungen besucht“, so Reising. Sollten in Zukunft, avisiert ist spätestens das Kindergartenjahr 2012/2013, Kinder ab zwölf Monaten aufgenommen werden, würden beide Kindertagesstätten separate Gruppen einrichten. Sollte der Gemeinde das gelingen, würde ihr die Einrichtung von Krippenplätzen noch vor der Verpflichtung im Jahr 2013 gelingen.

Quelle: op-online.de

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