Klettergerüst im Garten der Friedensgemeinde

Ein Platz zum Spielen und Toben

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Jahrelang haben sie dafür gespart und gesammelt. Jetzt wird endlich das neue Klettergerüst im Garten der Friedensgemeinde aufgebaut. Martina Kaiser, Andrea Dohl und Karin Keck-Hensel (v.l.n.r.) bauen das neue Klettergerüst alleine auf.

Eppertshausen - Draußen fängt es an zu nieseln, aber davon lassen sich Karin Keck-Hensel, Andrea Dohl und Martina Kaiser nicht beirren. Die Mütze wird nur etwas tiefer ins Gesicht geschoben, die Handschuhe angezogen und weiter gearbeitet. Von Corinna Hiss

So oft es ihre Zeit zulässt bauen sie nun am neuen Klettergerüst, das schon bald den Gemeindegarten der Evangelischen Friedensgemeinde in Eppertshausen zieren soll. Damit erfüllen sich die Frauen einen lange gehegten Wunsch, der nicht ihnen, sondern den vielen Kindern zugute kommen soll, die mehrmals die Woche zur Friedensgemeinde kommen.

„Das Gemeindehaus wurde vor sechs Jahren renoviert und danach war das Geld erst einmal knapp“, erzählt Karin Keck-Hensel, Initiatorin des Projekts und Kirchenvorstandsmitglied in der Gemeinde. Trotz moderner und neuer Räume mussten sie die ganze Zeit mit einer alten Schaukel und einem schon maroden Sandkasten auskommen.

Angebote der Kirche

Dabei sind die Angebote der Kirche ein beliebter Treffpunkt für die Eppertshäuser Kinder. Nach der Schule und dem Hort strömen sie mehrmals die Woche zur Friedensgemeinde, um Vasen aus Mosaiksteinchen zu basteln, Körbe zu flechten oder zu musizieren. Auch in den Ferien wird dort Programm angeboten. „Wir haben ungefähr 60 Kinder, die regelmäßig zu uns kommen“, freut sich Karin Keck-Hensel über die Beliebtheit ihrer Kurse. Damit die Kinder nach Herzenslust toben können, war schon bald nach der Renovierung klar: Ein neues Klettergerüst muss her.

Seitdem wurde fleißig für das Projekt gesammelt. Kuchen wurden verkauft, Adventsnachmittage veranstaltet, Selbstgebasteltes an den Mann gebracht. Jeder Cent des Erlöses wurde für das Klettergerüst gespart. Jetzt – gut fünf Jahre später – kann der Traum Wirklichkeit werden. Zwar reichte das Ersparte nicht aus, die Kosten von zirka 15.000 Euro zu decken. Doch einige Spenden halfen der Gemeinde, das Klettergerüst endlich anschaffen zu können.

Die Volksbank Eppertshausen beteiligte sich mit 1 000 Euro, die Sparkasse Dieburg gab 500 Euro, Fraport Frankfurt zahlte 700. Die Gemeinde Eppertshausen versprach, sich mit zehn Prozent der Investitionssumme zu beteiligen. Außerdem wurden die Zinsüberschüsse aus der eigenen Stiftung „Sternen-Licht“ ebenfalls für das Gerüst ausgegeben. Noch sind die Kosten nicht vollständig gedeckt, die Bauarbeiten haben aber bereits begonnen. Und das, was die drei Frauen bis jetzt aufgebaut haben, kann sich sehen lassen. Drei große Blöcke bilden ein großes Klettergerüst, auf dem die unterschiedlichsten Sachen gemacht werden können.

Kinder in die Planung einbezogen

„Uns war wichtig, die Kinder in die Planung einzubeziehen“, beschreibt Karin Keck-Hensel, „Schließlich sind sie es, die darauf herumturnen werden und nicht wir.“ Eine Rutsche muss es haben, da waren sich alle schnell einig. Die Boulderwand, auf der wie ein Profi geklettert werden kann, war den Kindern ebenso wichtig wie eine Wackelbrücke, die die zwei Türme miteinander verbindet. „Auf die schiefe Ebene freuen sich die Kinder auch besonders“, ergänzt Andrea Dohl, die das Projekt mit initiiert hat.

Auf der Baustelle herrscht reine Frauen-Power. Da das Geld gerade für die Anschaffungskosten reicht, muss jede Schraube selbst befestigt und jeder Nagel selbst reingehauen werden. „Die meisten unserer Männer arbeiten unter der Woche und am Wochenende war oft das Wetter zu schlecht“, sagt Keck-Hensel. So bliebe die meiste Arbeit an ihnen hängen. Zwei Sachen haben sie dann aber doch den Profis überlassen: Die Kanalreinigung Müller hat das Fundament mit ihrem Bagger unentgeltlich ausgehoben und die Firma Kreckler hat ihren Kran zur Verfügung gestellt, um die Türme richtig zu positionieren.

Die Einzelteile sind bereits im Juli bestellt worden, kamen aber erst kürzlich an. Seit Mitte Oktober sind die Frauen nun dabei, rund 1,4 Tonnen Holz zu einem Klettergerüst zusammenzubauen, auf dem sich die Kinder wohl fühlen. Ein Spielplatzprüfer wird sich dann um die Sicherheit der Baustelle kümmern. Die winterlichen Temperaturen scheinen das Team nur noch mehr zu beflügeln, schneller fertig zu werden. „Bis der erste Schnee fällt, soll es stehen“, ist der Wunsch aller.

Quelle: op-online.de

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