Eppertshausen kauft erstes Elektro-Nutzfahrzeug

Kommunaler „Stromer“ für den Müll

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Sie haben Spaß am neuen E-Nutzfahrzeug (von links): Bürgermeister Carsten Helfmann, Fahrer Hans Müller und Bauhofchef Herbert Müller.

Eppertshausen - Die Gemeinde hat seit dieser Woche ein Elektrofahrzeug für ihren Bauhof in Betrieb. Und das kleine Nutzfahrzeug als Vorführwagen mit null Kilometer auf dem Tachostand zum Schnäppchenpreis bekommen können. Von Thomas Meier 

40.000 Euro stehen im Haushalt für dieses Jahr für den Ankauf eines kleinen Nutzfahrzeuges, eines mit Kippladerfunktion und beschlossen von der Gemeindevertretersitzung. Jetzt steht es im Bauhof und schnurrt, einmal angeworfen, leise vor sich hin, denn es ist ein Elektrofahrzeug geworden. Das erste im Fuhrpark der Gemeindeverwaltung. Es war wohl so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, als Bürgermeister Carsten Helfmann vor ein paar Monaten im Luisenpark in Mannheim genau solch ein Fahrzeug durch die Botanik düsen sah. „Völlig lautlos glitt es durch die Parkanlage, stoppte an den Mülleimern, ein städtischer Arbeiter leerte das Behältnis in den Kipper, und gleich ging es mucksmäuschenstill weiter“, erinnert sich der Verwaltungschef an seinen Familienausflug mit Auswirkung.

Denn auch die Gemeinde Eppertshausen überlegte bereits länger, ein E-Auto anzuschaffen. „Wir schauten uns auch auf dem Markt um, aber was uns offeriert wurde, in der Fahrzeuggröße, die wir wollten, kostete wirklich um die 40.000 Euro. Viel Geld, für so ein kleines Ding“, sagt Helfmann, den auch die schwer abzuschätzenden Folgekosten schreckten.

Doch der „Goupil G5 Electro/Lithium“, wie das neue Gefährt in Prospekt heißt, hatte es ihm angetan und der Bürgermeister recherchierte. Im nahen Bayrischen wurde er fündig, und als er mit dem Leiter des Bauhofs, Herbert Müller, dort ein feilgebotenes Fahrzeug in Augenschein nahm, kam man den Interessenten auch großzügig entgegen: „9 000 Euro unter Listenpreis“, so verkündete es der Verwaltungschef in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. So rollte das Vorzeigeauto mit null gelaufenen Kilometern zwar etwas später als gewünscht, doch äußerst sparsam an.

Gedacht ist es hauptsächlich für die zweimal in der Woche von Ex-Bauhofmitarbeiter Hans Müller abzufahrende Müll-Tour durch den Ort. Rund 35 Kilometer ist solch eine Strecke, bei der alle 66 örtlichen, öffentlichen Mülleimer und Papierkörbe sowie die Containerplätze angefahren werden. Und das E-Goupil, gebaut für vielerlei Dienstanforderungen wie die Müllsammlung, Straßenreinigung, Pflege von Parks und Grünanlagen oder Lieferung, soll voll aufgeladen bei einer Nutzlast von einer Tonne rund 70 Kilometer weit kommen. „Das passt“, sagen die beiden Bauhof-Müllers. Wird das Auto mal nicht für die Mülltour benötigt, steht es als Poolfahrzeug den anderen Bauhof-Mitarbeitern zur Verfügung, die freilich alle vor ihrer ersten Fahrt eine Einweisung bekommen müssen.

Bürgermeister Helfmann ist sich der Vorreiterrolle der Kommune bewusst: „Wir dürfen nicht nur E-Zapfsäulen einweihen. Wir wollen auch zeigen, dass Elektroautos bereits sehr sinnvoll eingesetzt werden können.“ Und schön auch, dass das E-Auto nicht nur an der Schnellladestation an der Bürgerhalle „aufgetankt“ werden muss, sondern sich auch an einer haushaltsüblichen Steckdose seinen Saft zum Rollen ziehen kann – wenn auch der Ladevorgang dort ein längerer ist.

Für rund 700 Ladezyklen sei die Lithium-Batterie ausgelegt, erklärt der Hersteller zu seiner „sicheren und zuverlässigen Technologie“, die wartungsfrei und mit fünf Jahren Garantie versehen ist. „Das alles müssen wir freilich jetzt genau beobachten und analysieren“, sagt Helfmann. Und wenn es gut läuft, sollen schon bald weitere E-Fahrzeuge kommunale Benziner ersetzen.

Quelle: op-online.de

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