Kreis will Halle kaufen

Eppertshausen - Gibt es doch noch Hoffnung für das Lieblingsgebäude der Eppertshäuser? Noch Ende Februar wurde von Seiten des Landkreises hartnäckigen Gerüchten über den Ankauf der alten Mehrzweckhalle ein Ende bereitet. Von Jasmin Frank

Der Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann erklärte damals auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir haben derzeit keine Pläne für die Mehrzweckhalle. Sicher wäre es eine gute Sache, wenn sie erhalten bleiben könnte, aber dafür sind keinerlei Geldmittel eingeplant.“ Doch nun sieht die Lage etwas anders aus und auf der Tagesordnung des Eppertshäuser Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag wird über den Antrag des Landkreises auf Ankauf der Mehrzweckhalle entschieden. Wird das altehrwürdige Gebäude erhalten bleiben?

Fleischmann heute: „Wir würden die Halle gerne kaufen und bemühen uns auch darum. Wir haben schon konkret mit der Gemeinde Eppertshausen über die Konditionen gesprochen, doch entschieden wird das Ganze von der Betriebskommission und dem Kreisausschuss, und beide Gremien müssen wegen der Kommunalwahl erst neu gewählt werden.“ Den Ausschlag für die Sinnesänderung hat die Ansiedlung der Sprachheilschule am Amorbach gegeben. Diese stand zwar auch schon im Februar fest, doch war damals noch die gemeinsame Nutzung der Bürgerhalle für den Sportunterricht beider Schulen vorgesehen gewesen.

Betroffene Schulen bewerten Ankauf positiv

„Wir haben festgestellt, dass das doch knapp geworden wäre. Zudem hat ja die Sprachheilschule auch eine fünfte und sechste Jahrgangsstufe, für die ein Rhythmikraum eingeplant worden war. Auch eine Aula mit Bühne war im Schulgebäude für die wöchentlichen Versammlungen der Kinder vorgesehen. Diese beiden Räume mit der entsprechenden Ausstattung können durch den Ankauf der Mehrzweckhalle eingespart werden, denn dort ist ja alles Nötige vorhanden, vom Sportboden bis zur Bühne“, informiert Fleischmann. Zudem könnte dann die Betreute Grundschule die beiden freigewordenen großen Räume nutzen. Sie war nach der derzeitigen Planung neben der Mensa vorgesehen gewesen, was nach Ansicht des Kreisbeigeordneten etwas gestaucht gewesen sei.

Prinzipiell bewerten die betroffenen Schulen den Ankauf durch den Landkreis positiv, wie Jutta Meier, stellvertretende Schulleiterin der Sprachheilschule, anmerkte: „Wir mussten uns bislang auch eine Sporthalle mit einer Grundschule teilen und das war immer ein enormer organisatorischer Aufwand. Nun hätten wir die Möglichkeit, unseren Unterricht nicht mehr Klassen übergreifend durchführen zu müssen, was auch im Sinne unseres Gütesiegels ,bewegte Schule‘ ist.“ Noch eine weitere Hoffnung der Schulleitungen wird wohl erfüllt werden, wenn auch nicht als erster Schritt: Die Anbauten auf dem insgesamt etwa 2 000 Quadratmeter großen Gelände, die sich rund um die Mehrzweckhalle befinden, sollen nach und nach weichen und damit soll der Schulhof vergrößert und Parkmöglichkeiten für die Schulbusse vor der Halle geschaffen werden. Doch bis es soweit ist, wird es noch etwas dauern, zunächst ist eine Schönheitssanierung angepeilt, doch letztlich werden auch die größeren Maßnahmen folgen, die unter anderem eine neue Fassade vorsehen, für die auch der Haupteingang weichen muss: Die Mehrzweckhalle wird dann über den Schulhof erreicht. Insgesamt soll der Kostentrahmen dafür unter einer Million Euro gehalten werden. Auch die Gemeinde hat etwas von dem Verkauf: Nicht nur die Veräußerung zu einem Preis von etwa 200 Euro pro Quadratmeter sind ein Gewinn, auch die Hallenbelegung durch die Vereine ist weiterhin möglich – ohne Kosten für die Gemeinde.

Zuschuss vom Landkreis

„Wichtig war uns natürlich, dass der Zuschuss des Landkreises von 500 .000 Euro für die neue Bürgerhalle bestehen bleibt, was auch der Fall ist, denn der Schulsport wird ja in beiden Gebäuden erfolgen“, freute sich Bürgermeister Carsten Helfmann, der auch darauf hinwies, dass ein Neubau trotz des jetzt zur Debatte stehenden Erhalts der Mehrzweckhalle unumgänglich gewesen sei: „Die Brandschutzbestimmungen lassen eine Nutzung von bis zu 199 Personen zu. Damit ist zwar Sportunterricht ebenso möglich wie kleine Zusammenkünfte der Schüler, für große Feste und Veranstaltungen aber wäre eine Sanierung mit Kosten von etwa zwei Millionen Euro auf uns zu gekommen.“

Ein einziger Wermutstropfen bleibt für Eppertshausen: Geplant waren am Standort der Mehrzweckhalle der Bau von seniorengerechten Wohnungen in zentraler Lage. Nun werden Verhandlungen mit den Investoren geführt, diese in den Bauabschnitt III der Neubaugebietsplanung einzubeziehen, sie also zwischen Waldstraße und Abteiwald zu errichten. „Damit wären die Senioren zwar nicht mehr im Ortszentrum, aber es gäbe keine Diskussionen mehr über die Verträglichkeit der Einrichtung mit der nahen Schule.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Harald Reiss/pixelio.de

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