Kreisfest der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 Plus

Der Genossen Treue beschworen

+
Feierstunde zu Ehren dreier verdienter SPD-Mitstreiter (von links): Manfred Hechler, Peter Friele, Patrick Koch, Dr. Hans-Jürgen Wilke, Dr. Dieter Wiefelspütz, Altbürgermeister Peter Gruber und Hans-Loachim Larem.

Eppertshausen - „Die Zahl unserer Mitglieder hat sich von einst einer Million halbiert“, beklagte der Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz in seiner Festrede. Der Eindruck bestätigte sich in der Bürgerhalle nicht. Von Ursula Friedrich

Rund 300 Gäste jenseits des 60. Lebensjahres waren aus dem Kreisgebiet nach Eppertshausen gekommen, um hier das traditionelle Kreisfest der SPD AG 60 Plus gemeinsam zu feiern. Alle zwei Jahre wird es ausgerichtet – nun erstmals vom SPD-Ortsverein Eppertshausen, deren Heimatkommune mit der neuen, topmodernen Bürgerhalle glänzen konnte.

Hohe politische Vertreter hatten dann auch ihr Kommen angekündigt, um zwischen politischen Reden, kulturellen Genüssen und Gastronomie einen ungezwungenen Nachmittag zu verbringen. Neben der Bundestagsabgeordneten Brigitte Zypries hatte die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann Platz genommen. SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel und Landrat Klaus Peter Schellhaas plauderten mit den beiden „Powerfrauen“ der Sozialdemokratie.

„Unser Ziel ist es, die SPD- Inhalte in der AG 60 Plus an ältere Generationen weiter zu tragen“, sagte Peter Schöbel aus dem Vorstand des hessischen Seniorengremiums. Dass diese Klientel aufgrund des verstrichenen 60. Geburtstages keineswegs zum alten Eisen gehört, betonte Wiefelspütz: Dem Esprit der Jugend habe diese Generation Lebendigkeit und Lebenserfahrung entgegenzusetzen. „Ihr seid Teil der Aufbaugeneration, die zupackte, als unser Land moralisch und materiell am Boden war.“

Aufbauarbeit als großes Thema

Aufbauarbeit ist auch aktuell ein großes Thema in den Reihen der SPD, denn Wahlen stehen vor der Tür. Die traditionellen Grundwerte der SPD „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ hätten dabei ebenso Gültigkeit wie vor 100 Jahren, als die älteste demokratische Partei Deutschlands diese Werte auf ihr Banner zeichnete. „Was die Regierungskoalition an dauerhaften Schäden angerichtet hat – ich spreche von Altersarmut, dem Gesundheitswesen oder dem Wohnungsprogramm – gilt es gegenzusteuern“, beschwor Dieter Wiefelspütz die Anwesenden. Und das natürlich als stärkste Kraft auf Bundes- und Landesebene.

Dr. Dieter Wiefelspütz (MdB) würdigte SPD-Altbürgermeister Peter Gruber (links) mit der Willy Brandt Medaille für sein Lebenswerk.

„Der wahre Reichtum unserer Partei sind nicht Schätze (die wird nicht haben), sondern Menschen, die uns seit vielen Jahren die Treue halten und uns Orientierung geben“, dankte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion verdienten Mitstreitern seiner Partei. Während des Kreisfestes der SPD AG 60 Plus wurden drei langjährige engagierte Genossen für ihr Wirken um Partei und Gesellschaft geehrt. Die Willy-Brandt-Medaille bekam Altbürgermeister Peter Gruber für seine besonderen Verdienste als Kommunalpolitiker und Gemeindechef.

Peter Gruber, der inzwischen seit 60 Jahren das SPD- Parteibuch besitzt, wurde als junger Mann 1956 in die Gemeindevertretung gewählt, bereits 1961 wurde der Vollblutpolitiker Fraktionsvorsitzender. 1968 errangen die Genossen bei den Kommunalwahlen die absolute Mehrheit. 1973 wurde Gruber zum Bürgermeister gewählt, in einer Zeit, da die Gebietsreform viele Kommunen ihre Selbstständigkeit kostete. „Wir haben eine Gemeinde, die 1974 ihre Selbstständigkeit behielt“, sagte der Altbürgermeister dankbar.

Prägende Handschrift

Fast zwei Jahrzehnte prägte seine Handschrift die Entwicklung Eppertshausens. In seine Ära als Rathauschef (bis 1991) fällt unter anderem die Erschließung neuer Baugebiete, der Rathausneubau, der Bau eines weiteren Gemeindekindergartens sowie der Sporthalle und mehr. Neben zahlreichen weiteren Ehrenämtern wirkte Peter Gruber von 1970 bis 1995 als Ortsgerichtsvorsteher und viele Jahre als ehrenamtlicher Richter in Dieburg, listete der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Manfred Hechler auf.

Peter Friele ist seit 50 Jahren Mitglied der sozialdemokratischen Partei. 1962 trat der heute 92-Jährige in die SPD ein und engagierte sich darüber hinaus auch gewerkschaftlich. Der Senior saß von 1964 bis ’68 im Gemeindevorstand und von 1968-72 in der Gemeindevertretung. Auch Dr. Hans-Jürgen Wilke hält den Genossen seit einem halben Jahrhundert die Treue. In der Gemeindevertretung engagierte er sich von 1964 bis 1972.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare